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Geschrieben von: Julian Islinger
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Dienstag, den 21. Februar 2012 um 05:47 Uhr |
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„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust …“ Bisher waren es diese Zeilen aus Goethes Faust, die für mich die Essenz der deutschen Seele am treffendsten beschrieben. Auf der einen Seite das typisch Rationale, das Praktische, das produktive Streben, das uns Deutschen seit jeher nachgesagt wird. Auf der anderen Seite der Hang zur Mystik, zur Romantik, das Träumen und Schwärmen ins Jenseitige, ins Vergangene, das Metaphysische: Kurzum, Goethe legte seinem Dr. Faust bewusst oder unbewusst die ganze Ambivalenz des deutschen Seins in den Mund. Dass man Die deutsche Seele auch umfangreicher sezieren kann, beweisen Thea Dorn und Richard Wagner in ihrem gleichnamigen Buch. Wir wollen einen Blick in dieses 560 Seiten starke Werk werfen und schauen, ob sich der Arbeitsaufwand gelohnt hat.
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Geschrieben von: Carlo Clemens
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Montag, den 20. Februar 2012 um 12:17 Uhr |
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Er kann nicht mehr durch die Innenstadt laufen, ohne dass er alle zwei Minuten von seinen Bewunderern um ein Foto gebeten wird. Derzeit ist Aykut Anhan alias Haftbefehl der Star im deutschen Hiphop. Auf allen Szene-Kanälen wie 16bars.de, rap.de oder Aggro TV steht der kurdischstämmige Offenbacher im Mittelpunkt. Seine Videos auf Youtube zählen Millionen Klicks, er ist das Idol unzähliger Jugendlicher, dessen Lieder über Drogen, Geld und den „Ghetto“-Lebensstil aus den Handylautsprechern tönen. Mitte Februar erschien sein lang ersehntes zweites Album „Kanackis“. Inwiefern bietet das Werk einen Einblick in die junge Unterschicht der Hochhausschluchten von München, Köln, Frankfurt bis Hamburg und Berlin?
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Geschrieben von: Johannes Schüller
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Freitag, den 17. Februar 2012 um 05:18 Uhr |
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Berlin will heute das Herz Europas sein. Zentrum der Unkonventionellen und Ziel experimentell verlegter Lebensentwürfe zugleich, schimmert die Metropole dem Rest da draußen ein wenig als Symbol von Kreativität. Dabei gerät die andere, provinzielle und nostalgische Seite der Stadt ins Hintertreffen. Mit ihrem 2011 erschienenen Roman Walpurgistag hat die Wahlberlinerin Annett Gröschner sich an beide Aspekte gewagt. Herausgekommen ist eine vom Feuilleton der Frankfurter Rundschau, Deutschlandradio und Cicero in die Tradition von Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz eingereihte Großstadtprosa, die in der Tiefe recht wenig über die gebrochene Identität der Hauptstadt verrät.
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Geschrieben von: Dirk Taphorn
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Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 07:28 Uhr |
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Eine Studie erklärte Ende Januar, Facebook mache unglücklich und fördere narzisstische Tendenzen. Gleichzeitig warnten zwei Zeit-Journalisten vor dem Internet. Da bietet sich eine Rezension zu dem Buch Die Facebook-Falle – Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft von Sascha Adamek geradezu an.
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Geschrieben von: Andreas Hoffmann
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Montag, den 13. Februar 2012 um 08:07 Uhr |
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Normalerweise sind Menschen, die wissen wo sie stehen und ihre Standpunkte nicht leichtfertig preisgebenem, immer sympathisch. Das kann man achten. Beim ZDF History-Guru Guido Knopp ist das jedoch ein bisschen anders. Es scheint die Eigenart des mittlerweile ergrauten Historikers zu sein, Bücher mit möglichst wenig Gehalt und ohne Bezug zum geschichtlichen Kontext zu schreiben. In seinem Werk über die "Lichtgestalt des deutschen Widerstands", wie er Stauffenberg selbst bezeichnet, versucht er dessen Handeln näher zu beleuchten und zu ergründen, warum dieser so handelte, wie es heute in jedem Geschichtsbuch nachzulesen ist. Das ist für sich genommen ein durchaus Interessantes Projekt, welches auch jedem Konservativen am Herzen liegen sollte.
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Geschrieben von: Benjamin Jahn Zschocke
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Freitag, den 10. Februar 2012 um 16:47 Uhr |
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„Carl Schmitt ist in meiner und ich bin in seiner Biographie unvermeidlich“, schrieb Ernst Jünger in sein Tagebuch. Die beiden gegensätzlichen Epochendenker verband eine jahrzehntelange Freundschaft, die erst nach Kriegsende zerfiel. Mit Hitler begriff der Künstler Jünger, nichts in der Politik verloren zu haben. Er vermied folglich jedwede Konzession ans dritte Reich. Der Jurist Schmitt glaubte an seinen gestalterischen Einfluß und wollte den Staat von innen vor der „Bewegung“ retten. Wohlwollend ließ er sich also von Göring zum preußischen Staatsrat ernennen. Martin Tielke setzt dieses widersprüchliche Miteinander in Der stille Bürgerkrieg. Ernst Jünger und Carl Schmitt im dritten Reich ins Verhältnis und beläßt es nicht bei der rein biographischen Betrachtung. Kenntnisreich bringt er die historische Situation mit den sich beeinflußenden Geistern von Jünger und Schmitt in Verbindung.
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Geschrieben von: Felix Menzel
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Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 07:19 Uhr |
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Helmut Krausser will nicht langweilig sein, er will nicht in schriftstellerische Routine verfallen. Deshalb ist jedes neue Buch von ihm eine Wundertüte. Weder die Qualität, das Genre noch der Inhalt sind zu erahnen. Nun hat Krausser seine Berufsvorstellung vor einigen Jahren auf die Spitze getrieben. Im Februar 2007 erschien bei Eichborn unter dem Pseudonym Titus Keller der Krimi Aussortiert, der nun vor einigen Monaten auch als neues Werk unter seinem Klarnamen bei DuMont angepriesen wurde.
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Geschrieben von: Till Röcke
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Dienstag, den 07. Februar 2012 um 08:18 Uhr |
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Natürlich war es unmöglich, in einer Stadt wie Paris einem halbwegs durchschnittlichen Kriegs- bzw. Etappenleben nachzugehen. Zu viel der Ablenkung, wo hin man blickte ein Verlustieren und Frönen. Literaten und Kollaborateure, Theater und Bordelle, es war alles da, und das war es immer schon gewesen. Stadt der Liebe, Stadt der Sehnsucht. Und dann zeitbedingt eine reizende Insel im Schlachtentaumel. Man möchte das alles einmal aufgeschrieben wissen, wüsste man es nicht besser. Denn diesen Dienst hat Ernst Jünger einst gerne übernommen. Als Offizier im besetzten Paris der vierziger Jahre hatte er Zeit und das, wovon er immer schon am meisten besessen hatte: Muse.
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Geschrieben von: Karin und Olof Hansen
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Montag, den 06. Februar 2012 um 14:13 Uhr |
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Zum Abendbrot gibt es Kartoffeln und Gemüse mit Sinti-und-Roma-Soße (auf dem Etikett stand „Zigeuner-Soße“, aber das ist hier nicht näher zu kommentieren). In der Post findet sich zudem eine Leseprobe des Erzählbandes Nach oben ist das Leben offen von Philipp Schönthaler, der am 6. Februar erscheint. Anders als sonst schickt man uns kein ganzes Buch, sondern ein separat gebundenes Kapitel, 25 Seiten lang. Das Cover erinnert an Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann, sicher kein Zufall. Der Pressetext sagt uns, das Buch fordere den Leser „listig heraus“. Das wollen wir doch mal sehen ...
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Geschrieben von: Nils Wegner
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Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 11:23 Uhr |
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Wie doch die Zeit vergeht. 1999 wurde die Berliner Band Atari Teenage Riot (ATR) noch publikumswirksam und vor laufenden Kameras verhaftet. Zuvor hatte das Quartett auf der Demonstration anläßlich des 1. Mai gespielt und bei den sich entwickelnden Ausschreitungen die autonomen Randalierer angestachelt. Die sehr harte, schnelle Musik, in der die Gruppe technoide Rhythmen mit extrem verzerrten Gitarrenriffs mischte, war dazu optimal: „Digital Hardcore“ nannte Bandchef Alec Empire den damals einzigartigen Stil seiner Band. Auch politisch war alles stimmig – bekannte ATR-Lieder trugen Titel wie „Burn, Berlin, Burn“, „Hetzjagd auf Nazis“ oder „Deutschland Has Gotta Die“. Ihr Album „The Future Of War“ von 1997 steht wegen Aufrufs zu Straftaten bis heute auf dem Index.
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Geschrieben von: Simon Meyer
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Mittwoch, den 01. Februar 2012 um 07:47 Uhr |
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Über König Friedrich II. von Preußen ist eigentlich alles geschrieben und erzählt. So erscheint es um so erstaunlicher, wenn ein junger Autor forsch behauptet, wirklich neue Erkenntnisse über das Leben des Alten Fritz vermitteln zu können. Ein Autor, der für sich in Anspruch nimmt, seine Erkenntnisse stützten sich großenteils auf handschriftliches und erstmals verwendetes Quellenmaterial. Dieser Autor heißt Johannes Bronisch, ist Jahrgang 1978 und stammt aus Erfurt. Und – soviel sei vorweggenommen – Zweifel daran, daß hier ein junger Autor wirklich etwas substantiell Neues aus dem Leben des Großen Königs präsentiert, kommen dem Leser bei der Lektüre nicht. Der Autor hat unlängst zum Thema Der Mäzen der Aufklärung. Ernst Christoph von Manteuffel und das Netzwerk des Wolffianismus promoviert und wendet sich mit dem im Landt Verlag erschienenen Buch Der Kampf um Kronprinz Friedrich – Wolff gegen Voltaire über die Fachhistoriker hinaus an ein breiteres Publikum.
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