Startseite Gesichtet Wer nicht hören will, muß fühlen: Über konforme Pauker und Pennäler

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Wer nicht hören will, muß fühlen: Über konforme Pauker und Pennäler PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Marco Reese   
Dienstag, den 15. September 2009 um 18:26 Uhr

Keine MeinungBild Dir Deine Meinung! Mit diesem Satz könnte man den Anspruch unseres Schulwesens zusammenfassen. Das wichtigste Ziel ist heute, Schüler zu mündigen Menschen zu erziehen. In Schulgesetzen und Rahmenrichtlinien steht es so oder ähnlich. Doch die Realität sieht anders aus: Unter Schülern wie Lehrern herrscht geistlose Angepaßtheit.

Wer wollte schon bestreiten, dass ein jeder differenziert und kritisch denken solle? Es scheint also selbstverständlich, Jugendliche dahingehend zu bilden. Warum erwähnt man es dann überhaupt? Schließlich gehört es doch zu den elementaren Aufgaben einer Schule. Trotzdem ist die Forderung schwammig. Begleitet wird sie häufig von weiteren Begriffen wie „freiheitlich-demokratische Grundordnung“, Selbstbestimmung, Aufgeschlossenheit und Solidarität. Zunächst einmal inhaltsarme Wörter.

Die zivilcouragierte Schule lehnte Peter S. ab, weil er „rechts“ sei

Das eigentliche Problem ist aber, daß Schulen nicht einmal solche dehnbaren Ziele erfüllen. Da ist zum Beispiel der Lehramtsstudent Peter S. Gemäß der Studienordnung hat er ein längeres Schulpraktikum an einem Gymnasium abzuleisten. Das Vorstellungsgespräch lief ohne Probleme. Doch wenige Tage später erfährt er, daß die betreffende Schule ihn nicht mehr betreuen möchte. Der Grund: die Weltanschauung des Studenten – eine „rechte“, welche er im Internet dargelegt hat. Auch Antisemitismus wirft man ihm vor, ohne jedoch Beweise zu nennen.

Peter S. beschwert sich schriftlich bei der Schulleitung. Eine Antwort erhält er nie. Stattdessen wird das Schreiben an die Universität weitergeleitet. Eine direkte Auseinandersetzung mit dem Studenten findet seitens der Schule nie statt. Die Schule, die Teil des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist, lehnt Peter S. also intolerant ab. Wo ist nun die Courage dieser Schule? Es ist nicht mutig, einen jungen Menschen nur aufgrund seiner politischen Meinung abzulehnen. Und das ohne ein Gespräch. Wie sollen unter solchen Lehrern selbständig denkende Menschen heranreifen?

Immer noch ist der bundesrepublikanische Diskurs vom verzerrten Blick auf den Nationalsozialismus (NS) und dem damit verbundenen Schuldkomplex bestimmt. Er weist über den NS hinaus und vergiftet das Verhältnis der Deutschen zu ihrer eigenen Geschichte und Identität.

Jugendliche haben ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Identität …

Die Medien spielen hier ihre Rolle ebenso wie bestimmte Vertreter der politischen Klasse. Die Kampagnen der letzten Jahre gegen Personen, die Unliebsames zu geschichtlichen oder politischen Belangen äußerten, verdeutlichen, daß es sich meist nur um Scheindebatten handelt. Genannt sei hier nur der Fall Peter Krause. Dabei wird, wer die Alleinschuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg hinterfragt, ebenso öffentlich geächtet wie derjenige, der die Einzigartigkeit der NS-Verbrechen bestreitet, Homosexualität aus seinem Glauben heraus ablehnt oder überzeugt vaterländisch auftritt.

Es entsteht ein Klima der Angst. Elisabeth Noelle-Neumann entwarf dazu das Theorem der „Schweigespirale“. Sie betrifft auch Schule und Universität, Studienräte und Hochschullehrer. Sie ziehen das Mitläufertum vor. Feigheit und Mangel an Wissen zählen zu ihren Eigenschaften. Ein dem Verfasser bekannter jüngerer Lehrer sagte, daß dieser Berufsstand grundsätzlich nicht die mutigsten Personen hervorbringe. So kommt es zur verbreiteten Diskursunfähigkeit.

Die Geschichte dieser Zeitschrift eröffnet weitere Beispiele für einen an Schulen grassierenden Konformismus, der sich als weltoffen, mutig und fortschrittlich ausgibt, es aber gar nicht ist. So gerieten die Gründer der Blauen Narzisse (BN) an ihren Schulen in Schwierigkeiten und sahen sich unhaltbaren Anschuldigungen ausgesetzt. Der Verkauf und das Verteilen der Hefte wurde erschwer und sachliche Auseinandersetzungen mit den betreffenden Schülern fanden nicht statt.

Jüngst erst bezeugten BN-Autoren, welche die Jubiläumsausgabe an Chemnitzer Gymnasien verteilten, das Diskursverständnis mancher Lehrkraft. Am André-Gymnasium mußten Schüler, welche ein Heft in der Hand hielten, dieses an eine fast schon hysterische Lehrerin abgeben. Eine Schülerin sagte: „Das ist doch die Zeitschrift, die wir nicht lesen dürfen.“

Natürlich handelt nicht jeder Lehrer aus Überzeugung so. Wahrscheinlich würden die meisten das noch nicht einmal gutheißen. Es sind nur wenige Verantwortliche. Aber sie setzen andere Lehrer unter Druck. Widerspruch erhebt sich selten.

… und werden gegen Leute aufgehetzt, die genau dafür eintreten

Der einigermaßen widerstandsfähige junge Erwachsene kann im Studium vielleicht gegenüber solchen Anfeindungen bestehen. Wie aber sollen Jugendliche unter den oben beschriebenen Voraussetzungen überhaupt studierfähig werden? Wirklich freie Meinungsbildung gibt es nicht. Die Jugend kann noch nicht einmal ihren rebellischen Charakter sinnvoll gegen diese Zustände einsetzen. Ihre schöpferischen Möglichkeiten werden für den „Kampf gegen rechts“ genutzt (z.B. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“) und ansonsten zerfasert. Der ungefährliche, weil öffentlich geförderte, Einsatz in diesem Bereich wird belohnt.

Das Zusammenspiel von schulischen und medialen Einflüssen wirkt äußerst ungünstig auf die wirkliche Meinungsbildung. „Die Tyrannei der Leisetreter“, wie Erik von Kuehnelt-Leddihn es nannte, die eben doch zu den Kennzeichen der aufgeklärten Menschheit gehört, scheint fest im Sattel zu sitzen. Heute plagt uns nicht ein offener Totalitarismus wie unter den französischen Jakobinern, in der Sowjetunion, im Dritten Reich oder in der DDR. Unter der Oberfläche aber ist etwas, das Nährboden für Ärgeres sein könnte. Mitläufertum, Wendehälse und Angepaßtheit garantieren den Bestand freiheitsfeindlicher Systeme.

Das Bildungswesen hatte dafür immer eine große Bedeutung. Vor allem die Jugend galt es, seit jeher zu gewinnen und zu beeinflussen. So äußerte Ernst Jünger, auf den (deutschen) Lehrstühlen seien 1933 und 1945 nur die „Politruks“, also die Funktionäre, ausgetauscht worden.

Als junge Deutsche haben wir die Aufgabe, uns in Wahrhaftigkeit zu üben. Wir dürfen uns dabei von der ungünstigen Diskurslage nicht an unserem Beitrag hindern lassen. Welche Schule auch immer Du besuchst, wo und was Du studieren oder lernen magst: Trau Dich. Trage Deine Meinung sachlich vor. Schrecke nicht vor den Gemeinheiten unverständiger Leute zurück. Such Dir vertrauenswürdige Lehrer. Nimm Dein Recht auf sinnvollen und intelligenten Protest wahr, der uns als der deutschen Jugend von heute gebührt!

 
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