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Bildungspolitik 2010: Die Schulreformen als Abbild egalitärer Ideologie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Laura Küchler   
Sonntag, den 17. Januar 2010 um 19:26 Uhr

SchuleSchon lange gibt es Debatten über die richtige Schulform. Ist die Gliederung in Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien veraltet? Wie kann das Kind am besten gefördert werden? Sind Gesamt- und Einheitsschulen eine Lösung, die dem 21. Jahrhundert angemessen ist? Das neue Jahr verspricht für Schüler und Lehrer interessant zu werden. Verschiedene Länderregierungen wollen durch den Einsatz neuer Konzepte frischen Wind in die Klassenzimmer bringen. Einig sind sie sich freilich nicht, denn Bildungspolitik ist nach wie vor Ländersache. Weniger Auswahl für Schüler und Eltern

So hat die rot-rote Regierung Berlins beschlossen, eine „Sekundarschule“ anstelle von Haupt- und Realschulen als einzige Alternative neben das Gymnasium zu stellen. An dieser Schule sollen dann für den Schüler – abhängig von persönlichen Fähigkeiten und Ehrgeiz – alle Abschlüsse, einschließlich des Abiturs, möglich sein. Außerdem soll in der Hauptstadt das Pilotprojekt „Gemeinschaftsschule“ Kindern von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsames Lernen ermöglichen.

Nachdem in Hamburg die schwarz-grüne Koalition nach langen Diskussionen die Verlängerung der Grundschulzeit von vormals vier auf nun sechs Jahre und die Schaffung so genannter „Stadtteilschulen“ beschlossen hatte, haben Bürger diese Reform durch ein Volksbegehren vorerst gestoppt. Nachdem die Situation zunächst verfahren schien, herrscht nun wieder Kompromissbereitschaft an der Elbe. Eine endgültige Lösung ist zwar noch nicht gefunden, aber die Tage für das dreigliedrige Schulsystem scheinen in Hamburg gezählt zu sein.

Die auf sechs Jahre verlängerte Grundschulzeit soll auch im Saarland und in Thüringen Realität werden. Damit wollen die Landesregierungen dagegen angehen, dass der schulische Erfolg eines Kindes aktuell so eng an seine soziale Herkunft gebunden ist.

Jedes Bundesland sein eigenes System

Trotz bestehender Unterschiede ist die Tendenz der diesjährigen Bildungsreformen also nur allzu klar: Einheit statt Selektion und Gleichmacherei statt individueller Förderung. Doch was bedeutet das jetzt für den Schüler persönlich? Durch das „in-einen-Topf-werfen“ der Kinder und Jugendlichen verringert sich zunächst der Leistungsdruck. Wenn in einer Klasse viele sind, die weniger Leistung erbringen können als ein tendenziell schulisch begabtes Kind, fällt es diesem natürlich zunächst leicht, mit wenig Aufwand zu brillieren. Zumindest dem Anschein nach, denn in Wirklichkeit wird es so natürlich nicht gefördert, denn Förderung hat immer auch etwas mit Forderung zu tun. Und in diesem Fall wird das Kind überhaupt nicht gefordert, sondern unterfordert. Unterforderung hat immer Ablenkung zur Folge, denn wer nicht beschäftigt wird, sucht sich Beschäftigung. Und da sind die Sitznachbarn doch oftmals interessanter als der trockene Schulstoff.

Der Teufelskreis schließt sich dann bei der Zeugnisausgabe: Der eigentlich gute Schüler wird –  basierend auf seinem Verhalten – also auch schlechte Noten bekommen, obwohl er in der Lage wäre, viel mehr zu leisten, als es die Zensuren tatsächlich widerspiegeln.

Reformen weit ab von der Realität

Auch die Annahme, dass für einen jungen Menschen mit schulischen Schwierigkeiten eine Gesamt- oder Einheitsschule die bessere Lösung wäre, ist eine Illusion realitätsferner Gutmenschen, die sich nicht in die Situation im Klassenzimmer hineinversetzen können. Es wäre für einen solchen Schüler frustrierend, trotz aller Anstrengungen immer unter dem Klassendurchschnitt zurückzubleiben. Irgendwann würde er mit dem Gedanken „Ich kann sowieso nichts“ einfach resignieren und sich selbst aufgeben. Dies würde ihm in einer leistungshomogenen Gruppe nicht passieren, denn dort wäre er unter ähnlich Begabten. Das Erarbeiten des Unterrichtsstoffs fiele ihm leichter und gäbe ihm die Möglichkeit, schulische Erfolgserlebnisse zu haben. Und die sind bekanntlich die beste Motivation für gewinnbringendes Lernen.

Schluss mit ideologischer Politik: Mut zur Leistung und Auslese!

Solch dilettantisch wirkende Einheitsideen im bundesdeutschen Politikverständnis sind kein Novum. Das vom Familienministerium propagierte Gender Mainstreaming verleugnet das biologische Geschlecht und der so genannte „Kampf gegen Rechts“ eint die geistig verfallende Nation in ihrem Hass auf jeden Versuch nationaler Identität.

Einheit bedeutet also nicht zwangläufig Gleichheit. Und schon gar nicht Chancengleichheit. Denn wie soll ein Kind sich in der Masse hervorheben? Geht das ohne Leistungsdruck? Wie wird man Leistung in Zukunft überhaupt definieren? Die bildungspolitischen Reform-Experimente werden uns sicher Aufschluss geben. Aber zum Leidwesen der Kinder! Jugend ist die Zukunft dieser Nation und kein Versuchskaninchen für Individualitätsleugner und „Gleichheit-um-jeden-Preis“-Politiker.

 
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