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Kurze Zeit nach der Veröffentlichung des „Deutschen Fitnas“ der Bürgerbewegung Pro Köln kündigte der niederländische Rechtspopulist und Vorsitzender der in den Umfragen führenden Partij voor de Vrijheid (Partei für die Freiheit), Geert Wilders, nun den zweiten Teil des originalen „Fitna“ (arabisch für Versuchung oder Zwietracht) an. Entgegen des ersten Teils, welcher im Vorfeld für unglaubliche Proteste und Hinderungsversuche seitens des etablierten Politikbetriebes sorgte und eine Generalkritik am Islam als „faschistoide Religion“ darstellte, soll der Nachfolger nun die Folgen der fortschreitenden Islamisierung des Westens deutlich machen. Für den neuen Film, der wohl Anfang 2010 veröffentlicht wird, soll Wilders gar Hilfe aus Hollywood bekommen.
Diesmal sogar Unterstützung aus Hollywood Es sollen namhafte Unterstützer sein, „Leute (…), die schon Filme gemacht haben, die bei uns in den Kinos zu sehen waren“, so Wilders vollmundig gegenüber der Zeitung De Telegraaf. Er suche in den USA nach weiteren Geldgebern. Wilders, der den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ gleichsetzte und in populistischer Manier daraus schlussfolgerte, Muslime in den Niederlanden müssten die Hälfte des Koran herausreißen und wegwerfen bzw. das „faschistische Buch“ müsste komplett verboten werden, rechnet auch diesmal mit gewaltigem Medienecho und empörten Reaktionen von Muslimen weltweit: „Es wird darin nicht weniger gepfeffert zugehen, als im ersten Film.“ Schon der erste „Fitna“ sorgte für brennende niederländische Fahnen, wütende Proteste und Hass in islamischen Gemeinschaften, besonders auch in den europäischen Ländern selbst. Der 45-jährige Wilders dagegen zeigt Kämpfergeist: „Wir müssen zum Angriff übergehen und offensiv handeln.“ Sicherheitsdienste bescheinigen, dass die Gefahr islamistischer Anschläge in den Niederlanden durch die Veröffentlichung von „Fitna“ merklich gestiegen sei. Innenministerin Guusje ter Horst erklärte in diesem Zusammenhang, das dichtbesiedelte 16-Millionen-Ländchen sei „legitimes Angriffsziel“ muslimischer Extremisten. Es besteht weiterhin die zweihöchste Alarmstufe im kleinen Königreich. Berühmte niederländische Islamkritiker und Rechtspopulisten Die Niederlande sind für schillernde Islamkritiker und Rechtspopulisten bekannt – leider endeten viele aussichtsreiche Karrieren im vorzeitigen Tod. Zu erinnern ist an Pim Fortuyn oder an den Filmemacher Theo van Gogh. Doch ungeachtet dessen bereiste Wilders Israel und diverse amerikanische Staaten, um seinen 17-minütigen Kurzfilm vor geladenem Publikum vorzuführen. Für Aufsehen und Kritik sorgte ein Einreiseverbot der britischen Regierung gegenüber Wilders in diesem Jahr, als dieser der Einladung eines britischen Abgeordneten folgte. Im Übrigen läuft derzeit ein Verfahren gegen Wilders wegen Verdachts auf Volksverhetzung. Nicht nur die hohe Zustimmung für Wilders’ PVV oder die Ergebnisse repräsentativer Umfragewerte, wonach im Jahr 2008 56% der Niederländer der Auffassung waren, es sei der größte Fehler der Geschichte gewesen, so viele Muslime ins Land zu lassen, zeigen, dass die Problematik der Islamisierung und Überfremdung durchaus in den Köpfen der Massen präsent ist. Die Kritik an dieser (Fehl-)Entwicklung setzt jedoch ein eigenes Fundament, eine eigene Weltanschauung und Gesellschaftssicht voraus. Europa braucht also einen eigenen Plan für die Zukunft des europäischen Abendlandes. Es fehlt dem Populismus an geistigem Fundament und kultureller Verbundenheit Doch wo man bei linken Multikulti-Träumern und anderen Utopisten, die sich freilich opportun in die Anti-Wilders-Front mit einreihen, gar nicht erst nach Vernunft und Realismus zu schauen braucht, lässt Henryk M. Broders Einschätzung von Geert Wilders, dieser sei kein Rechtspopulist, sondern ein „Menschenrechtler“, sehr zu wünschen übrig. Letztendlich ist Wilders nichtsdestotrotz ein Liberaler, der mehr von solchen Universalismen halten dürfte, als von institutionellen und kulturellen Notwendigkeiten wie Familie, Glauben oder Nation. Dessen antiislamischer Affekt dürfte daher auch dem politisch-inkorrekten Erkennen der Tatsache geschuldet sein, dass der Islam massiv auf dem Vormarsch ist, während authentische Christen kaum noch gesellschaftlich Einfluss ausüben. So macht die unrühmliche National-Zeitung des ehemaligen DVU-Chefs Gerhard Frey vom 10. April 2009 die uneingeschränkte Israeleuphorie Wilders’ als Grund für dessen Islamfeindschaft aus. Über 40 Mal soll er dort gewesen sein: „Im niederländischen Parlament setzte sich Wilders in zahlreichen Initiativen für die Interessen Israels ein und warb auch stets um Unterstützung für Israels Kriege.“ Wilders soll bei einem seiner Israel-Besuche gesagt haben: „Wenn ich hier bin, bin ich bei meinem Volk, meinem Land, meinen Werten. Ich fühle mich hier mehr zuhause als in vielen anderen europäischen Ländern. Israel ist eine Demokratie - es ist alles, wofür wir stehen.“ Er steht letztlich in der Tradition von rechtspopulistischen Liberalen wie Fortuyn, einem bekennend-provokativen Homosexuellen, der propagierte, er ginge sonntags lieber in den Darkroom als in die Kirche. Weitere Mistreiter wie die „Menschenrechtlerin“ Ayaan Hirsi Ali sind ebenso atheistisch geprägt und befürworten uneingeschränkt Haltlosigkeiten wie Legalisierungen von Abtreibungen oder ähnlichem. Die Furcht der Dekadenz ist hierbei keine Überlegung wert. Bekenntnisse zur kulturellen europäischen Tradition des christlichen Abendlandes – wenn überhaupt – dürften bei diesen Protagonisten nicht mehr als Worthülsen zum populären Wählerfang sein. Weltanschaulich sind somit auch eifrige Nachahmer wie Pro Köln kritisch zu betrachten. Getrennt marschieren, vereint schlagen! Dennoch sollten im gemeinsamen Kampf gegen die Islamisierung Europas nicht Unterschiede, sondern gemeinsame Anliegen unterstrichen werden. Ein getrenntes Marschieren, doch gemeinsames Zuschlagen: Es muss schlichtweg anerkannt werden, dass nicht erst seit dem Haider-Mythos das Modell Rechtspopulismus die Massen erreicht und bewegt. Diesen Chancen und den daraus resultierenden Möglichkeiten sollte man deshalb nicht im Wege stehen. Die Zeit der Neuen Rechten wird noch kommen. |