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Die konservative Frau: Abrechnung mit einem Klischee PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Laura Küchler   
Dienstag, den 11. August 2009 um 19:41 Uhr

Mutter mit KindEs gibt einige Dinge, die einfach offensichtlich sehr gut zueinander passen: Faust auf Auge, Nagel auf Kopf, Konservativismus auf Frau ... Wie bitte? Eher nicht, würden viele sagen. Ich meine: doch! Aber was bedeutet das eigentlich, eine Konservative zu sein? Für viele bedeutet es vor allem das Tragen eines langen Rockes mit passender Schürze und der Hauptarbeitsplatz ist natürlich der heimische Herd. Was auch sonst?

Widerstand und Nachkriegszeit

Die Realität zeigt, dass dieses Klischee mehr als veraltet ist. Nein, die Realität konservativer Frauen spielt sich oft geradezu grotesk weit davon ab: mitten im politischen Engagement. Leider haben weibliche Konservative mit sehr vielen Vorurteilen zu kämpfen. Oft schon musste ich mir anhören, ob ich den 68ern nicht dankbar für die Emanzipation der Frau wäre, ob ich denn wirklich „zurück an den Herd“ wolle. Schon wieder dieses dumme Schubladendenken.

Als hätten Frauen vor ihrer sogenannten „Befreiung“ nur Haushalt und Herd im Sinn gehabt! An dieser Stelle möchte ich auf die Widerstandskämpferin Sophie Scholl verweisen, die schon früh in ihrem Leben gezeigt hat, dass auch Frauen politisch Stellung beziehen können – und ihre Einstellung war gewiss weit von der Alice Schwarzers entfernt, so viel steht fest. Einige Jahre später traten die Frauen wieder auf den Plan. Sie bauten fast im Alleingang ein zerstörtes Land wieder auf, sie übernahmen Pflichten und Aufgaben der aufgrund des Krieges fehlenden Männer. Diese Dinge werden allerdings heute kaum gewürdigt und auch – wie so viel anderes – in den Schulen schlichtweg ignoriert. Vor den 68ern stand das weibliche Geschlecht am Herd und versorgte die Kinder, so die offizielle Erzählung. Schürze und Rock sind natürlich nicht zu vergessen. Eine derartige Sichtweise ist nicht nur unfair, sie ist auch völlig unhistorisch und ignorant.

Unterschiede als Chance

Selbstverständlich bin auch ich dankbar für das Wahlrecht für Frauen und dafür, das Abitur ohne Schwierigkeiten meines Geschlechtes wegen ablegen zu dürfen. Das ist keine Kleinigkeit und gewiss nicht selbstverständlich. Ich halte manche Entwicklungen der sogenannten Emanzipation also durchaus für richtig und wichtig, aber an dieser Stelle möchte ich eine steile Aussage wagen: Emanzipation muss Grenzen haben. Eine funktionierende demokratische Gesellschaft lebt von der Vielseitigkeit.

Die Mitglieder einer solchen haben unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen, unterschiedliche Pflichten, denen sie nachkommen müssen, sonst funktioniert es nicht. Es muss sowohl mutige Männer als auch mutige Frauen geben, die bereit sind, ihren Aufgaben und Pflichten nachzukommen, so verschiedenartig diese auch sein mögen. Man kann es vielleicht mit der Funktion einer komplexen Maschine vergleichen: Viele verschiedene Zahnräder greifen ineinander und halten so das System intakt. Wären alle Zahnräder gleich, würde nichts zusammen passen und die Maschine wäre nicht funktionstüchtig.

Gleichmacherei ist ein Verbrechen

Mit großem Ehrgeiz predigen besonders unsere linken Zeitgenossen, dass Unterschiede als Bereicherung und nicht als zu überwindender Faktor angesehen werden sollten. Aber bei den Geschlechtern wird die Ausnahme gemacht. Warum? Was ist so schlimm daran, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind? Und das sind sie, wer das nicht glaubt, ist blind. Das Geschlecht entsteht nicht nur durch Denken, es ist tief verwurzelt in der Seele eines jeden Menschen, egal ob männlich oder weiblich. Raubt man einem Menschen sein Geschlecht, so raubt man ihm einen Teil seiner Persönlichkeit.

Das ist meiner Ansicht nach als Verbrechen zu betrachten: Als Verbrechen an der Menschlichkeit. Die Unterschiedlichkeit der Geschlechter sollte also viel mehr als große Stärke betrachtet werden. Mann und Frau müssen sich ergänzen, sich gegenseitig fordern – und dadurch fördern! Denn nur durch Respekt für den jeweils anderen entsteht echtes Verständnis.

Warum Frauen konservativ sein sollten

Diese Erkenntnis haben Möchtegern-Emanzen wie Charlotte Roche und die türkischstämmige Rapperin Lady Bitch Ray wohl verpasst. Letztere gibt aber auf ihrer MySpace-Seite unter der Überschrift „Die 10 Gebote des Vagina Styles“ wertvolle Hinweise, die das weibliche Selbstbewusstsein stärken sollen: „Habe Selbstbewusstsein: Stecke deinen Finger in deinen Slip und finde deinen G-Punkt; Es sind deine Gefühle, es ist dein Körper, es sind deine Titten, dein Arsch. Behüte jene und lerne sie einzusetzen.“

Vielen Dank, darauf haben wir Frauen wirklich gewartet. Konservative Frauen sind also keineswegs als rückständig anzusehen, ganz im Gegenteil. Sie werden in der Gesellschaft dringend gebraucht und sollten dementsprechend selbstbewusst auftreten: Sie sehen ihrer Pflicht und ihrer Rolle als Frau in der heutigen Gesellschaft ins Auge, anstatt krampfhaft etwas sein zu wollen, was sie nicht sind.

Es macht eine Frau beispielsweise nicht zu einer besseren Mutter, früh wieder arbeiten zu gehen, wenn das Kind dafür schon im ersten Lebensjahr einer Tagesmutter anvertraut wird. Es macht sie sogar zu einer sehr schlechten Mutter, denn sie ist blind für die Bedürfnisse eines noch schutzbedürftigen Wesens. Daran gibt es nichts zu rütteln. Es ist bewiesen, dass ein Kind seine Mutter gerade in den ersten Jahren seines Lebens braucht – und das ist – nebenbei gesagt – auch sehr harte Arbeit. Diese Arbeit steht in ihrer Wertigkeit der Arbeit eines Mannes in nichts nach.

Frauen, die auf Gender Mainstreaming pochen, haben nicht erkannt, worauf es ankommt. Es kommt nicht darauf an, was eine Frau ist, und was ein Mann. Sondern darauf, was beide Geschlechter zusammen sind: Ein perfektes Team.

Frauen, fühlt euch emanzipiert. Aber ihr dürft auch Frau und konservativ sein, denn ihr seid besonders und gewollt anders als Männer! Lasst euch nicht zu Zwischenwesen machen. Helft mit, das Klischee des Herdes zu zerstören, lasst uns endlich einstehen für das, woran wir glauben! Konservatismus ist keine frauenfeindliche Männerdomäne, sondern ein Ort, wo auch weibliches Engagement gefragt ist.

 
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