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„Du bist Terrorist“: „Wir sind von einem Überwachungsstaat nicht weit entfernt.“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Felix Menzel   
Freitag, den 29. Mai 2009 um 01:00 Uhr

Du bist TerroristUnter Adaption einiger Stilelemente der „Du bist Deutschland“-Kampagne kreierte der Designstudent Alexander Lehmann aus Kaiserslautern ein zweiminütiges Video, mit dem er auf die Einschränkung von Bürgerrechten und Freiheiten in Deutschland aufmerksam macht. Als die Werbeagentur von „Du bist Deutschland“ vor wenigen Tagen mit rechtlichen Schritten drohte und dies öffentlich wurde, entwickelte sich der Clip zu einem riesigen Erfolg. Über 500.000 Internetsurfer haben ihn seitdem angeklickt.

„Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass die Resonanz so enorm ist“, betont Lehmann gegenüber BlaueNarzisse.de. Aber so ist eben das Web 2.0. Wenn erst einmal etwas ins Rollen gekommen ist, kann es niemand mehr aufhalten. Studenten, Experten für Medienrecht, Datenschützer und sogar Politiker aus der Großen Koalition solidarisieren sich seitdem mit dem kreativen Studenten.

82 Millionen versteckte Terroristen

Sein Clip fängt bedrohlich an: „Erst kürzlich haben wir herausgefunden, daß in Deutschland mehr als 82 Millionen versteckte Terroristen wohnen. Du bist einer davon.“ Die folgenden Einstellungen zeigen, wie der Staat auf diese Gefahr reagiert. Er überwacht alle Telefonate und E-Mails, schnüffelt heimlich auf den Festplatten privater Computer und schaut sich die Urlaubsbilder der 82 Millionen Terroristen an.

Mit Widerstand eine Balance zwischen Sicherheit und Freiheit schaffen

Lehmann übertreibt natürlich, schätzt die derzeitige Situation der persönlichen Freiheiten in Deutschland aber trotzdem „besorgniserregend“ ein. „Und wenn nicht mit Hilfe von Widerstand eine gesunde Balance zwischen Sicherheit und Freiheit geschaffen wird, sind wir von einem Überwachungsstaat wohl gar nicht mehr weit entfernt“, so der Student.

Die Auseinandersetzungen mit der „Du bist Deutschland“-Agentur kempertrautmann sind derweil glimpflich ausgegangen. Lehmann mußte lediglich das Hintergrundbild seiner Website austauschen. Alles andere darf bleiben und wird wohl auch in den nächsten Tagen noch für gehöriges Aufsehen sorgen.

 

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