Startseite Gesichtet Zurück zur Natur II: Ein Spaziergang auf der Schwäbischen Alb
Zurück zur Natur II: Ein Spaziergang auf der Schwäbischen Alb PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Benjamin Haasis   
Donnerstag, den 09. Februar 2012 um 08:54 Uhr

Am Ende der Straße, in der hinteren Ecke, versteckt sich ein kleines, unscheinbares Treppchen. Steigt man die wenigen Stufen hoch, bietet sich ein abrupter Wechsel der Landschaft. Während einen gerade noch Häusern einkesselten, erstreckt sich jetzt eine kleine, am Talhang liegende Heide am Horizont. Friedlich liegt sie da, in stufenähnlichen Abschnitten ansteigend. Neben den einzelnen Wacholdersträuchern, die das Bild beherrschen, haben sich an den oberen Kanten der etwa meterhohen Stufen noch einige Bäume gehalten.

Die Heidelandschaft: Naturschutzgebiete im Schatten großer Bäume

Der die Heide begrenzende Wanderweg ist in dichtes Gebüsch verhüllt. Einen der am Hang verlaufenden, manchmal kaum zu erkennenden Trampelpfade folgend, nähert man sich langsam dem oberen Weg an. Der Pfad steigt sanft an, nur die steilen Stufen bieten bei nassem Wetter ein nicht unerhebliches Hindernis. An einer Stelle muss man einer Umzäunung ausweichen, die einen Teil des Pfades abschneidet. Dahinter blöken freundlich Schafe. Der Pfad mündet genau vor einem auf einem Holzpflock befestigten Schild. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet und hier beginnt auch der Wanderweg.

Der Wanderer kann sich in einer verwinkelten Hangmulde im Schatten großer Bäume erholen, um sich auf die kommende Herausforderung vorzubereiten. Wieder aus der Mulde und ihrem Baumdach heraus kletternd, geht es einen steilen Trampelpfad, der durch einige Silberdisteln geschmückt ist, herauf. Auf halber Höhe befinden sich zwei hölzerne Schafstränken, die sich als Platz für eine kurze Rast anbieten. Der Blick schweift dort von der sich endlos erstreckenden Wacholderheide auf der einen Seite des Lagerplatzes über die im Tal liegende Stadt bis zu einem am Hang liegenden Betonklotz, der wahrscheinlich mit der Wasserversorgung der Stadt zusammenhängt. Seltsamerweise fallen diese Menschenkonstrukte gar nicht auf. Wie der Betonklotz da unter einigen Bäumen liegt, gleicht er den an stellenweise aus den Talwänden heraustretenden Felsen.

Vorbei an Neubaugebieten, Trampelpfaden und Holztoren

Aber leider sind die Tränken in Benutzung und der Weg nach oben versperrt. Notgedrungen geht es nun unten weiter. Der Weg schneidet ein vor langen Jahren begonnenes Neubaugebiet. Im Kopf erscheinen Kindheitserinnerungen, von einer Zeit in der hier noch keine Häuser standen und sich statt den Straßen nur wenige Wanderwege am Hang entlang erstreckten. Während man so an den Zäunen entlang wandelt, werden die Häuser langsam weniger, der Weg wandelt sich kurz nach der Bebauungsgrenze zum Trampelpfad, der zuerst noch durch Wiesen und dann am Waldrand entlang führt. Am Ende des Pfades bildet der Waldrand mit einer Baumgruppe auf der anderen Seite des Weges eine Art hölzernes Tor, das zu einer gut ausgebauten Waldstraße führt.

Diese führt nun an Wald und Wiesen vorbei Richtung Berggipfel. Die Spuren in dem groben, weiß-gelblichen Schotter verraten, dass hier ab und zu Fahrzeuge entlangfahren. Den relativ steilen Aufstieg mildert der kühlende Schatten des Waldes. Der Straße ein ganzes Stück folgend, geht es bald wieder hinaus aus dem Dickicht.

Rustikale Höhengaststätten laden zur Rast ein

Nun geht es weiter den Hang hinauf. Auf der einen Seite erkennt man wieder die Wacholderheide, an deren anderem Ende man sich jetzt befindet. Nahe der Kreuzung mit einem anderen Weg, ist der Boden an einigen Stellen aufgewühlt. Ein klares Zeichen, daß hier kürzlich Wildschweine nach Essen gesucht haben. Schließlich taucht man in den Waldsaum ein und befindet sich am Fuß einer mit Holzbrettern improvisierten Treppe.

Oben angekommen findet man eine der typischen Höhengaststätten, die durch ihre Lage, die meist volkstümliche Einrichtung und das leckere Essen jedem 5-Sterne-Restaurant vorzuziehen sind. Nebenan befindet sich ein Spielplatz, dessen verschlissene Geräte auf rege Nutzung in der Vergangenheit hinweisen, an der man sich als Kind zu gern beteiligt hat.

Schöne Wanderwege durch die Wacholderheide

Ein Schnitzel und zwei Apfelschorlen später geht es wieder Richtung Heimat. Dem Pfad folgend, kommt man nach kurzer Zeit aus dem Wald auf einen schönen Wanderweg durch die Wacholderheide, der mit mehreren Bänken des Albvereins ausgestattet ist. Statt diesen Weg zu benutzen, lockt aber der Gedanke, kurz die Treppe zu verlassen und auf einem kleinen Trampelpfad parallel zum Hauptweg am Waldrand entlang zu spazieren. Auch dort trifft man nach einer Weile auf eine Bank. Zwei Bäume begrenzen mit ihren Stämmen den Ausblick, so daß man wie durch ein Fenster ins Tal schaut.

Von hier oben zeigen sich nicht nur die Stadt und der gegenüberliegende Hang, sondern auch das Nachbardorf und weitere Talränder, die in ihrer blauen Färbung wie Berge wirken. Mit etwas Glück kann man auch eine Herde Rinder sehen, die etwas weiter unten auf der Heide weiden. Hinter der Bank, etwas weiter im Wald, befindet sich eine Wildfutterstelle.

Einsam und magisch: Abendwanderungen durch die Schwäbische Alb

Kurze Zeit später vereinigt sich der Pfad wieder mit dem Hauptweg und führt zu einem breiten Wanderweg hinab, der auch den Waldarbeitern als Straße dient. Folgt man dieser weiter, geht es oberhalb der Schafherde vorbei. Wenn die Sonne abends schon tief steht, sieht man hier den Waldhang in schon fast magischen Farben erstrahlen. Nach einer erneuten Biegung, die das Ende der Talmulde bildet, spaziert man auf einem schönen, einsamen Weg, der oben durch den Wald und auf der dem Tal zugewandten Seite von Gebüsch verdeckt wird. An einer Stelle stößt ein kleiner Trampelpfad aus dem Wald dazu, an dem sich eine letzte Bank befindet. Schon kurze Zeit später gibt das Gebüsch den Blick auf einige Wiesen frei, durch die es zurück auf den Hauptweg geht. Der Weg über die Wiese lässt sich mehr erahnen als sehen. Traktorspuren bieten Orientierung.

Nachdem dieser Weg in den Hauptweg mündet, geht es nun ganz gemütlich den nahen Häusern entgegen. Links treten aus dem Hang nach und nach Steine hervor. Früher haben hier Kinder nach Kristallen gesucht. Diese waren dort reichlich vorhanden. Inzwischen sind jedoch alle aufgesammelt, nur noch einige Ammoniten blieben verschont. Zurück in der Stadt.

Die Reihe „Zurück zur Natur“ wird in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt. Wenn ihr ebenfalls ein intensives Naturerlebnis hattet oder von einer spannenden Wandererfahrung berichten wollt, könnt ihr eure Beiträge gerne an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. senden.

(Bild: Flickr.com/ wo.men)

 

 
ANZEIGE

Rundbrief







Aufgepasst!

Banner

Umfrage

Das größte Problem in Deutschland ist ...
 
Die dringlichste Aufgabe der deutschen Konservativen ist ...