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Geschrieben von: Felix Menzel
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Freitag, den 20. Februar 2009 um 01:00 Uhr |
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Da kommt er also, der oberste Parteisoldat der taumelnden Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Wahrscheinlich hatte Franz Müntefering für diesen Freitagnachmittag mit seinen geliebten Facharbeitern den Deal ausgemacht, daß sie – die Angestellten der gastgebenden Union Werkzeugmaschinen GmbH aus Chemnitz – brav die Publikumsreihen füllen und seinem Geschwafel zuhören und dafür im Gegenzug nicht so lange arbeiten müssen. Viel mehr als ein paar Genossen von der Basis und den Arbeitern sind jedenfalls nicht gekommen, um zu erfahren, was „Münte“ so alles im „Neuen Jahrzehnt“ anstellen will. Dabei hatte der Vorsitzende der SPD durchaus etwas mitzuteilen. Zum Beispiel Weisheiten wie: „Demokratie hat kein Schaukelstuhl.“
Münte wollte mit dieser Weisheit wohl ausdrücken, daß sich die Demokraten niemals in ihrem Sesselchen ausruhen dürften und es des bürgerlichen Engagements bedürfe, um lebendige Politik betreiben zu können. „Demokratie kann nur funktionieren, wenn da irgendwo Leute sind, die da mitmachen“, drückte er sich an anderer Stelle etwas genauer aus.
Heuschrecken, perverse Einlagen und braune Soße
So – manchmal etwas intelligenter, über weite Strecken jedoch deutlich weniger intelligent – ging es nicht zu Ende gehen wollende eineinhalb Stunden und Müntefering, sein schmieriger Berliner Pressesprecher und die Chemnitzer SPD- Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (BabaLu) schüttelten in Ruhe populistische Halbweisheiten aus dem Ärmel. Der oberste SPD-Parteisoldat wetterte gegen die „Heuschrecken“, die „perversen Einlagen“, die „Verharmlosungssülze“ der Finanzkrise und auch die Kameraden vom anderen politischen Ufer bekamen ihr Fett weg: „Die braune Soße darf nie wieder eine Chance haben.“
Toller Bürgerdialog
Die über 30 Veranstaltungen umfassende Reihe „Das Neue Jahrzehnt“ soll nach SPD-Angaben, die Spitzenpolitiker mit den Bürgern ins Gespräch bringen. Davon war in Chemnitz nichts zu spüren. Um unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen, führte man den Bürgerdialog lieber ohne Dialog mit den Bürgern durch.
Wenigstens gab es nach dem Gelaber von Münte und BabaLu leckere Würstchen. Da durften dann auch die Zuhörer an der Demokratie teilnehmen. |