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JU Bremen verabschiedet konservatives Grundsatzprogramm PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Johann Schacht   
Montag, den 16. Februar 2009 um 01:00 Uhr
JUAm 6. Februar 2009 war es so weit: Der Landesverband Bremen der CDU-Nachwuchsorganisation, Junge Union, beschloß das erste Grundsatzprogramm seiner Geschichte. Und an markigen Worten darin herrscht wahrlich kein Mangel. So heißt es bereits in der Präambel, die wohl als Appetitanreger gedacht ist: „Unsere geistige Herkunft beruht auf der christlichen Soziallehre, dem Humanismus, den konservativen Grundüberzeugungen und der Liebe zum deutschen Vaterland.“ Und so verwundert es nicht, obschon eine angenehme Überraschung nicht geleugnet werden kann, daß ein positiver Bezug zu heute umstrittenen Personen wie Stauffenberg oder dem jüngst in Ungnade gefallenen Papst Benedikt XVI. hergestellt wird. Denn, so lehrt das Programm, „die Geschichte Deutschlands (ist) auch von großen Persönlichkeiten geprägt.“

Positiver Bezug zu Stauffenberg und dem PapstWeiterhin wird die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems, die Wahrung der Institutionen Ehe und Familie bekräftigt, sowie ein Nationalstolz gefordert, der „ein Grundelixier für ein Wir-Gefühl dieser Gesellschaft (ist), die keinen ausschließen soll und sich selber nicht anderen Nationen überhöhen sollte.“ Zudem bekennt man sich zur sozialen Marktwirtschaft im Sinne des hanseatischen „ehrbaren Kaufmannes“.

Auch beim Thema politischer Extremismus gibt das Programm Grund zur Hoffnung, wird doch hier in der Skizzierung der Gefahrenlage endlich einmal differenziert. So heißt es, man wolle „den demokratischen Verfassungsstaat vor dem politischen Islamismus, sowie Rechts- und Linksextremismus gleichermaßen schützen.“ Und an späterer Stelle wagt man sich sogar vor, Links- und Rechtsextremismus als zwei Seiten einer Medaille darzustellen. Welche damit genau gemeint ist, bleibt die Junge Union hier leider schuldig.

Schuluniform und obligatorischer, christlicher Religionsunterricht

Neben der Beackerung klassisch „rechter“ Themenfeld finden sich aber in dem Programm auch einige Kuriositäten. So wird etwa gefordert, den Sportunterricht um eine diffuse Ernährungslehre zu erweitern und ab Klasse fünf eine einheitliche Schulkleidung zu tragen. Dazu kommt, bestimmt kein der Sache dienlicher, obligatorischer Religionsunterricht mit Schwerpunkt Christentum, der „aber ebenfalls alle anderen Weltreligionen ohne Wertung thematisiert.“ Was dieser Zwangscharakter mit der vielenorts unterstrichenen menschlichen Freiheit zu tun hat, erschließt sich nicht.

Mit dem Grundsatzprogramm positioniert sich der Jugendverband in offener Gegnerschaft zur großen Mutterpartei und insbesondere zu Angela Merkel, die sich ihrerseits im Programm von Hannover als die, wie auch immer geartete, Mitte definiert. Bleibt nur noch abzuwarten, ob diese Rückwärtsrolle überall mit dem gleichen jugendlichen Enthusiasmus gesehen wird. Ein Gespräch mit der Blauen Narzisse lehnte jedenfalls der Landesvorsitzende Denis Ugurcu nach Rücksprache mit seinem Bundesverband ab.

 
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