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Geschrieben von: Johannes Maximilian
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Donnerstag, den 03. Dezember 2009 um 18:10 Uhr |
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Gestern Abend gegen 19 Uhr ließ der Uni-Präsident der Johann-Wolfgang Goethe Uni, Werner Müller-Esterl, in Frankfurt das im Rahmen des Bildungsstreiks besetzte Casino-Gebäude durch die Polizei räumen. Grund dafür war nach eigener Angabe der zunehmende Vandalismus der Protestierenden, dessen Kosten sich nach Angaben des Präsidenten der Hochschule auf einen sechsstelligen Betrag belaufen.
Einig scheinen sich die Studenten- und Hochschulvertreter darin zu sein, daß diese Form des Vandalismus nicht hinnehmbar ist und auch Müller-Esterl räumt ein, dass die Schäden weniger durch Studenten als durch „reisende Chaoten“ entstanden sind. „Wir konnten dieses Verhalten nur als eine gezielte Provokation verstehen“, erklärt Müller-Esterl. Aufgrund der „reisenden Chaoten“ also ließ der Universitätspräsident gestern Abend die 300 Besetzer von der Polizei zum Teil gewaltsam aus dem Casino-Gebäude entfernen. Uneins sind sich Unileitung und Streikende nun in der Frage der Verhältnismäßigkeit und Durchführung der Räumung des Casinos durch die Polizei. Während die Verantwortlichen des Bildungsstreiks von einer „brutalen Räumung“ sprechen, streiten Müller-Esterl und Martin Heinrich, Leiter der Einsatzkräfte, jegliche unangemessene Härte ab. Auf den Internetseiten der Streikinitiatoren liest sich dies deutlich dramatischer: Man spricht von „Tritten und Schlägen“, Gewalt und sexistischen Übergriffen seitens der Polizei. Die Betroffenen werden aufgerufen sich zu melden. Auch vereinzelte Studenten sprechen von Verfolgung und Einkesselung durch die Polizei nach Verlassen des Campusgeländes, für das den Besetzern ein Platzverweis erteilt wurde. Zudem wollen Augenzeugen gesehen haben, wie die Polizisten nach der Räumung ihren Hunden demonstrativ die Maulkörbe abgenommen haben. Die regionale Presse stützt sich in ihrer Berichterstattung hingegen meist auf die eher unspektakuläre, von der Hochschule vertretene Sichtweise. Zur Stunde findet eine Demonstration gegen die Räumung des Casinos statt. Die kommenden Tage werden zeigen, ob und inwiefern die Räumung brutal vonstatten ging und ob die mangelnde Kommunikation zwischen Hochschulleitung und Studentenvertretung zu weiteren Eskalationen führt.
Bild: Goethe-Uni via flickr |