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BAMF-Studie: Weitaus mehr Muslime in Deutschland als bisher angenommen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Carlo Clemens   
Mittwoch, den 24. Juni 2009 um 01:00 Uhr

IslamWelch eine Überraschung: In Deutschland leben mehr Muslime, als man bisher von offizieller Seite angenommen hatte! Wer zuvor schon Recherchen zum Thema Islam und Muslime in Deutschland betrieben hatte, weiß, dass man hierzulande in erster Linie nichts wirklich weiß. Für mehr Klarheit soll nun eine Studie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sorgen, welche von der Islamkonferenz in Auftrag gegeben wurde. Es dürften hierzulande etwa 4,3 Millionen Muslime leben. Das sind über eine Million mehr, als bisher angenommen.

Befragt wurden 6.004 Muslime ab sechzehn Jahren. Die Studie ist laut FAZ-online die erste, die konkret den Stand der Integration von muslimischen Einwanderern und ihrer Nachkommen misst, und hierbei Einstellungen und Lebensgewohnheiten gezielt nachgeht.

Nur die Hälfte der Türken hat einen Schulabschluss

Zahlen, die Bewohner der neuen Bundesländer übrigens wenig betrifft: 98 Prozent aller Muslime leben nämlich im Westen, ein Drittel von ihnen in Nordrhein-Westfalen. Fast die Hälfte hat laut Studie die deutsche Staatsbürgerschaft und zwei Drittel der Muslime stammen aus der Türkei. Mit wenig Ruhm bekleckert sich die türkischstämmige Gemeinde, was Bildung anbelangt: So schafft nur jeder zweite Türke einen Schulabschluss, 33,5 Prozent erreichten lediglich den Hauptschulabschluss. Damit ist die türkische Bevölkerungsgruppe diejenige mit dem niedrigsten Bildungsstand in Deutschland. Ähnlich miserabel fallen jedoch auch Ergebnisse anderer Muslime aus dem Nahen Osten aus, beispielsweise Befragte aus dem Libanon oder den Palästinensergebieten.

Unterschiedliche religiöse Ausprägungen unter Muslimen

So ist die spezifische Herkunft interessanterweise auch ausschlaggebend für eine religiöse Prägung. Südosteuropäische Muslime sind nach Angaben weitaus weniger religiös als muslimische Einwanderer aus Afrika. 41,4 Prozent der Türken halten sich für “sehr stark gläubig”. Zwanzig Prozent aller Muslime sind in religiösen Vereinen aktiv. Als integrationspolitischer Erfolg wurde bereits gewertet, dass mehr als die Hälfte der Befragten Mitglied in einem deutschen Verein sind. Wobei hier völlig schwammig bleibt, was darunter verstanden wird. Denn offiziell ist auch Türkiyemspor Berlin e.V. ein offiziell deutscher Verein. Weitestgehende Einigkeit herrschte jedoch im Dauerstreitthema „Islamischer Religionsunterricht”: 76 Prozent befürworten dieses Anliegen.

Kommenden Donnerstag wird in der vierten Plenarsitzung der so genannten Islamkonferenz über diese Studie beraten und ein Fazit gezogen. Im September 2006 wurde diese von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einberufen. Sie setzt sich zusammen aus verschiedenen Lobby-Verbänden wie der türkischen Religionsbehörde Ditib, dem Zentralrat der Muslime oder dem „Islamrat”. Bedingt durch die geringe Repräsentanz dieser Verbände gehören der Konferenz weitere Einzelpersonen an, darunter auch bekannte Islamkritiker wie Necla Kelek oder Seyran Ates.

Islam: Eine ethnisch-kulturelle Herausforderung

Neben dem üblichen Selbstlob werden für Integrationsschwierigkeiten und Bildungsdefizite wohl wieder einzig soziale Ursachen ausgemacht. Doch schwammige Aussagen werden ihren Scheibenwischer-Effekt mit der Zeit endgültig verlieren, je mehr sich die Verhältnisse zuspitzen und die Missstände in den Städten für kulturchristliche Bevölkerungsteile immer unerträglicher werden. Die Islamisierung ist eine ethnisch-kulturelle Herausforderung - und als solche muss sie endlich auch wahrgenommen werden!

 
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