|
Es ist zweifellos ein historisches Ereignis. Barack Hussein Obama, Sohn einer weißen Amerikanerin und eines farbigen Kenianers, wird der erste dunkelhäutige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der mit einer deutlichen Mehrheit gewählte neue Staatschef weckt Hoffnungen nach positiven Veränderungen in den USA und auch in Europa. Während man auf hierzulande insbesondere nach der Bush-Ära grundsätzlich skeptisch und stellenweise auch beleidigend gegenüber allem amerikanischen war, hegt man nun Hoffnungen auf ein besseres Amerika.
Time for change?
Die Zeit zur Veränderung ist nötig, denn Obama tritt kein leichtes politisches Erbe an. Die Auslandseinsätze im Irak und Afghanistan, eine Wirtschaft, die nach der Bankenkrise noch Zeit benötigt, bis sie sich wieder vollständig erholen kann, dürften die schwierigsten seiner Aufgaben sein. Viel Arbeit für den noch jungen neuen Präsidenten und im Wahlkampf reichte es nicht zu viel mehr als Populismus. Er sei Gegner der Auslandseinsätze und setze sich für die Reformierung des Gesundheitssystems und nach der Bankenkrise für die wirtschaftlichen Belange der Mittel- und Unterschicht ein. In diesem Zusammenhang hört man oft das Ziel eines starken Staates, was dazu führte, dass er von Teilen der Republikaner als Sozialist bezeichnet wird. Wen wundert es da, dass ein von Multi-Kulti besessenes, linkes Europa erfreut ist.
Wie sehen die Veränderungen wirklich aus?
Obama wird sich darüber bewusst sein, dass er gerade in der momentanen wirtschaftlichen Lage nicht dazu im Stande ist, die sozialen Forderungen in seinem Land durchzusetzen, was seine realpolitischen Maßnahmen aus heutiger Sicht kaum erahnen lässt. Doch selbst wenn wir uns die populistischen Forderungen betrachten, stellen wir bereits in ihrer Art eine Veränderung fest: Sie sind nicht amerikanisch. Wo ist der Gedanke des amerikanischen Traums, der einem Tellerwäscher ermöglicht Millionär zu werden und nach dem jeder Mensch „grenzenlose“ Freiheit genießen könne. Die Amerikaner werden dafür bewundert, dass sie selbst in schlechten Zeiten optimistisch sind und versuchen, das gute in allem zu sehen. Obama steht in gewisser Weise auch dafür, diese Mentalität zu verändern.
Wird er dennoch die Probleme lösen?
Neben einer fehlenden echten politischen Linie ist Obama recht unerfahren und besitzt eine zweifelhafte Vergangenheit. In einer jetzt euphorischen Gesellschaft sollte man eine gesunde Skepsis an der Kompetenz Obamas behalten, denn vielleicht stellt man in Zukunft doch fest: „No, he can’t!“ |