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Geschrieben von: Felix Menzel
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Dienstag, den 27. Januar 2009 um 02:00 Uhr |
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Die Integration der fast drei Millionen türkischstämmigen Menschen in Deutschland ist trotz der Bemühungen der Politik in den letzten Jahren nicht weit vorangekommen. Zu diesem Ergebnis kommt die am 26. Januar 2008 vorgestellte Studie „Ungenutzte Potentiale. Zur Lage der Integration in Deutschland“ des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Die Lebensbedingungen von allen untersuchten Herkunftsgruppen weichen noch deutlich von denen der Einheimischen ab. Integration sei bisher „nirgendwo in Deutschland wirklich zufriedenstellend“ verlaufen. Das Autorenkollektiv um Reiner Klingholz möchte deshalb Schulen zu Integrationszentren ausbauen lassen.
Vergleichsweise gute Integrationswerte können die knapp vier Millionen Aussiedler aus dem ehemaligen Ostblock aufweisen. Zurückzuführen sei dies auf ihre gute Bildung und die daraus resultierenden Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Spätaussiedler würden sich zudem „aktiv um die Integration in der Gesellschaft bemühen“, so die Autoren.
Auch die Kinder der Einwanderer sind noch ein gutes Stück weg von normalen deutschen Lebensverhältnissen.
Weniger assimiliert, schlechter gebildet und häufiger arbeitslos hingegen sind die Einwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien, Afrika und der Türkei. Auch bei den bereits in Deutschland geborenen Kindern dieser Gruppen bestünden noch erhebliche Mängel in Bezug auf ihre kulturelle und soziale Anpassung. Das schlechteste Zeugnis stellt das Berlin-Institut dabei den Türkischstämmigen aus. Die jüngere – komplett in Deutschland aufgewachsene – Generation lasse „wenig Bildungsmotivation erkennen“ und habe daher auf dem Arbeitsmarkt nur schlechte Chancen.
Um den Ursachen der Integrationsmängel auf die Schliche zu kommen, fragte die Studie auch nach regionalen Unterschieden in Deutschland. Hessen und Hamburg erreichten dabei relativ gute Integrationswerte. Die Kriminalstatistiken der letzten Jahre lassen dieses Ergebnis jedoch fragwürdig erscheinen, da Frankfurt/Main und Hamburg zu den Städten mit den meisten Gewalttaten von Ausländern zählen.
Schulen zu Ganztagsintegrationszentren ausbauen
Für die Beantwortung der Frage, wie man die Integration verbessern könne, bietet das Berlin-Institut schließlich einige „Erfolgsrezepte“ an und ruft die Mehrheitsgesellschaft dazu auf, „offener auf die Migranten zuzugehen, um deren Potenziale für die Gesellschaft besser zu nutzen.“ Als ganz konkrete Verbesserung schlagen die vier Autoren – Franziska Woellert, Steffen Kröhnert, Lilli Sippel und Reiner Klingholz – schließlich vor, Schulen zu „ganztägig offenen Integrationszentren“ auszubauen, „in denen neben dem Unterricht Projektarbeit stattfindet, Weiterbildung und Beratung für die Eltern angeboten wird und Integrationsbeauftragte gesellschaftliche Defizite aufdecken.“ An diesen Schulen solle die Lehrerschaft „genauso bunt sein wie die Schülerschaft“.
Sowohl hinsichtlich der kulturellen Unterschiede als auch der notwendigen finanziellen Anstrengungen dürften diese Pläne allerdings nie und nimmer realisierbar sein und muten geradezu weltfremd an, denn bekanntlich geht es nicht um die Assimilation von ein paar Hundertschaften. Deutschland ist vielmehr mit rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund das größte Einwanderungsland Europas. |