| Erlebnisbericht: Zum ersten Mal bei der Neuen Rechten |
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| Geschrieben von: Gerhard Lippert |
| Sonntag, den 29. Juni 2008 um 02:00 Uhr |
Es musste ein besonderer Tag werden, als um halb sechs der Wecker klingelte und für mich die Reise zum Frankfurter Kolleg des Instituts für Staatspolitik anstand. Ich stand mit dem Gefühl auf, zumindest räumlich einmal in den Kreis derer zu gelangen, deren Tun und Wirken mir bislang aus dem Netz oder aus Büchern bekannt war, die ich bewunderte, die ich aber bislang niemals zu Gesicht bekam.
Die Ankunft am Veranstaltungsort hatte durchaus etwas Abenteuerliches: Viele Polizisten waren angerückt, um das Gelände abzusperren und uns vor tätlichen Angriffen der Antifa zu schützen, die sich groß angekündigt hatte, letztlich aber mit vier Demonstranten nur ein Schattenbild ihrer selbst abgab. Klare Entscheidung: endlich einmal persönlich kommen. Sollte ich nun wirklich zu den „Anrüchigen“ gehören, die von aller Welt verachtet und von der Staatsgewalt nur geduldet werden? Aber ich wusste ja zu genau, warum ich den weiten Weg auf mich genommen hatte: es war kein Zufall, sondern eine klare Entscheidung, die ich mit Verstand und Herz traf. Zu lang habe ich mich mit schwatzenden Leuten beschäftigt, zu sehr habe ich meine eigenen Gedanken, Gefühle, Wertungen mit ihnen geteilt und sie mal mehr, mal weniger, aber im Großen und Ganzen emphatisch bejaht. Kaum trete ich in das Gebäude ein, da erscheint in all dem Trubel plötzlich Götz Kubitschek vor meinen Augen und reicht mir die Hand. Ausgerechnet Kubitschek! Jener tatkräftige Mann, der vor allem als Initiator der Konservativ-Subversiven Aktion (KSA) meine größte Bewunderung genießt. Es war wie ein Ritterschlag, und fortan konnte ich mich wirklich als einer „von ihnen“ fühlen. Gesprächig, aber nicht geschwätzig. Ich war sehr interessiert am Publikum, das sich einfinden sollte, um dieser Veranstaltung beizuwohnen. Was waren das für Leute? Es waren Menschen jeder Altersgruppe vertreten: gebildet, aber nicht eingebildet, gesprächig, aber nicht geschwätzig, alles in allem Menschen mit Herz und Verstand – eine angenehme Atmosphäre. Sollte ich etwas anderes erwartet haben? Das Institut für Staatspolitik richtet sich ja an Leute wie mich, die etwas Intellektuelles fordern und nicht bloß den Umsturz, etwas Seriöses und nicht bloß Polemisches. Deshalb war ich eigentlich nicht überrascht, auch wenn die Rechte von den Mächtigen allzu oft profaniert wird und keiner von uns abstreiten kann, dass dies keine Spuren irgendwo im Kopf hinterlassen würde. Das Kolleg begann mit einer feinfühligen, sehr subjektiven und philosophisch geprägten Analyse des Zeitgeistes von Frank Lisson, der ganz sicher den Nerv vieler Konservativer getroffen hat, an wenigen Stellen aber etwas Unbehagen Weg mit der Lethargie! Wer kann ihm hier nicht zustimmen? Lang genug hat die konservative Rechte auf sich einprügeln lassen, musste sich verstecken oder hat sich schlimmstenfalls mit dem System arrangiert. Lang genug war auch ich persönlich in einer für uns typischen politischen Lethargie verhaftet, vor allem mangels Alternativen. Politik ist widerlich, gewiss. Aber das Institut für Staatspolitik bietet etwas anderes, bietet Meta-Politik, und kann dem konservativen Dasein vielleicht einen neuen Sinn verleihen. Ich wünsche mir, daß irgendwann eine Bewegung entsteht, die auf der Denkarbeit von Kubitschek und Weißmann sowie dem, was dieses Onlineportal schon alles auf die Beine gestellt hat, aufbaut. Unser Land, unsere Kultur hätten es nötiger denn je. Für mich war dieser Samstag jedenfalls ein gelungener Tag und ich kann jedem empfehlen, der noch mit sich ringt: Macht mit, kommt aus eurer Passivität heraus, vielleicht findet ihr eine neue Heimat! |