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Vom „Dritten Weg“, den wahren Rechten und persönlichen Schicksalen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Carlo Clemens   
Montag, den 06. Oktober 2008 um 02:00 Uhr

Bockenheim - VeranstaltungAm 1. Oktober 2008 lud der so genannte Arbeitskreis Integration in Frankfurt-Bockenheim zu einer Veranstaltung zum Thema „Integration und Islam“. Redner waren der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler in Frankfurt, Wolfgang Hübner, die Autorin und Islamkritikerin Dr. Hiltrud Schröter und die Vorsitzende des Zentralrates der Ex-Muslime, Mina Ahadi. Es sollten nur wenige Auserwählte sein, die an dieser Veranstaltung im Bürgerhaus „Saalbau“ teilnehmen konnten, da die drei Redner selbst schon viele schlechte Erfahrungen im eigenen Leben, nicht nur mit politischen Gegnern, machen mussten.

Wolfgang Hübner zum Beispiel, der mutige Fraktionsvorsitzende der Frankfurter Freien Wähler, die sich in der Main-Metropole mit verschiedenen anderen Kleinparteien wie der ÖDP oder der Familienpartei zum „Bürgerbündnis Für Frankfurt“ (BFF) zusammengeschlossen haben und als einzige Fraktion ein Sprachrohr für die Moscheegegner im berüchtigten Großmoscheestreit im Stadtteil Hausen darstellen. Ein „Rechtsextremer“ sei er, ein „Faschist“, der sogar mit Horst Mahler befreundet sei – so etwas behaupten nicht nur die örtlichen Antifas.

Fakt ist, und das musste Hübner – in seiner Jugendzeit ein extrem Linker und Angehöriger der Außerparlamentarischen Opposition (APO) – auch an diesem Abend wieder klarstellen, dass er in stürmischen Jugendzeiten vielleicht in der selben linksradikalen Organisation wie Mahler aktiv war, ein persönlicher Kontakt, gar eine Freundschaft aber zu keinem Zeitpunkt bestand. Weitere Gründe dafür, dass Hübner schon seit 1993, so lange besteht das BFF, ein Dorn im Auge der Politisch-korrekten ist, sind seine damaligen Stellungnahmen für eine gerechte Beurteilung der angeblich judenfeindlichen Rede des Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, sein früheres Engagement gegen die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft, seine Teilnahme an Gedenkveranstaltungen für die gefallenen deutschen Zivilisten während der alliierten Bombardements und seine Kritik an der multikulturellen Gesellschaft.

Der Islam: Ein „totalitäres System“

Die Buchautorin Hiltrud Schröter steht nicht nur in persönlicher Gefahr von Gewalt seitens Linksautonomer, sondern aufgrund ihrer scharfen Kritik am Islam, ist sie weiterhin von gewaltbereiten Islamisten bedroht. Auch an diesem Abend waren ihre scharfen Worte ein interessanter Kontrast zu ihrem sanft-ruhigem Auftreten. Der Islam sei eine aggressive „Politideologie“ und das „dritte totalitäre System nach Faschismus und Kommunismus“.

Als letzter Redner wurde die wesentlich aufbrausendere Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrates der Ex-Muslime und sonstiger nicht-religiöser Menschen e. V. (ZdE), eingeladen. Sie sollte vor allem von ihren persönlichen Erfahrungen als Flüchtling aus dem Iran berichten. Schon in ihrem Herkunftsland war sie eine politisch-religiös Verfolgte. Ihr Mann wurde von den Mullahs hingerichtet und auch sie in ihrer Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ahadi, welche seit 1996 im Kölner Exil lebt, setzte sich schon als junge Studentin im Iran für Frauen- und Menschenrechte ein, weigerte sich demonstrativ das Kopftuch zu tragen und war jahrelang Untergrundaktivistin. Aber traurigerweise ist die bekennende Atheistin und Kommunistin nicht nur bei den Mullahs von islamistischer Gewalt bedroht.

Kein Zutritt für die Antifa

Aufgrund solcher Brisanz, und der Tatsache, dass beim Thema „Islam und Integration“ ein erhitztes und konfliktreiches Klima herrscht, wurde nur Leuten der Eintritt gewährt, die entweder eine persönliche Einladung vom BFF erhalten haben, oder aber nach außen hin keinen „verdächtigen“ Eindruck machten. Somit wollte man Antifa-Störaktionen vermeiden. Die Klientel der Zuhörer war nicht homogen. Klar stellten von den circa 60 Zuhörern ältere Semester die Mehrheit. Aber es waren auch etwa ein halbes Dutzend Jugendliche vor Ort sowie viele junge Erwachsene – darunter etwa ein Dutzend Zuhörer mit islamischen Migrationshintergrund.Hübner präsentierte in seinem Referat zunächst einige statistische Fakten zu Frankfurt, denn in der Debatte um Integration wird nicht allzu selten die demographische Lage unter den Tisch gekehrt – nicht nur aus Gründen der Political Correctness, sondern auch aufgrund der Reduzierung der Diskussion auf einige wenige polarisierende Schlagworte wie „Überfremdung“ und „Islamisierung“, oder auch „Weltoffenheit“ und „Multikulti“. Fakt ist, dass in Frankfurt rund 75.000 Muslime leben. Davon stammt der mit Abstand größte Teil aus der Türkei (54%), gefolgt von Marokko (ca. 18%) und mit großem Abstand dem Iran (6,7%). Unter den Muslimen überwiegt das männliche Geschlecht, zahlenmäßig dominiert mit 23,7% die Altersgruppe der Minderjährigen unter 18 Jahren. Ein Drittel der Frankfurter islamischen Glaubens hat bereits einen deutschen Pass. Diese Zahlen lassen sich in ähnlicher Form wohl auch auf andere westdeutsche Großstädte übertragen.

Der Islam – eine Gefahr für die Demokratie?

Hiltrud Schröter präsentierte ihre „elf Aspekte einer neuen Gefahr für die Demokratie“. In aufgeführten Belegen aus Koran-Suren sieht die ehemalige Gesamtschullehrerin ein doppeltes Gesicht des Islam. Der im Koran beschriebene Gott habe „eine Seite des Friedens und der Barmherzigkeit“ und eine „voll Hass, Sadismus und Gewalt“ und stünde damit im krassen Gegensatz zum christlichen Gottesbild. Mit scharfen Worten vergleicht Schröter den Islam mit anderen Totalitarismen wie dem Nationalsozialismus: Grundlegend sei hier wie dort eine Ideologie, die den „Endsieg“ über alle anderen konkurrierenden Religionen bzw. Systeme propagiere. Weitere Parallelen seien durch den Koran belegbare Hinweise, die eine koranische Rechtsgleichheit der Geschlechter verneinen oder das Gebot der „Tötung bei Berechtigung“. Dreimal werden im Koran Juden als „Affen und Schweine“ verunglimpft, die schlechte Lage von christlichen und jüdischen Minderheiten im islamisch-geprägten Kulturbereich vervollständigt das Bild in der Praxis. Letztlich sieht Schröter im Islam eine „Vernichtung der Autonomie des Individuums“, die zu „Unterwerfung und Gehorsam“ führten – eine Folge von Indoktrination und Propaganda, und somit ein weiterer Aspekt, der für den faschistoiden Charakter des Islam spreche.

Höhepunkt war der Vortrag von Mina Ahadi. Anhand eigener Erfahrungen als Untergrundkämpferin gegen die Mullahs im Iran erklärte sie mutig: „Ich hasse diese Religion!“ Später erläutert sie die Paradoxie bei der statistischen Zählung von Einwohnern mit islamischen Migrationshintergrund: Dass es überhaupt eine nennenswerte Anzahl an Muslimen gäbe, die dem Glauben, in den sie hineingeboren wurden, den Rücken gekehrt haben, ginge aus all den Statistiken überhaupt nicht hervor Alle Menschen mit islamischen Migrationshintergrund seien hier automatisch auch „Muslime“, was schlichtweg nicht korrekt sei. Von daher sei es auch nicht hinzunehmen, wenn zumeist orthodox-gläubige Muslime in ihren Lobby-Verbänden und Vereinen für den gesamten islamisch-stämmigen Bevölkerungsanteil sprechen sollen. Dies, und vor allem die „falsche und naive Toleranzpolitik“ von Medien und Politikern aller Parteien sei der Grund für die Gründung des ZdE gewesen. In der Tradition, dass alles, was „rechts“ ist, gleich böse und verwerflich sein muss, sprach auch Ahadi davon, dass gerade diejenigen, die den Islam direkt oder indirekt fördern, die wahren „Rechten“ seien.

Dritter Weg abseits von Gutgläubigkeit und Fremdenfeindlichkeit

Dem Anti-Islamisierungskongress der Bürgerbewegung pro Köln erteilte Mina Ahadi jedoch eine klare Absage. Dieser „peinliche Auftritt“ habe den „Islambeschützern und Multikulti-Illusionisten zu einer gegenaufklärerischen Triumphparade verholfen“. Wie Ralph Giordano ist auch Ahadi der Auffassung, pro Köln nutze das populistische Thema „Islamisierung“ nur für verdeckte Fremdenfeindlichkeit aus. Viel mehr plädiert Ahadi für einen dritten Weg: neben naiver Gutgläubigkeit und vermeintlicher Fremdenfeindlichkeit. Ziel sei ein „hundertprozentiger Politikwechsel in Sachen Islam und gegenüber dem Vormarsch religiöser Totalitarismen“. Hierfür müsse ein gemeinsames „Bündnis zur Verteidigung und zum Ausbau menschenrechtlich-emanzipatorischer Prinzipien und Verhältnisse“ entstehen.

Ahadi erntete euphorischen Applaus – auch von den meisten der anwesenden Islamisch-stämmigen. Dies lässt vermuten, dass es in Deutschland eine durchaus nennenswerte Ansammlung von Menschen aus dem islamischen Kulturraum gibt, die sich vom Islam abgewendet haben.

Zur argumentativen Überzeugung der jeweiligen Gegenseite eignen sich öffentliche Diskussionsrunden jedoch offensichtlich nicht, denn jede Front war in der anschließenden „Fragerunde“ unbeirrbar vom eigenen Weg überzeugt. Auch die zwei Antifas, die es trotz strenger Eintrittsselektion in die Veranstaltung geschafft haben, und mit ihrer abwegigen, wohl bekannten Phrasendrescherei vergeblich versuchten zu stören – und ungewollt für gellende Erheiterung sorgten. Eine weitere Erkenntnis des Abends war, dass es in Frankfurt mittlerweile eine ordentliche Basis von fundiert-intellektuellen Islamkritikern gibt. Die Moscheebau-Debatte, deren Konsequenz die Gründung der Bürgerinitiative war, hat unbeabsichtigt zur Mobilisierung der trägen Kräfte geführt. Die Besucher der Veranstaltung argumentierten niemals mit Parolen oder gar fremdenfeindlicher Hetze, sondern stets in kluger und sachlicher Art und Weise. Wie selbstverständlich wurden und werden Thesen und Personen herangezogen, die es in die Mainstream-Medien niemals schaffen würden.

Dass sich immer mehr kritische Bürger zusammenschließen, stimmt zwar zuversichtlich für zukünftige Debatten. Aber ein Trend zur Kehrtwende der falschen Toleranz in der Politik ist nicht zu erkennen. In der Sommerflaute wurde still und flott der Bau der Hausener Großmoschee, der dritten großen Moschee (mit Kuppel und Minarett) im 7000-Seelen-Stadtteil, beschlossen.

 
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