| Subjektive Annäherungen an Guido Knopp IV: Lächerliches Herumdoktern an Stauffenberg |
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| Geschrieben von: Andreas Hoffmann |
| Montag, den 13. Februar 2012 um 08:07 Uhr |
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Was Guido Knopp daraus macht, geht über die oberflächliche Betrachtung jedoch nicht hinaus. In kleinen Episoden die an den Stil der Zeitschrift Bunte erinnern, berichtet Knopp über die Kindheit Stauffenbergs. Interessantes, jedoch nichts Neues, liest man über Strauffenbergs Verhältnis zu den Neupfadfindern und zum Dichterkreis um Stefan George. Die militärische Laufbahn des Widerständlers beschreibt Knopp ausführlich, ja langatmig, so dass man sich beim Lesen immer wieder die Frage stellt, wann denn nun die "wahre Geschichte", also das Neue kommt. Soviel sei vorweggenommen, es kommt nicht, auch am historischen Höhepunkt nicht, dem Attentat vom 20. Juli. Todsünde für einen Historiker: Die Vergangenheit ohne Zeitkontext zu beurteilen Das Buch ähnelt in seiner Machart vielen anderen aus der Feder Knopps, wobei ihm hier das Thema eigentlich zugute kommen sollte. Anders als bei seinen geschichtlichen Bertrachtungen z.B über die Deutschen Kolonien ergibt es hier Sinn mit Zeitzeugen zu arbeiten. Knopp versucht, was durchaus ein legitimes Anliegen ist, eine Art Psychogramm Stauffenbergs zu erstellen. Dies kann aber nur gelingen, wenn man die handelnde Personen in den richtigen zeitlichen Kontext einordnen kann und nicht im Lichte unserer Generation und Umstände betrachtet. Doch genau das tut Knopp: Aus heutiger Sicht erscheint vieles von dem, was Denken und Handeln Stauffenbergs bestimmt haben mag, nicht nachvollziehbar, zumal die Person Stauffenberg, das blieb auch Guido Knopp nicht verborgen, ein äußerst komplexer und vielschichtiger Charakter gewesen sein muss. Diesen zu erfassen gelingt Gudio Knopp nur unzureichend. Er blendet prägenden Zeitgeist weitgehend aus und beurteilt Stauffenberg aus seiner heutigen, eindimensionalen Sicht. Die Motive verschwimmen und anstatt die angeführten Zeitzeugen zu den wichtigen Dingen zu befragen, dienen sie mehr als Statisten, die das Leben Stauffenbergs skandalreich illustrieren sollen. Für den Geschichtsneuling, auch den Konservativen, mag Stauffenberg. Die wahre Geschichte allerhöchstens ein Einstig sein, um sich etwas mit der Materie auseinander zu setzen. Für den Kenner aber, der die versprochenen neuen Erkenntnisse sucht, ist das Buch vollständig ungenügend. Man muss es als das verstehen was es ist: Eine Betrachtung der Ereignisse unter dem Brennglas des heutigen Zeitgeistes. Und es ist klar, dass Stauffenberg in diesem Lichte nicht betrachtet werden kann. Denn dass er nach Hitlers Tod keine bunte Republik wollte, ist ja bekannt. Guido Knopp: Stauffenberg. Die wahre Geschichte. Pendo-Verlag, 2008. 19,90 Euro. Anmerkung der Redaktion: Noch was zu sagen zu Knopp? Diese Reihe kann fortgesetzt werden. Die Redaktion freut sich über Beiträge an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. |