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In der Dezember-Ausgabe definierte die Blaue Narzisse ihre Aufgabe und ihren Standpunkt so: „Die Dekadenz unserer Tage und die fehlende Freiheit in unserem Lande läßt uns keine Wahl. Ja, wir sind rechts, denn eine rechte Sicht auf die Dinge fehlt nun einmal und deshalb liefern wir sie.“ Die spannende Frage wäre nun, was „Rechts-Sein“ bedeutet und wie sich das konkret (partei)politisch-aktionistisch und auch publizistisch niederschlagen könnte.
Sich selbstbewußt dazu zu bekennen, „rechts“ zu sein, setzt voraus, sich eine Vorstellung davon zu machen, was dies inhaltlich und strategisch-formal unter den derzeitigen politisch-kulturellen Rahmenbedingungen bedeuten kann. In Deutschland scheint diese „rechte Sicht“ – wenn überhaupt – nur im publizistischen Rahmen genügend vermittelbar zu sein. Im (partei)politischen Raum sieht es weit weniger gut aus, jedoch sind hier positive Ansätze zumindest erkennbar, wie Bürgerbewegungen wie „Bürger in Wut“ zeigen.
Erfolge im Sinne eines „Austretens“ aus dem rechten Ghetto bedürfen einer bestimmten inhaltlichen Schwerpunktsetzung. Hier scheint, als Schlußfolgerung aus der formulierten Selbstverortung und bisherigen Erfahrungen, ein konsequentes Eintreten für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und konservative Werte am sinnvollsten zu sein. Natürlich gehört dazu auch der Patriotismus, wobei aber nicht primär oder gar ausschließlich auf die „nationale Karte“ gesetzt werden sollte. Einhergehend damit ist eine „Rehabilitierung“ des „Rechts-Seins“ anzustreben – als Alternative zur Flucht in eine vermeintlich ungefährliche „Mitte“ oder ins „rechte Ghetto“.
Strategisch-formal kann sogar von den 68ern, an deren 40-jährigem „Geburtstag“ Konservativen wahrlich nicht nach Feiern zumute ist, etwas Wichtiges gelernt werden: Dies ist ein Aktionismus, gepaart mit intellektuellem Potential, der, wie Zitelmann es 1996 einer „Neuen Demokratischen Rechten“ empfahl, äußerlich „offensiv, angriffslustig und selbstbewußt“, inhaltlich jedoch moderat agiert. Dieser läßt sich viel schwerer als „rechtsextrem“ diffamieren, und außerdem wird solch ein freiheitlicher Konservatismus als interessant, nicht als „behäbig“ und langweilig wahrgenommen. Solch eine „Neue Rechte“ braucht Deutschland mehr als je zuvor. |