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Einbahnstraße Islamkonferenz: Wer vertritt unsere deutschen Interessen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Carlo Clemens   
Sonntag, den 28. Juni 2009 um 01:00 Uhr

Kein Dialog auf AugenhöheLetzten Donnerstag fand mit der vierten Vollversammlung das vorerst letzte Treffen der von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) initiierten Deutschen Islamkonferenz (DIK) statt. Freilich feiert der CDU-Politiker diese als Erfolg. Das erste Mal sei ein staatlicher Rahmen für den Dialog mit Muslimen in Deutschland errichtet worden: „Die Konferenz setzt ein deutliches Zeichen, dass Muslime in Deutschland angekommen und aufgenommen und damit ein Teil Deutschlands geworden sind.” Kritiker gibt es dennoch.

So beklagt man fehlende konkrete Ergebnisse und die Aufwertung teils orthodoxer islamischer Verbände, welche die überwiegende Mehrheit der Muslime in Deutschland keinesfalls repräsentierten.

Das Verhältnis zwischen Staat und Muslimen soll erörtert werden

Ausdrücklich handelt es sich nach Eigenbeschreibung nicht um einen interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen, sondern um die Erörterung des Verhältnisses zwischen deutschem Staat und muslimischer Bevölkerung. So fällt in den Verhandlungen nicht im Ansatz ein wie auch immer geartetes Bekenntnis zur christlich-abendländischen Kulturtradition Deutschlands und Europas. Weder die staatliche Seite, repräsentiert durch Schäuble oder durch die Bundeskanzlerin Merkel, noch die teilnehmenden Islamverbände wie der „Islamrat“, die Alevitische Gemeinde oder der Zentralrat der Muslime interessierten sich hierfür. Faktisch gesehen waren diese Treffen ein einziger Tummelplatz verschiedener Vereine, die sich selbst inszenieren und folglich durch das enorme Presse-Echo auch aufwerten konnten.

Aus Alibigründen wurden neben den zum Teil erzkonservativen Islamverbänden auch Einzelpersonen mit muslimischem Migrationshintergrund eingeladen, die durchaus als Islamkritiker bekannt sind. Die einzige Bringschuld, welche die staatlichen Initiatoren jedoch einforderten, war das Erlernen der deutschen Sprache und die Achtung der Rechtsordnung des bundesdeutschen Grundgesetzes - und noch nicht mal dem konnte genüge getan werden.

Grundgesetzliche Islamisierung in deutscher Sprache

So trug der als Problemfall geltende „Islamrat” - einer der größeren islamischen Dachverbände - einige Stellungnahmen der DIK nicht mit. Man mokierte eine „durchgehende Problematisierung der muslimischen Religiosität als integrationshemmend”. Da scheinen gewisse Gruppierungen ob ihrer neuen Wichtigkeit etwas übereifrig geworden zu sein. Denn in der Tat konnten Muslime „aus der Konferenz großen Nutzen” ziehen, wie Ayyub Axel Köhler, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, betonte.

In allen Disziplinen erlangte die Muslim-Lobby Etappensiege. Sicher war dies nicht zuletzt dadurch bedingt, dass schlichtweg ein Gegenüber fehlte. Schäuble agierte ein weiteres Mal wahlweise als demütiger Bittsteller oder als naiver Erfüllungshelfer. Islamischer Religionsunterricht soll nun einhellig flächendeckend durchgezogen werden. Bedenken und Ablehnung von Bürgern gegenüber Moscheebauten soll mit „verstärkter Informationsarbeit” angesichts der „Ängste” entgegnet werden, als handelte es sich bei Gegnern von repräsentativen Gotteshäusern ausschließlich um paranoide Minderbemittelte.

Die Medien sollten des Weiteren doch bitte nicht mehr so tendenziös über Muslime berichten und stattdessen den islamischen Alltag mehr ins Licht stellen. Helfen sollen hierbei neue Quotenregelungen, wonach mehr redaktionelle Mitarbeiter mit (islamischem) Migrationshintergrund mehr Sachverstand in die Medien bringen sollen. Dazu wurde ein „Runder Tisch deutscher und türkischer Journalisten” eingerichtet. Außerdem beschloss man, Schulpersonal „interkulturell” fortzubilden.

Geschichte und Kultur Deutschlands keine Erwähnung wert

Es ist wichtig und richtig, den Islam als gesellschaftliche Realität mit höchster Priorität anzuerkennen. In diese richtige Richtung gehen ebenso Bestrebungen Schäubles, die Verschiedenheit islamischer Gemeinden und Strömungen untereinander zu erfassen und durch das Kontaktangebot in Form der DIK für Transparenz zu sorgen. Jedoch kann ein „Dialog”, der von den Islamverbänden einzig die Anerkennung der deutschen Sprache und des Grundgesetzes, unter Auslassung jeglicher historisch-kultureller Komponenten, verlangt, keiner auf Augenhöhe sein.

Ein Gesetzestext kann aufgrund seiner juristischen Natur niemals Zusammenhalt stiftender Bezugspunkt einer Nation sein. Lösungskonzepte wie die Diskussion über eine identitätsstiftende deutsche Leitkultur oder das Verfolgen einer offiziellen Aufklärungskampagne in Richtung eines spezifisch europäischen Islams wurden in den einzelnen Arbeitsgruppen nicht debattiert. Man könnte ja jemanden in seinen religiösen Gefühlen verletzen.

Deutscher Islam statt islamisches Deutschland!

Es wurde anschaulich gezeigt, dass die etablierte politische Klasse islamischen Hegemonialbestrebungen nichts entgegensetzen kann. In keinster Weise besteht Grund für ein “Weiter so!”. Die Deutsche Islamkonferenz ist letztlich nur eine weitere staatlich alimentierte Form der Islamisierung Deutschlands. Und wer kümmert sich um die „Teutonisierung” des Islams?

 
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