| Gebete für die Blasphemiker: Der Protest gegen Gólgota Picnic in Hamburg |
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| Geschrieben von: Julian Islinger |
| Sonntag, den 12. Februar 2012 um 11:25 Uhr |
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70 Demonstranten gegen die Blasphemie Im Gegensatz zu den Befürchtungen der Medien, die im Protest eine Ansammlung radikalmilitanter Fundamentalisten befürchteten, und auch entgegen der spöttischen Behauptung des Intendanten des Thalia Theaters, Joachim Lux, es werde sich bei den Demonstranten lediglich um „zwei Leute“ handeln, die „von der Sintflut und vom Weltgericht“ salbadern würden, kamen gegen 19 Uhr ca. 70 Demonstranten vor dem Thalia zusammen. Als geistlicher Hirte der Demonstranten sorgte Pater Brühwiler, geborener Eidgenosse und Seelsorger der Hamburger Pius-Gemeinde, für einen geordneten und friedvollen Ablauf der Mahnwache. Für die anwesenden Polizisten gab es so gut wie nichts zu tun und abgesehen von einem deutlich angetrunkenen Krawallmacher, der die Gebete und Gesänge der anwesenden Christen mit christenfeindlichen Parolen zu stören versuchte, gab es keine besonders erwähnenswerte Vorfälle. Dieser kleine Störfall provozierte die Protestler allerdings nicht. Gebete für die Sympathisanten von Gólgota Picnic Man sang mehrmals das „Ave Maria“ und betete gemeinsam für die Seelen jener, die das Stück fördern und protegierten. Von einer feindlichen, oder gar militanten Stimmung war nichts zu spüren; bei jeder 08/15-Wutbürger- oder Gewerkschafts-Demo liegt mehr Aggression in der Luft, als in dieser Zusammenkunft. Allerdings ist eine solche Verzerrung der Tatsachen in unserem Medienzirkus nichts Neues, und so verwundert es sicher nicht, dass trotz des großen Presseaufgebots während der Demo sich die Berichterstattung im Anschluss an Stück und Protest sehr bedeckt hielt. Um 20:30 Uhr erteilte Pater Brühwiler den Abschlusssegen und die Menge ging auseinander. Ganz ohne laut skandierte Parolen, ganz ohne Klugscheißer-Spruchbänder, ohne Trillerpfeifen und ohne grelle, überdimensionierte Buttons. Lediglich ein paar Kruzifixe hatten Demonstranten mitgebracht, um an die im Stück verballhornten Leiden Jesu Christi zu gemahnen. Ansonsten genügten Kerzen und Gesangsbücher. Leider wird der Mehrheit der Printmedien- und Onlinekonsumenten nur das laute Getöse im Vorfeld der Aufführung im Gedächtnis bleiben. Im Rummel um Gólgota Picnic verschwanden die leisen, auf die Würde Christi pochenden Töne. (Bild: marcin ejsmont / flickr) |