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Freiheit oder Identität erkämpfen? Über konforme und nonkonforme Islamkritik PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Carlo Clemens   
Freitag, den 12. Juni 2009 um 01:00 Uhr

IslamDer Islam ist auf dem Vormarsch. Dieses Faktum wirkt sich aus in einem Vorgang, den man Islamisierung nennt: Eine langsame Landnahme, die in den Klein- und Großstädten auch äußerlich wahrnehmbar ist, beispielsweise im vermehrten Aufkommen von verschleierten Frauen, türkisch-arabischen Läden und Treffs und repräsentativen Großmoscheen, nun auch immer öfter mit Kuppel und Minarett. Vermehrt sorgen sich deshalb die Alteingesessenen um Identität und Zukunft ihrer Heimat.

Bedingt durch demografische Entwicklungen hat die Islamisierung aber auch noch andere Auswirkungen. Oftmals im Gewand der “Toleranz” und der “Gleichberechtigung” werden Ansprüche einschlägiger Lobbyisten an Gesetzgebung und Politik immer lauter. Und hier kommt langsam aber sicher eine bemerkenswerte linke Kritik an Islam und Islamisierung auf: Nicht der Vorgang des Verlusts spezifisch deutscher bzw. kulturchristlicher Prägungen in der Gesellschaft, sondern die Sorge um “Errungenschaften” wie Emanzipation und individualistische Selbstverwirklichung sind es, die das linksliberale Establishment so langsam aber sicher - mehr oder weniger laut – empören.

Vollendete Tatsachen: Der Islam hat sich in Deutschland etabliert.

Aus Sicht von Konservativen gilt es in dieser Sache zweierlei zu beachten: Einerseits muss ein klares, realistisches Bild von der Situation gezeichnet werden. Die Situation ist, dass heute etwa 3.508.000 Muslime in Deutschland leben. Und die großzügige Einbürgerungspolitik hat dazu geführt, dass nur 48 Jahre nach der ersten Anwerbung von türkischen Gastarbeitern in der florierenden Bundesrepublik, 1961, heute etwa 1,1 Millionen Muslime deutsche Staatsbürger sind, die meisten selbstverständlich türkischstämmig.

Die Tendenz ist besorgniserregend: Während Deutsche kaum Kinder mehr bekommen und lieber Karriere machen, lag der prozentuale Anteil an Neugeborenen mit muslimischen Eltern allein vor fünf Jahren schon bei 9,2 Prozent. Etwa vier bis fünf Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland ist muslimisch. Genaue Zahlen gibt es hier wie dort nicht. Interessieren würde hierbei eine offizielle Muslimquote für Westdeutschland. Denn durch die unterschiedlichen Ausgangssituationen in Ost und West verzerrt die Statistik den tatsächlichen Bevölkerungsanteil von Muslimen in Westdeutschland.

An Klärung dieses Umstandes dürfte die herrschende Politikerklasse übrigens wenig interessiert sein. Bei der nächsten Volkszählung, die 2011 kommen wird, soll erstmals in Deutschland nicht nach der Religionszugehörigkeit gefragt werden. Offiziell handle man nach EU-Richtlinien. Kritik hieran wurde aber glücklicherweise trotzdem laut. Kirchenvertreter und CDU-Integrationspolitiker betonten, dass es schon jetzt kaum zuverlässige Zahlen gebe und es höchste Zeit sei, verlässliche Untersuchungen zu machen.

Erfahrungen im multikulturellen Alltag: Zwischen Allah und Gazi-Markt

Recherchen zeigen, dass teilweise horrend abweichende Angaben diesbezüglich im Raum stehen. Kaum einer kann in Zahlen fassen, wie es nun aussieht mit der Islamisierung in Deutschland. Was bleibt, sind die Erfahrungen, die man macht. Die Erfahrungen mit Grundschulklassen, die einen Ausländeranteil von 100 Prozent haben zum Beispiel, oder die Erfahrung von vollständig islamisierten Stadtteilen mit eigenen Reisebüros, Friseur- und Einkaufsläden oder Bäckereien.

Nichts war hier “gottgegeben”, nichts ist hierbei vergleichbar mit früheren innereuropäischen Migrationsbewegungen, in die freilich auch Deutschland involviert war. All dies ist Resultat einer verfehlten Einwanderungs- und Integrationspolitik. Was bleibt ist die Erkenntnis, vor vollendeten Tatsachen zu stehen, die nicht rückgängig zu machen sind.

Der deutsche “Michel” ist kein Vorbild

Und hier kommt der zweite Punkt, den Konservative in Betracht ziehen müssen: das Ideal, für eine deutsche Identität und Eigenständigkeit einzustehen und für die Bewahrung der christlich-abendländischen Kultur zu kämpfen. Dies beinhaltet unter anderem die notwendige Kritik am fundamentalen Islam, wie er insbesondere bei hier geborenen Jugendlichen auch weit verbreitet ist. Dieser stellt eine offensive Gegenposition zum deutschen Staatsgefüge dar. Was ist in den Augen junger Muslime höher als der Wille Allahs? Sicherlich kein deutscher Staat, der von nationalem Selbsthass und rückgratloser Unterwürfigkeit geprägt ist. Und sicherlich auch kein dekadentes “Michel”-Volk, dem Party, Sex und Karriere wichtiger ist, als Familie, Gott und Vaterland!

Viele Muslime üben sich in grundgesetzlicher Mimikry (natürlich vornehmlich an den grünlinken Schaltstellen), die anderen gehen Tee trinken, bis es eben soweit ist. Und von deutscher Seite? Die einen mahnen und meckern, gelten schnell als “Nazis” und werden mundtot gemacht. Und die anderen, die “weltoffen” und “tolerant” sind und die “deutsche Einfalt” zugunsten eines gleichberechtigten Potpourris verschiedenster Kulturen, Ethnien und Kulturen ersetzen wollen - was machen die? Sie wünschen sich Deutschland tot und kreieren dafür eine “postnationale” Gesellschaft.

Linke Islamkritik: Zwischen Heuchelei und Blindheit

Und hier spitzt sich die Situation zu. Diejenigen, die den Islam aus Angst vor kultureller, nationaler und ethnischer Überfremdung kritisieren, gelten als “rechts” und somit als unanständig. Aber was ist, wenn die toleranten Gönner islamischstämmiger Zuwanderer und ihrer Nachkommen so langsam ebenso aus ihrem Traum geweckt werden? Herrscht bei Islam-Lobby und Emanzipationsfans noch Einigkeit in der Verurteilung von “rechts”, so treten erste Risse im Spät-68er-Bollwerk auf, wenn es um Familie, Rolle der Frau, Glaube oder Ehre geht. Denn was haben deutsche Homo-Aktivisten, Feministinnen, vaterlandslose Genossen, hedonistische Atheisten, schäbige Punker und dauerbekiffte Antifas mit einem gläubigen Muslim gemeinsam? Nichts.

Und dann, wenn Schwule in Parks von arabischen Machos penetriert werden oder wenn deutsche Partychicks von ihren türkischen Paschas als bloßes “Fickobjekt” angesehen werden, also dann, wenn die emanzipatorische, fortschrittsgläubige und vor allem schrankenlose Gesellschaft in Frage gestellt wird, hört es auf mit linker Toleranz. Doch selbst dann sind es die sozialen Umstände, die dies verursachen oder mangelnde Integrationsbemühungen seitens des Staates.

Fundamentale Kritik am Islam darf nur ausüben, wer Jude ist (Henryk M. Broder oder Ralph Giordano) oder sonst einer “schutzbedürftigen” Minderheit angehört. Ansonsten gilt die Devise: Noch mehr Streetworker, mehr türkischstämmige Lehrer und Polizisten, mehr sichtbare islamische Gotteshäuser und vor allem mehr Geld, damit eine Eingliederung der Muslime in diese Gesellschaft gelingt. Ironischerweise bringt das Betonen fremdkultureller wie fremdethnischer Prägungen einen biologischen Aspekt zurück ins politische Spiel, den man in der “post-nationalen” Nachkriegsgesellschaft doch seitens der Neuen Linken zu überwinden glaubte.

Rechte und linke Islamkritik, dennoch kein gemeinsamer Nenner

Eine automatische Hinwendung von Muslimen zu den Göttern “Konsum” und “Liberalismus” wird es nur partiell geben. Zu groß ist das eigene Selbst- und Sendungsbewusstsein, zu groß ist die Gewissheit des Sieges, angesichts der Geburtenentwicklung. Und zu groß ist auch die insgeheime Abneigung gegenüber den “dialogisierenden” bundesdeutschen Speichelleckern.

Konservative befürworten am Islam die traditionellen Werte, den Familienzusammenhalt und den transzendentalen Glauben, fühlen sich jedoch ohnmächtig angesichts der fortschreitenden Überfremdung. Linke befürworten die Überfremdung im Sinne der Überwindung des Nationalen, sorgen sich aber um ihre emanzipatorischen Pseudo-Weisheiten. Die notwendige Islamkritik schaltet sich gegenseitig aus, eine gemeinsame Front gab und gibt es nicht – zumal es fraglich ist, ob dies überhaupt wünschenswert wäre.

Was bleibt, ist ein Deutschland, dem staatspolitisches Ethos, eine vernunftgeleitete, patriotische Führung und ein wehrhaftes Volk fehlt. Dem gegenüber steht eine wachsende Islamgemeinde, der sich auch immer mehr Deutsche anschließen, die zukünftig hier die Fäden ziehen wollen. Am Ende bleibt die persönliche Erfahrung – nicht Deutschland und schon gar nicht diese bröckelnde Spaßgesellschaft.

 
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