Preußen wurde 1947 offiziell vom Alliierten Kontrollrat aufgelöst und verschwand damit von der Landkarte. Doch was machte Preußen, das preußische Ethos – die preußische Idee – eigentlich aus? War es tatsächlich „die Wurzel allen Übels“, wie Churchill einst erklärte? Preußen ist die außergewöhnliche Geschichte eines Staates, der den kometenhaften Aufstieg von einer unbedeutenden Provinz zur deutschen und schließlich europäischen Großmacht vollbrachte.
Der Glaube versetzt Berge, heißt es. Dieses allegorische Diktum wird bei Martin Walser in seiner im Februar 2010 veröffentlichten Novelle Mein Jenseits wörtlich genommen. Denn dem Ich-Erzähler dieser anti-vernünftigen Erzählung, Augustin Feinlein, bleibt nach unzähligen Niederlagen im Leben nichts anderes mehr übrig, als zu glauben. Und wird dabei zum leidenschaftlich irrationalen Virtuosen: „Glauben heißt, Berge besteigen, die es nicht gibt.“
SCHALL UND WAHN ist ein komisch verkopftes Werk. Das neunte Album der Band Tocotronic ist opulent, bombastisch, überdreht und wird allgemein als große Kunst gefeiert. Es erscheint wie die Karikatur eines gewollten Opus Magnum, das aber im Schwulst versandet. Noch nie sang Dirk von Lowtzow weicher und affektierter, noch nie klangen Tocotronic so gewollt intellektuell. Dennoch landete es auf Platz eins der deutschen Charts. Ein Novum in der 17-jährigen Bandgeschichte.
Edgar Julius Jung – der „einsame Wolf“ unter den intellektuellen Kämpfern der Konservativen Revolution. Nie ließ er sich von einem der zahlreichen elitären Zirkel, in denen Männer wie Arthur Moeller van den Bruck ihre Pläne schmiedeten, vereinnahmen. Auch dann, wenn er geistige Verwandtschaften erahnte, überwog doch seine Angst, zuviel von seinen eigenen Idealen und Visionen dreingeben zu müssen. So nahm Jung stets „zwischen den Stühlen“ Platz, und dieser Wesenszug macht sein literarisches und politisches Wirken bis heute schwer verständlich.
Die Bürgerbewegung pro NRW hat für Ende März ein islamkritisches Wochenende angekündigt. Höhepunkt soll der Sternmarsch auf die Moschee in Duisburg-Marxloh sein. BlaueNarzisse.de sprach mit Markus Beisicht, Vorsitzender von pro NRW. Der Rechtsanwalt ist seit über 25 Jahren politisch aktiv. Unter anderem war er schon CDU- und REP-Mitglied. Zu den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010 tritt er als Spitzenkandidat an.
Gestern protestierten vor der DITIB-Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh etwa 30 türkische Frauen für den Erhalt ihrer Deutschkurse und gegen die Entlassung der Dialogbeauftragten und der Bildungsreferentin. Die Geschäftsführerin der betroffenen Bildungs- und Begegnungsstätte Duisburg-Marxloh, Zülfie Kaykin, verteidigte gegenüber BlaueNarzisse.de den Personalabbau: „Die Stellenkürzung hat rein finanzielle Gründe.“
Vor etwas über einem Jahr, am 3. März 2009, hat der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, die Drogenstatistik für das Jahr 2008 veröffentlicht. Zusammen mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, stellten beide fest, dass es bundesweit 3,9 Prozent mehr Tote aufgrund von Drogenkonsum bzw. den Folgen davon gab. Fast 1500 Personen starben und diese Entwicklung konnte sich bis dato keiner erklären. Doch auch der Drogen- und Suchtbericht von 2009 zeigt keine Besserung, ganz im Gegenteil: Starker Alkoholkonsum und Rauchen ist besonders auffällig und am meisten verbreitet. Circa 9,5 Millionen Bundesbürger tranken im letzten Jahr zu viel Alkohol, ein Zehntel von diesen gilt als abhängig.
Als Vicky Leandros Mitte der 70er Jahre „Theo, wir fahren nach Lodz“ sang, wussten viele mit dem Namen Lodz nichts anzufangen: Eine Radiomoderatorin hielt Lodz für einen Scherzartikel und die Bürger des Ortes Lustadt dachten, ihre Heimat (im regionalen Dialekt Lodsch gesprochen) wäre zu einer höheren Ehre gekommen. Und auch heute wissen viele mit der Stadt „außer, dass es da mal ein Lied drüber gab“ nichts anzufangen. Das war noch vor 150 oder 100 Jahren ganz anders.
Thor Kunkels neues Werk „Schaumschwester“ erscheint diesen Monat bei Matthes & Seitz. Der Autor wagt in seinem fünften Roman einen Blick in die Zukunft. Dabei geht es um Sexpuppen und das Ende menschlicher Fortpflanzung. Kunkel ist vor allem durch den Roman „Endstufe“ über die Pornoindustrie im Dritten Reich bekannt geworden. Im Rahmen der Leipziger Buchmesse (Messe-Allee 1)liest er am 18. März um16 Uhr im Forum Halle 3, Stand E405.