34 Prozent - so lautet das aktuelle Ergebnis bei der Sonntagsfrage für die CDU, die vor kurzem noch großspurig von “40 Prozent plus X” zuerst in Hessen und dann auf Bundesebene sprach. Damit liegt sie nun sogar noch unter dem historisch schlechten Wahlergebnis von 2005, als sie noch 35,2 Prozent erhielt. Die Gründe für dieses schlechte Abschneiden sind schnell zu finden und programmatischer sowie personeller Natur. Seit dem Jahr 2000, in welchem Angela Merkel Parteivorsitzende wurde, hat sich in der ehemals starken konservativen Kraft ein fundamentaler Wandel vollzogen, der selbst vor Parteifarbe, grundsätzlicher Positionierung und der Wirtschaftspolitik nicht halt machte.
Orange ersetzt Schwarz
War früher noch schwarz die Farbe der konservativen Union, so wurde es unter Merkel ein schriller Orange-Ton, der mehr an Tschernobyl als an eine konservative Partei erinnert. Geradezu zynisch, dass Orange ein Rot-Ton ist, da sich die CDU schon seit Jahren auf den Weg, die SPD links zu überholen, macht. Warum die derzeitige Parteispitze, die einst aus den Begründern der sozialen Marktwirtschaft bestand, sich dazu hinreißen lässt, Verstaatlichungen zu fordern und die Sozialangaben relativ gesehen auf DDR-Niveau zu erhöhen, ist sicherlich großen Teilen der eigenen Mitglieder, gerade denen aus derJungen Union, unbegreiflich.
Neben den wirtschaftlichen Grundlagen der „Christdemokraten“ leidet eindeutig auch das gesellschaftspolitische und moralische Sinnbild konservativer Politik. Ein Schramma, der in Köln eine Riesenmoschee bauen lässt und Kritiker als Fäkalien beschimpft, ist leider nur die Spitze des Eisbergs. Allein schon, dass es einen „Verband der Lesben und Schwulen in der Union“ sowie ein „Deutsch-Türkisches Forum“ gibt, bei dem vollverschleierte Frauen sich für die Zukunft der Christlich (sic!) Demokratischen Union einsetzen, bedarf keines weiteren Kommentars.
Totalausfälle in der Wirtschaftspolitik, der Familienpolitik und dem ideologischen Selbstverständnis
Nicht nur wirtschaftspolitisch ist man in der Berliner Parteizentrale offensichtlich in der DDR angekommen, sondern auch in der Familienpolitik. Statt Frauen die Möglichkeit zu geben, zu Hause ihr Kind zu betreuen, möchte Familienministerin Ursula von der Leyen, dass die Kinder am Besten gleich nach der Geburt in Kinderbetreuungsstätten und an Tagesmütter abgeschoben werden. Auch Abtreibungen hätte die Union in Berlin schon lange abschaffen können oder selbiges wenigstens versuchen müssen.
Selbst vor Papst-Bashing zugunsten von Sympathiepunkten schreckt Rambo-Merkel nicht mehr zurück. Zweifelsohne waren die Aussagen des Pius-Bischofs Williamsson mehr als fragwürdig, aber hier handelt es sich um einen kircheninternen Konflikt, da hat die deutsche Bundeskanzlerin nicht auch noch ihren Senf dazuzugeben. Zumal die Haltung des Papstes eindeutig war und ist. Professor Dr. Hubert Windisch, Professor für Pastroraltheologie an der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg kommentierte Merkels unverschämtes Einmischen auf kath.net folgendermaßen: „Für deutsche Katholiken ist sie nicht mehr wählbar.“
Und auch außenpolitisch sieht´s nicht viel besser aus.
Sobald es um Außenpolitik geht, meint die CDU in jedem Konflikt auf dieser Welt eine Vermittlerposition einnehmen zu müssen, anstatt sich klar und deutlich zu einer Seite zu bekennen. Nicht immer – aber immer öfter – herrscht blinde US- und Israel-Hörigkeit. Angela Merkel soll mal erklären, warum der Kosovo ein Recht auf Unabhängigkeit haben soll, aber Abchasien und Südossetien selbiges abgesprochen wird? Offensichtlich hängt Angela Merkel immer die Fahne in die Windrichtung, die in Washington angeblasen wird. Die Ausnahme bestätigt freilich die Regel. Wenn es um die Interessen des künftigen Ersatzvolkes, der Muslimen in Deutschland, geht – wie etwa beim Israel-Palästina-Konflikt – dann nimmt sich Angela Merkel zurück, um die Ehre unserer neuen Mitbürger nicht zu verletzen. Ansonsten wartet sie immer brav auf die Stellungnahme aus den USA und nickt dann eifrig ab.
Deutsche Interessen dagegen waren für die CDU im letzten Jahrzehnt nie entscheidend. Die neuerdings selbst ernannte „Partei der Mitte“ feiert ja nun auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Entrechtung Deutschlands an eine zentralistische EU. Der nächste Blankoscheck an Brüssel ist sicherlich schon unterwegs. Auch deutschen Soldaten und Kriegsopfern wird in der CDU nicht gedacht, sondern sie knickt ein ums andere mal ein und gibt ihre klare Position zu Gunsten des linken Zeitgeistes auf.
Wollte man zunächst nicht mit den Linksfaschisten von der „Geh Denken“-Demonstration gegen die nötige Erinnerung an die Opfer des Dresdner Bombenmassakers von 1945 teilnehmen, so teilte die christdemokratische Bürgermeisterin Dresdens, Helma Orosz, nach kurzer Zeit mit, sie unterstütze natürlich alles, was gegen „rechts“ gehe. Lächerlich, wenn man bedenkt, dass Franz-Josef Strauß mal gesagt hat, es dürfe keine demokratisch legitimierte Partei rechts der CDU geben. Nach seiner Ansicht sollten die Unionsparteien das ganze rechtsdemokratische Spektrum mit abdecken.
Erhard und Strauß drehen sich im Grabe um
Hauptsache nicht anecken, Linkskurs mittragen,dem gesellschaftlichen Verfall bloß nicht im Wege stehen und statt dem „brutalen schwarz“ als schicke Parteifarbe hängt man sich besser orangefarbene Saunatücher um – das ist das heutige Gesicht der CDU und das ist auch der Grund, warum Menschen wie Erhard und Strauß sich in den letzten Jahren vermutlich mehr als einmal im Grab umgedreht haben. Wenn die CDU wieder eine nennenswerte konservative Kraft werden will, dann muss sie personell und programmatisch ausmisten – und zwar bald. |