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„Es gibt das Gerücht, dass Staaten nicht pleitegehen können“, so Angela Merkel im Januar dieses Jahres. Sie fuhr fort: „Dieses Gerücht stimmt nicht.“ Die Weltwirtschaftskrise erreicht in diesen Tagen das letzte Stadium einer mehrjährigen Metamorphose: Aus einer einfachen Kreditkrise wurde eine Bankenkrise. Es folgte eine Finanzkrise, die sich zur Wirtschaftskrise auswuchs. Die letzte, entscheidende Phase ist nun erreicht: die Währungskrise. Sie ist die unausweichliche Folge einer ungezügelten globalen Ausgabenpolitik.
Immer höhere Schulden und doch redet man von Peanuts
Ende 2008 betrugen die Schulden Deutschlands etwa 1.553 Milliarden Euro. Das ist, nüchtern betrachtet, nur eine weitere, nichtssagende Zahl. Achselzuckend nehmen wir zur Kenntnis, dass die Regierung wohl auch dieses Jahr neue Schulden machen wird. Wir empören uns nicht mehr über den erneuten Bruch des EU-Stabilitätspakts. Unsere Wahrnehmung ist verzerrt. Millionen werden zu Milliarden und ehemals astronomische Summen sind morgen nur noch Peanuts.
Ein Blick auf die USA lässt die Grenzen zwischen den Phantastilliarden eines Dagobert Duck und der Realität endgültig verschwimmen: Mit Ende des dritten Quartals dieses Jahres summierten sich die US-Staatsschulden auf beinahe zwölf Billionen US-Dollar.
Betrachtet man dazu die Entwicklung der Staatsverschuldung der USA über die letzten 80 Jahre, so findet man eine Exponentialfunktion, wie sie im Buche steht. Angesichts dieser Tatsache erscheinen alle Hoffnungen auf einen schnellen und nachhaltigen Abbau des Schuldenbergs als illusorisch.
Fällt demnächst der Staat, das letzte Bollwerk gegen den totalen Kollaps?
Dabei stellte der Staat mit seiner vermeintlich unendlichen Solvenz das letzte Bollwerk des Kapitalismus vor einem drohenden Systemkollaps dar. Wenn in den USA die Häuslebauer ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen konnten, übernahmen die Banken. Als die Banken pleite waren, gab es den Einlagensicherungsfonds. Zuletzt gab es immer noch den Staat.
Banken werden verstaatlicht, Konjunkturprogramme geschrieben, Milliarden verteilt und alle sind glücklich. Bräche mit dem Staat die letzte Instanz im Kampf gegen die Krise zusammen, so wäre der „global economic collapse“ nahezu unausweichlich.
Eine Währungsreform bedeutete eine Enteignung der Bürger
Den Regierungen dieser Welt bleibt realistisch betrachtet nur eine Option: Eine kontrollierte Währungsabwertung mit anschließender Währungsreform. Dies käme jedoch einer doppelten Enteignung der Bürger gleich. Dabei sind Währungsreformen nichts Unübliches im kapitalistischen System. Bereits 1948 bei der Einführung der D-Mark in Westdeutschland kam es zu einem solchen Schritt – mit fatalen Folgen für die Bürger.
Auf Wikipedia steht dazu: „Der allgemeine Tauschkurs von 100 RM:10 DM galt gewissermaßen nur für Schuldforderungen. Bargeldreserven und Bankguthaben wurden letztendlich im Verhältnis 100 RM:6,50 DM umgetauscht. Die öffentliche (sic!) Anleihen an Privatpersonen wurden für wertlos erklärt. Preise und Löhne wurden im Verhältnis 100:100 umgesetzt. Wer Waren bis zur Umstellung ungesetzlicherweise gehortet hatte, der war Gewinner. Die Sparer und Arbeitslosen waren die Verlierer.“ Niemand konnte sich damals ernsthaft auf ein solches Ereignis vorbereiten, die kollektive Enteignung kam praktisch über Nacht.
Der Währungsabwertung ging historisch ein entscheidendes Ereignis voraus, über das in den Geschichtsbüchern nur unzureichend berichtet wird: das Ende des Bretton-Woods-Systems 1973 durch Nixon. Der Goldstandard wurde aufgehoben, die Währungen waren fortan durch nichts hinterlegt. Der ungezügelten Verschuldung war damit Tür und Tor geöffnet. Geld konnte nun in beliebiger Menge neu geschaffen werden, ohne dass es mit realen Gütern gedeckt war.
Auf der Internetseite www.RealTerm.de findet man dazu eine Graphik über die Entwicklung des Dollars und des Euros seit 1955 gegenüber Gold (Preis 1955 = 100%, Euro vor 1999 = DM zum Umtauschkurs von 1.95583). Sie zeigt das Ausmaß der Geldentwertung. Der Dollar verlor ganze 96 Prozent seines Wertes, der Euro (vormals DM) immerhin knapp 90 Prozent.
Der Wert unseres Geldes fällt ohne Ende
Das ist die zweite Enteignung unserer Vermögen. Die Völker zahlen die Zeche ungezügelter Schuldenexzesse Tag für Tag, Jahr für Jahr, durch die stetig sinkende Wertigkeit ihrer Ersparnisse.
Allein der Glaube, ein bunt bedrucktes Stück Papier besäße nach dem Ende des Goldstandards noch irgendeinen Wert, hält dieses System am Leben. Würden weltweit nur 5 Prozent der Bankkunden entscheiden, ihr Geld von der Bank zu holen und es zu Hause zu horten, so würden alle Geldinstitute kollabieren. Erst vor wenigen Tagen ging die niederländische DSB-Bank auf eben diese Weise Pleite.
Festzuhalten bleibt: Die Schulden der Staaten können niemals vollständig zurückgezahlt werden. Die Schuldenstandsquoten werden weiterhin kontinuierlich steigen und eine Währungsreform scheint unausweichlich. Nur echte Werte wie Immobilien, Gold oder Silber bieten wirklich Schutz. |