Startseite Aktuelles „Mit Obamas Wahl ist Opferkult nun die dominante kulturelle Kraft in den USA.“

Alternative Flash-Inhalte

Sie müssen aktualisieren sie ihren Flash Player

Get Adobe Flash player

„Mit Obamas Wahl ist Opferkult nun die dominante kulturelle Kraft in den USA.“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Freitag, den 10. April 2009 um 01:00 Uhr

Thomas F. BertonneauThomas F. Bertonneau unterrichtet Englisch an einer New Yorker Universität. BlaueNarzisse.de sprach mit dem konservativen Literaturwissenschaftler über die Wahl Barack Obamas zum neuen US-Präsidenten, die Bedeutung klassischer Literatur und Geschichtsphilosophie. Dabei betont Bertonneau immer wieder die latente Instabilität der westlichen Welt: „Die zivilisierte Ordnung ist zerbrechlich, die elektronisch fundierte „Daten-Gesellschaft“ vielleicht sogar noch stärker als ihr industrieller Vorgänger.“

Blaue Narzisse: Herr Bertonneau, die Wahl Barack Obamas hat das Gesicht der USA verändert. Zum Guten oder Schlechten?

Prof. Dr. Thomas F. Bertonneau: Um genau zu sein, hat die Wahl Obamas, zusammen mit der neuen Übermacht seiner Partei in Repräsentantenhaus und Senat, den Charakter der Bundesregierung verändert. Die vorherige Regierung, die Administration von Bush II., war mangelhaft in vielerlei Hinsicht. Aus meiner Perspektive, die man konservativ nennen könnte, ist es nur schwer zu verstehen, warum die amerikanische Linke und die meisten Mitglieder der Demokraten George W. Bush so sehr hassten, weil kaum ein Punkt auf der Liste von Regierungswachstum und Sozialismus von Bush vernachlässigt wurde. Er tat mit Sicherheit nichts, aber auch wirklich gar nichts, um den Regierungsapparat zu verkleinern, was auf der Prioritätenskala eines Konservativen an der Spitze steht.

Jedoch verkörpert die Obama-Regierung etwas anderes. Ihre Hingabe an den Staat, vulgo: an sich selbst und die Verbreitung einer kollektivistisch-etatistischen Ideologie, ist um einiges stärker als unter dem ehemals republikanischen Regime. Obama ist zunächst ein Ideologe. Angesichts seiner Kontakte zu dem Pfarrer Wright, Bill Ayres sowie zahlreichen weiteren Dunkelgestalten ist er ein eingefleischter Ideologe, der sich frömmelnd Opferkult, Egalitarismus, Umverteilung, wenn nicht sogar Vernichtung von Wohlstand verschrieben hat. In Obamas Kielwasser schwimmen ebenfalls Ideologen, von seinem Stabschef bis zu seinem Gesundheitsminister. Diese Menschen betrachten sich selbst als zutiefst moralisch, so sehr, daß sie ihre eigenen „Kavaliersdelikte“ (einige sind Steuersünder) als Versehen, Flüchtigkeitsfehler oder sonst wie unbedeutend abschreiben.

Obamas Bergfeste in beiden Kammern sind eingefleischte Linke, von denen ich annehme, daß sie die meisten der ideologischen Vorstellungen ihres Präsidenten teilen. Des Weiteren darf nicht unter den Tisch fallen, daß Obama und seine Entourage kein Interesse an der Beachtung von Verfassungsprinzipien zeigen. Bush tat das zwar auch nicht, aber seine Missachtung war eher beiläufig und zusammenhanglos, während es bei der neuen Regierung kalkuliert, vorsätzlich und programmatisch scheint.

Natürlich hat Obama recht, wenn er sagt, „wir haben gewonnen“. Er will damit ausdrücken, daß er persönlich mehr Stimmen erhalten hat als sein Gegenkandidat, Senator McCain, und daß diese Mehrheit ihn dazu berechtigt, die anderen 48 Prozent der Wähler zu ignorieren. Im Grunde kürten die links-liberalen, demokratischen Mehrheiten aus New York und Kalifornien ihn zum Präsidenten. Die Nation selbst bleibt dabei in ihrer politischen Präferenz eher gleichmäßig gespalten. Also hat sich „das Gesicht der USA“ verändert? Vielleicht. Während das Wählervolk schon zuvor Demokraten wie z.B. Jimmy Carter oder Bill Clinton (diesen sogar zweimal) ins Amt gehieft hatte, wurde bis dato niemand mit Obamas Radikalismus gewählt. Ich sehe Obamas Wahl als ein Signal, daß Opferkult bzw. Opferstatus nun die dominante kulturelle Kraft in den USA ist.

In einem jüngeren Artikel schrieben Sie, daß es um uns heute schlechter bestellt sei, als um die Römer am Anfang des 6. Jahrhunderts. Ist diese Gleichsetzung nicht stark übertrieben? 

Es gibt vielleicht ein Stück rhetorischen Schnörkel in dieser Aussage. Der Kontext dieser Bemerkung war eine Diskussion von zwei aktuellen Theorien zur Auflösung des römischen Verwaltungsapparates und der bürgerlichen Gesellschaft im Westteil des sechsten Jahrhunderts. Peter Heather argumentiert in „The Fall of the Roman Empire“, daß Zuwanderung von unassimilierbaren Völkern, den Goten, der Hauptgrund für den Zerfall des Westreiches war. James O'Donnell behauptet dagegen in „The Ruins of the Roman Empire“, daß die Einwanderungstheorie unzureichend sei. Tatsächlich seien die Goten zu dem Zeitpunkt bereits seit über 200 Jahren vollständig romanisiert gewesen, weshalb ihre Anführer wie Odoaker und Theoderich die lateinische Welt von Grund auf verstanden, schätzten und ihre politische Einheit und Stabilität zu gewährleisten dachten. O'Donnell zufolge hätten vielmehr Justitians Kriege zur Wiedervereinigung Europas die Überbleibsel der politischen und gesellschaftlichen Ordnung zerstört.

Ich schrieb, daß O'Donnell mich in diesem Punkt überzeugt: Immigration war tatsächlich kein der Auflösung des Westreichs zuträglicher Faktor, sondern als treibende Kraft ist hier Justitians Ideologie einer Wiedervereinigung von Ost und West auf Basis von Zwang auszumachen. Übrigens spielt seine orthodoxe und bigotte Auslegung des Christentums eine gewichtige Rolle in der Rechtfertigung seiner Kriege. Es war eine puritanische Form des Glaubens. Justitians Kriege ähnelten in ihrem Charakter dem Jihad.

In meinem Essay machte ich außerdem darauf aufmerksam, daß, so wie die funktionstüchtigen Provinzen des Ex-Reiches, die heutigen europäischen Nationalstaaten und die souveränen Mitgliedsstaaten der USA von überzeugten Zentristen drangsaliert und gierig besteuert werden, worin diese Justitian in nichts nachstehen. Neben  aufgeblähten und machtversessenen Regierungen stehen die westlichen Nationen, anders als Italien und Iberien, aber auch einem beispiellosen Zustrom fremder Völker gegenüber, die, im Gegensatz zu früheren Einwanderern, stark zu Integrationsverweigerung neigen und deren diesbezüglicher Hang aggressiv von den Manipulatoren unserer aktuellen Opferpolitik gefördert wird. Die Italiener hatten 520 sozusagen ein Problem: Justitian. Wir haben mindestens zwei.

Ein weiteres Problem ist unsere Anmaßung. Wir sehen unsere Gesellschaft als selbstverständlich unverletzlich und ewig während, was aber keine Gesellschaft jemals ist. Wir sind über unseren Zustand getäuscht, weil wir schlecht gebildet sind und uns in der Geschichte nicht auskennen. Die Zivilisation hat bereits mehr als einmal aufgehört zu existieren, und es gibt keinerlei Grundlage für die Annahme, hier immun zu sein. Vor 3000 Jahren existierte entlang der ostmediteranen Küste ein Netzwerk von gebildeten, zivilisierten und kaufmännischen Gesellschaften, zwischen denen ein reger Informationsfluss stattfand. Außerdem gab es in Anatolien eine beeindruckende inländische Zivilisation, die Hethiter. In einem erstaunlich kurzen Zeitfenster, eventuell nicht mehr als 50 Jahren, wurde jede einzelne dieser Kulturen dem Erdboden gleichgemacht, und zwar so gründlich, daß, abgesehen von ein Paar Mythen und Legenden, sich bis zur Entstehung der modernen Archäologie im späten 19. Jahrhundert niemand an sie erinnern konnte.

In Griechenland dauerte die Wiederherstellung einer zivilisierten Ordnung 400 Jahre. Jeder Interessent kann das in Manuel Robbins „Collapse of the Bronze Age“, Leonard Palmers „Mycenaens and Minoans“ oder Robert Drews „End of the Bronze Age“ nachlesen. Nach den justitianischen Kriegen kam es auch überall in Westeuropa zu drastischen Veränderungen, wie dem Verlassen von Städten, einem Verfall der Infrastruktur, der fast vollständigen Tilgung aller Bildung und einem merklichen Rückgang in der Bevölkerung. Die zivilisierte Ordnung ist zerbrechlich, die elektronisch fundierte „Daten-Gesellschaft“ vielleicht sogar noch stärker als ihr industrieller Vorgänger.

Ein roter Faden in Ihrem Werk ist eine ätzende Kritik an der generellen Vernachlässigung von klassischer Literatur, was Sie als „post-literarische Phase“ des Westens bezeichnen. Warum sind die alten Denker so wichtig?

Ich würde nicht nur von klassischer Literatur sprechen, sondern von Literatur an sich, die moderne ideologische Gangart gerne durch Propagandaerzählungen und Traktate ersetzen möchte und bereits ersetzt hat. Dieses zentrale Sujet ist auch ein Thema, das schwer zu diskutieren ist. Bildung ist etwas sehr Spezifisches, das die Menschen ohne Überprüfung als gegeben ansehen. Mit einer aus der Kybernetik entlehnten Metapher könnte man sagen, daß Bildung das Betriebssystem bereitstellt. Die Menschen sind sich der Anwendungen bewußt, sie denken aber nie über das Betriebssystem nach. Die Spezialisten, die Bildung untersuchen – und ebenfalls den entscheidenden Unterschied im Denken von Ungebildeten und Gebildeten – stimmen mehr oder weniger darin überein, daß Bildung im Allgemeinen sowie alphabetische Kenntnisse im Genauen Techniken mit einer profunden Auswirkung auf den Benutzer sind. Fast jeder Bestandteil des „mentalen Hintergrundes“ im zivilisierten Lebens steht in Verbindung zum, oder ist direktes Derivat von auf Bildung beruhendem Denken. Denken wir hier z.B. an abstrakte Rechtsvorschriften.

Alles abstrakte Denken, jede Möglichkeit einer objektiven Diskussion kommt von der epochalen Trennung des Wissens von dem Wissenden – Naturwissenschaften, Philosophie, rationale Theologie und Politik, Kunst, Literatur und Geschichte. Das muß mir niemand glauben, aber Zweiflern möchte ich hier die Lektüre von Walter J. Ong und Eric Havelock ans Herz legen.

Was klassische Literatur betrifft, falls wir hiermit die griechische und lateinische meinen, dann finden wir uns im griechischen Beispiel in der Nähe zur intellektuellen Revolution, die Havelock und Ong und andere beschreiben. Bei dem griechischen Tragödiendichter Ayschilos können wir direkt das Rechtsverfahren sehen, welches aus der langjährigen Tradition der Vendetta hervorgeht und die Gepflogenheiten von Bildung voraussetzt. Homer, der Nadir westlicher Literatur, hat für Verhalten das Auge eines Anthropologen. Wenn ich „Die Odyssee“ im Unterricht behandele, dann lehre ich sie als fortgesetzte Studie menschlicher Ursächlichkeit. Homer hält Zeus im ersten Buch eine philosophisch erstaunliche Rede. Zeus sagt zu Athene, ich umschreibe: „Menschen machen immer uns Götter für ihre Leiden verantwortlich, jedoch sind sie in Wirklichkeit selbst Schöpfer ihres Glücks oder Unglücks.“

Unsere modernen militanten Atheisten machen für menschliches Elend immer die Religion verantwortlich, was nur eine Umschreibung göttlicher Schuld ist. Aber die Essenz Homers religiöser oder ethischer Ansichten ist, daß die Menschen ihr Schicksal von den Göttern unbehelligt lösen sollen und daß sie durch ihre Blindheit in Hinblick auf die menschliche Natur ins Stocken geraten. Diese Rede von Zeus erscheint mir als eine zutiefst wichtige, deren Echo ich in Platons Theologie und der der Bibel vorfinde. Die Befreiung von Religion kommt, paradoxerweise, aus der Religion selbst. Und einige Glaubensrichtungen, die rationalen wie die von Homers Zeus oder der Monotheismus eines Platons, sind anderen vorzuziehen.

Jenseits von Homer bieten Platons Dialoge ein tiefgründiges Nachdenken über menschliche Urzusammenhänge. So viele moderne Trugbilder sind bereits in Platons Werken durchstochen. Augustinus von Hippos „Confessiones“ ist, fast ein Millennium nach Homer erschienen, ein außerordentlich passendes Buch für den Zustand von moralischen Individuen in den politisch und gesellschaftlich korrupten Milieus der Moderne.

In Dostojewskis berühmtem Werk  „Der Großinquisitor” und Ray Bradburys „Fahrenheit 451” wird eine diktatorisch kontrollierte, jedoch nahezu sorglos scheinende Welt beschrieben. Ist diese Existenz einem Leben bestimmt von Unsicherheit, Leiden und Mutlosigkeit nicht vorzuziehen?

Zunächst kann nur ein unverfälschtes Subjekt Glücklichkeit genießen, und in den totalitären Schemata in Dostojewskis und Bradburys Fiktion, genauso wie in den tatsächlichen der Diktaturen des 20. Jahrhunderts, beginnt der Staat seine Tyrannei, indem er Individuen zur Aufgabe ihres Status' als Subjekt zwingt. Durch das Opfern dieser Position gibt das Individuum ebenfalls sein Gewissen und seine Freiheit auf. Ein Sklave kann ein Gewissen besitzen, aber der Sklavenhalter erlaubt seinem „Habe“ niemals dessen Ausübung. Ein Sklave besitzt per Definition keine Freiheit.

Weil aber Freiheit notwendig – nicht ausreichend, sondern notwendig – für Glückseligkeit ist, kann der Sklave nicht glückselig sein. Eine wenig bekannte, feinsinnige Wahrheit ist, daß nirgends die Chance auf Glückseligkeit besteht, wo nicht auch die Chance auf Unglückseligkeit besteht. Man kann sich eine allgemein berauschte und unter Drogen gesetzte Gesellschaft, wo jeder immer glücklich ist, vorstellen, aber diese würde an das passive Delirium von Homers Lotophagen oder den Sciene-Fiction-Film „Matrix“ erinnern.

Der einzige wirkliche Weg Glückseligkeit zu bewerten, liegt darin, sie im Herbst des Lebens zu bewerten, wenn man sinnvoll fragen kann: Habe ich Entscheidungen getroffen, die mein Wohlsein und das all derjenigen, die von mir abhängig oder mit mir in Freundschaft verbunden sind, vermehrt oder eher verkleinert haben? Und habe ich es vermieden, anderen Schaden zuzufügen oder sie auszunutzen? Bis zu diesem Punkt im Leben vertrauen alle ehrlichen Menschen ihrer Intuition und einer Art Glauben. Und niemand kann ohne Sünde sein.

Weil keine universelle Formel für Glückseligkeit existiert, ist Glauben absolut wesentlich für das Streben danach. Natürlich belebt die Linke heute alte Behauptung nach allumspannender Glücklichkeit in ihrem Utopie-Staat wieder, gleichzeitig wie dieselbe Linke ihre leninistischen Angriffe auf den Glauben zusätzlich befeuert. Das ist der gewöhnliche, törichte Widerspruch von radikalen Absichten.

Warum sollte dann die Versuchung des Großinquisitors so verlockend sein? Meiner Meinung nach spielt hier unser alter Freud Missgunst eine große Rolle. Was der Großinquisitor verspricht ist eine gewaltige und reuelose Einebnung, so daß gehässige Spannungen, die dem begehrlichen Vergleich des Ichs mit anderen entspringen, verschwinden, oder das zumindest versprechen. Er verheißt nicht wirklich die Vorkehrungen für Glückseligkeit, sondern die Abschaffung der Unglückseligkeit, die ihrer Ursprung in der realen, mit unseren Wünschen unvereinbaren Welt findet, und in der wir tagtäglich gezwungen sind, die für uns nicht immer schmeichelhaften Unterschiede zu beobachten, die sich aus dem freien Handeln von Individuen ergeben.

Oswald Spengler ist seit langer Zeit das Zentralgestirn in Ihrem Denken. Was macht seine Philosophie so attraktiv?

Das erste Mal wurde ich in der High School mit „Der Untergang des Abendlandes” konfrontiert. Mein Englischlehrer war ein geborener Preuße, der, durch den Krieg verwaist, von einem amerikanischen Paar adoptiert und gemäß seiner Wurzeln erzogen wurde. Er verwies oft auf Spengler und hatte ein Talent dafür, Aspekte von dessen Denken für Jugendliche zugänglich zu machen. Natürlich verstand ich kaum ein Stück davon, aber meine Neugierde ließ nicht nach. James Blishs Tetralogie „Die fliegenden Städte” nahm fortwährend Bezug auf „Der Untergang“. Als ich Blish las, entzündete das mein Interesse von neuem. Später, als ich an meinem Doktortitel in vergleichender Literatur arbeitete, griff ich systematisch auf Spengler zurück. Oswald Spengler war kein Akademiker – selbst seine Kritiker werden das nicht leugnen, vielleicht eher sogar auf diesem einen Punkt bestehen. In dem Verhältnis als Außenseiter zu Universität und Wissenschaft begründet sich ein gutes Maß seiner Stärke. Wie Hegel verstand er, daß Bewußtsein einen historischen Aspekt besitzt und daß der höchste Grad an Gewahrsein nicht bloß individuell, sondern sozusagen archivalisch ist.

Um zu meiner Metapher aus der Kybernetik zurückzukehren, die Geschichte einer Kultur bietet die reale Basis für reifes, individuelles Bewußtsein im Kontext ihrer selbst. Also war für Spengler der vollendete westliche Mensch in Goethe, der sogar noch gebildeter als Spengler selbst war, zu finden. Goethe konnte die Verwurzelung seines eigenen Denkens in dem seiner Wegbereiter von Homer an erkennen, genauso wie er bereits die reife Blüte in einem Samen sah. Daher konnte Goethe sein eigenes Dasein in seinen Vorgänger verorten, die seinem Denken neues Leben einhauchten.

Heute hat Spenglers Theorie über den Lebenszyklus von, wie er sagt, „Hochkulturen“ seine Bekanntheit begründet. Viele Gebildete finden diese Idee anstößig, ohne genau sagen zu können wieso. Ich halte sie für plausibel, aber schätze diesen Denker im Wesentlichen aus anderen Motiven. Ich honoriere ihn wegen seiner gewaltigen Belesenheit und seiner außerordentlichen Fähigkeit, aus Kunst, Politik und Rhetorik den Zustand einer Gesellschaft abzulesen. Darüber hinaus schätze ich Spengler als Nachfolger von Nietzsche und Scheler in der Studie der Missgunst. Meiner Meinung nach ist er bei diesem Thema sogar ein bedeutenderer Denker als die beiden zuvor Genannten.

 
ANZEIGE

Aufgepasst!

Banner

Umfrage

Das größte Problem in Deutschland ist ...
 
Wie würdest du dich politisch selbst beschreiben?