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Es ist wie eine Geschichte aus dem Märchenbuch. Nur ohne Prinzessin. Eine Geschichte, die sich nur um den Prinzen dreht. Harvard 2003. Mark Zuckerberg ist ein Freak: kompliziert und kryptisch. Anstrengend könnte man sagen. Niemand, mit dem man sich lange unterhalten kann ohne sich völlig zu verausgaben. Und niemand, mit dessen Art jeder zurechtkommt. Seine damalige Freundin Erica nicht. Sie beendet die Beziehung. Heute mag sie sich ohrfeigen, denn ihr damaliger Freund ist mittlerweile der jüngste Milliardär.
Mit Liebeskummer und Aversionen fing alles an Allerdings können die jungen Menschen ihr dankbar sein, denn damit legte sie quasi den Grundstein für facebook: Mark besoff sich, begann in seinem Blog über sie zu schreiben, sie schlecht zu machen, wenn man untertreiben möchte. Und an diesem Abend kommt ihm die erste facebook-ähnliche Idee: facemash. Eine Seite, auf der mann Mitstudentinnen vergleichen und bewerten kann – nach dem Aussehen versteht sich. Mark Zuckerberg brachte es auf 22.000 Aufrufe innerhalb weniger Stunden. Und das morgens um vier Uhr, an einem normalen Wochentag. Dass er damit das Harvard-Netzwerk lahmlegte, sich in Systeme einhackte und die Bilder der Studentinnen illegal herunterlud, war ihm relativ egal. Auch die darauffolgende Strafe traf ihn nicht. Denn schließlich wurden die richtigen Leute auf ihn aufmerksam. Sie wollten, dass er eine Dating-Seite für Harvard-Studenten programmiert. Doch Marc hatte eine viel bessere Idee. Gemeinsam mit seinem Freund Eduardo und später mit dem Programmierer Dustin entwickelt er thefacebook.com. Zuerst betrifft es nur Harvard, bald jedoch gehören zig Studenten weltweit zu facebook. Aus dem Namen wurde unterdessen das „the“ gestrichen. Im Laufe seiner Karriere sieht Mark einige seiner früheren Mitstudenten und auch seinen einzigen wahren Freund Eduardo wieder – vor Gericht. Aber mit einer großzügigen Abfindung lassen sich auch diese Probleme lösen. Schnitt, Abspann. Film taucht zur rechten Zeit auf Das ist in groben Zügen der Inhalt des Films The Social Network. Ein Film, der endlich alles thematisiert, was in dem Leben junger Menschen heutzutage wirklich vorgeht. Vor Jahren wäre dieser Film ein absoluter Flop gewesen, obwohl er eigentlich alles hat: Liebe, Hass, Enttäuschung, Macht, Sex, Party und vor allem eine charismatische Hauptfigur, Mark Zuckerberg. Aber vor Jahren kannte noch nicht jeder facebook. Nicht jeder hatte einen Account. Und selbst die sozialen Netzwerke wie die VZ-Gruppe steckten noch in den Kinderschuhen. Niemand hätte sich das Leben eines programmierenden Freaks angesehen. Die Zahlen belegen, dass oben genannte Faktoren plus die aktuelle Beliebtheit von facebook den Film wirklich erfolgreich machten. Auch wenn Mark Zuckerberg bei diesem Film eher als Nerd, Freak und Arschloch wegkommt, so kann man sich zumindest einer gewissen Bewunderung für sein Lebenswerk nicht verwehren. Sein Charisma kann ihn sogar sympathisch machen und auf eine verkorkste und komplizierte Weise scheint er wirklich nett. Er hat nur manchmal falsch entschieden. Im Film heißt es, Mark „ist kein Arschloch, er gibt sich nur Mühe, eins zu sein.“ facebook – Fluch oder Segen? Vielleicht kommt man sonst aber in dieser Welt auch nicht weiter. Auf jeden Fall steht Marks Baby facebook, seine Geschichte und sein Leben für die „Generation-Internet“: Erfolg, Glück, Rückschläge und die Hoffnung, dass aus einer kleinen Idee zur rechten Zeit etwas ganz Großes werden kann. Mark ist also fast normal. Fast. Ein Prinz in seinem Schloss mit 500 Millionen Mitgliedern, wo jeder jeden über irgendwen kennt – und man dennoch trotz 1692 Freunden irgendwie allein ist. Denn zu mehr sozialen Kontakten kann einem selbst ein Mark Zuckerberg nicht verhelfen. |