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Tierisch gut: Katholiken, konvertiert zum Islam! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lukas Lange   
Montag, den 01. Februar 2010 um 21:09 Uhr

KamelKein Sex vor der Ehe, keine Verhütungsmittel und Geschlechtsverkehr, der ausschließlich der Fortpflanzung dient: Als Katholik hat man es wahrlich nicht leicht im Leben. Und dann auch noch die ganzen Afrikaner, an deren HIV-Infizierung man mit seiner katholischen Moral schuld ist. Für das Leben nach dem Tod im Paradies wird einem ebenfalls kaum etwas versprochen. Doch keine Angst: Wer sich eines lockereren Sexuallebens erfreuen will, ohne auf die Exkommunikation warten zu müssen, sollte einen Blick über den Tellerrand werfen. Der Islam bietet uns eine kreativ-exotische Alternative zum langweiligen Erzkonservatismus der Kirche – garantiert tierisch gut! Chomeini: Vorkämpfer der sexuellen Freiheit

Jemand, der dies schon früh erkannt hatte, war ein im Westen nicht unbekannter Mann namens Ruhollah Musavi Chomeini. Der junge Wilde, geplagt durch das westlich-rückwärtsgewandte Schah-Regime, zog 1978 los, um in seiner persischen Heimat sexuelle Freiheit zu erkämpfen. Binnen eines Jahres waren die monarchistischen Spießer des Pahlavi-Regimes außer Landes gebracht oder notwendigerweise auf andere Weise beseitigt. Die sexuelle Revolution hatte gesiegt – nur ein Jahrzehnt, nachdem die 68er in Europa dem klerikalfaschistischen Schrecken ein Ende gesetzt hatten.

So setzte der fortschrittliche Chomeini zuallererst der rassistischen Segregation von Mensch und Tier ein Ende – und erlaubte kurzerhand den Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Tier. Im Apartheids-Europa wäre so etwas sogar heute noch nicht möglich! So schrieb Chomeini in seinem Buch Tahrir Al-Wasilah: „Ein Tier, mit dem man Geschlechtsverkehr hatte, sollte geschlachtet und verbrannt werden, wenn es von der Sorte ist, welche man für gewöhnlich isst, so wie das Schaf, die Kuh oder das Kamel.“ Um den Tieren auch nach ihrem Ableben noch eine angemessene Würde zu gewährleisten, fügte Chomeini hinzu: „Darüber hinaus muss jener, welcher Verkehr mit dem Tier hatte, den Wert des Tieres ersetzen, wenn er nicht selbst der Besitzer ist.“

Ein würdevoller Geschlechtsakt mit dem Tier

Doch nicht nur um die Tiere, welche vom chauvinistischen Menschen üblicherweise verspeist werden, sorgte sich der islamische Freidenker: „Wenn das Tier von der Sorte war, die man zum Transportieren von Lasten oder zum Reiten benutzt und deren Fleisch man nicht begehrt, so wie der Esel, das Maultier oder das Pferd, dann soll es von dem Ort, an dem mit ihm verkehrt wurde, in eine andere Region gebracht werden und dort verkauft werden.“ Um den Tierbeglückern auch entsprechende Leistungsgerechtigkeit zu ermöglichen, fuhr Chomeini fort: „Den Erlös erhält jener, der mit dem Tier Geschlechtsverkehr hatte, oder er muss den Wert ersetzen, wenn er nicht der Besitzer war.“

Antiislamische RassistInnen, welche dem Islam eine ähnlich mittelalterliche Sexualmoral wie der Katholischen Kirche vorwerfen, dürften Chomeinis Reformen wohl als Alleingang des Freidenkers deklarieren. Doch derartigen Behauptungen ist schnell der Wind aus den Segeln genommen. Wer behauptet, die Tierliebe Chomeinis habe keineswegs mit dem islamischen Fundament zu tun, scheint nichts von der Modernität und Offenheit des Korans zu wissen.

Prophetisches Vorbild?

Schon der Prophet Mohammed, dem viele Rechtspopulisten Homophobie und Engstirnigkeit vorwerfen, kam den Ansichten Chomeinis recht nahe: So ist in den Hadith Sahih Al-Buchari, den authentischsten islamischen Schriften nach dem Koran, in Band 2, Nr. 357 zu lesen: „Ibn Sharib erzählt, Ib Abdul Talib habe gesagt: Immer wenn seine Frauen sich in ihrer monatlichen Reinigung (Menstruation, Anmerkung d. Red.) befanden, sah ich den Gesandten Allahs (Mohammed) des öfteren in der Nähe seiner Kamelherde. Dort pflegte er liebevollen Umgang mit den weiblichen Tieren, wandte sich aber mitunter auch den Jungtieren beiderlei Geschlechts zu.“

Allen toleranten und weltoffenen Katholiken, die sich gerne für die Gleichstellung von Tieren und gegen die Überheblichkeit der Menschen einsetzen, ist abschließend zu raten: Ein Blick über das Mittelmeer offenbart eine Kultur, die uns hinsichtlich dessen Jahrhunderte voraus ist. Das Konvertieren lohnt sich, denn für tierischen Spaß ist gesorgt!

 
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