Startseite Gesichtet „Zivilcourage“: Ein Figurenpanorama mit allen Opfern und Tätern der fehlgeschlagenen Integration

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„Zivilcourage“: Ein Figurenpanorama mit allen Opfern und Tätern der fehlgeschlagenen Integration PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Felix Menzel   
Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 02:11 Uhr

ZivilcourageDas Wort „Zivilcourage“ hat durch das politisch-korrekte Establishment komplett seinen Sinn verloren. Denn hierbei geht es nicht darum, in einer Menschenmasse „mutig“ eine Kerze zu halten. Es ist mehr gefragt: Wer Zivilcourage beweisen will, braucht einen eigenen Standpunkt und muß zeigen, daß er diesen Standpunkt auch in Gefahrensituationen verteidigt. Gestern lief in der ARD ein Sozialdrama namens „Zivilcourage“. Es spielt in Berlin-Neukölln. Der Antiquar Peter Jordan, gespielt von Götz George, lebt und arbeitet in dem Problemviertel und wird eines späten Abends Zeuge einer brutalen Gewalttat eines Migranten. Er geht dazwischen und rettet dem alten Mann, der aufgrund einer Lappalie angegriffen wurde, vermutlich das Leben. Die Freundin des Täters, die 15jährige Jessica, steht bei dem Gewaltexzeß ratlos daneben und, wie es der Filmzufall so will, absolviert sie gerade ein Praktikum bei Jordan. Der Antiquar sagt bei der Polizei aus, aber die ist überlastet, und so eskaliert in der Folge die Situation.

Die Ausländerbande rund um den frei herumlaufenden Täter terrorisiert Jordan, seine Familie und sein Umfeld. Ganz am Ende steht er alleine da. Nur er noch und eine kurzfristig beschaffte Waffe, mit der er dem Treiben ein Ende setzen will. Dann geschieht das etwas weit hergeholte Wunder: Jessica, die sich im Film als Analphabetin entpuppt und aus einer asozialen Familie stammt, hat durch Jordans Einflußnahme einen Sinneswandel durchgemacht und löst den Konflikt auf. Der Gute legt seine Waffe zur Seite, die Bösen werden doch noch von der Polizei festgenommen und wenigstens bei der bildungsfernen 15jährigen hat die Integration funktioniert. Bravo!

Abgesehen von diesem absurden Ende hält „Zivilcourage“ aber eine Menge bereit, denn der Film stellt ein Figurenpanorama auf, welches repräsentativ für alle Beteiligten stehen könnte, die unter der Ghetto- und Bandenbildung hauptsächlich nicht-deutscher Unterschichten leiden.

Es treten auf:

Das gleichgültige deutsche Bürgertum
Die Tochter von Peter Jordan ist mit ihrer Familie gerade aus Berlin-Neukölln geflüchtet, weil sie möchte, daß ihre Kinder an einer Schule lernen, an der die Lehrer auch etwas lehren können und keine Angst vor Gewalttaten haben müssen. Diese Familie steht symptomatisch für jene, die es sich aufgrund ihres finanziellen Polsters leisten können, vor den Problemen der Masseneinwanderung und Ghettobildung zu flüchten. Sie scheren sich nur um ihr Privatleben. Das deutsche Volk ist ihnen egal.

Die machtlose Polizei
Sie ist chronisch unterbesetzt und gibt ihr Gewaltmonopol in den sozialen Brennpunkten auf. Die Ordnungshüter sind nicht in der Lage, die Sicherheit für ihre Bürger aufrechtzuerhalten.

Eine typisch deutsche Unterschichtenfamilie
Die alleinerziehende Mutter von Jessica ist fett, hängt den ganzen Tag vorm Fernseher und versagt bei der Erziehung ihrer drei Kinder. Sie lebt von HartzIV und bekommt somit ihr asoziales Leben vom Staat finanziert. An ihr zeigt sich, welch fatale Folgen die auf Geldzuwendungen zugeschnittene Sozialpolitik der Bundesrepublik hat.

Die Ausländerbande
Nicht integrierbare Ausländer, die weder wirtschaftlich noch kulturell eine Bereicherung darstellen, übernehmen Berlin-Neukölln und vertreiben die Deutschen. Niemand getraut sich, ihnen entgegenzutreten. Sie haben das Gewaltmonopol in diesem Bezirk erobert.

Der handlungsunfähige Rechtsstaat
Die Gewalttaten, die im Film verübt werden, sanktioniert der Staat nicht, weil ihm einerseits die Mittel, andererseits der Wille fehlt. Der Rechtsstaat schaut dabei zu, wie auf den Straßen ein Recht des Stärkeren entsteht. Und im Fall von Berlin-Neukölln sind die Ausländer die Stärkeren.

Die lebensfremden 68er
Peter Jordan ist ein alter 68er. Alle seine Freunde lehnen sich gemütlich bei einem Glas Wein zurück und reden viel, wenn der Tag lang ist. Wenn die Realität in ihr Leben hereinbricht, vergessen sie alle ihre Ideale und sagen: „Moment mal, damit haben wir doch nichts zu tun.“

Der 68er-Renegat
Zwar schwört Peter Jordan seinen alten linken Ideen niemals ab, aber das ist auch gar nicht nötig. Heutzutage ist man schon 68er-Renegat, wenn man seinen Idealen von früher konsequent treu bleibt und nicht in die Toscana flüchtet.

Ein (!) Integrationswunder
In „Zivilcourage“ gelingt es nur der 15jährigen Jessica, sich selbst aus ihrem Milieu heraus zu kämpfen. Einzelpersonen können es schaffen, die Masse wird es aber nie schaffen. Noch dazu, wenn die Betreffenden nicht (oder nicht gut) deutsch sprechen.

Das Versagen der Schule
Weder bei Jessica noch bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund hat die Schule auch nur irgendetwas erreicht: keine Bildungs- und auch keine Erziehungserfolge.

Der israelische Regisseur Dror Zahavi hat gestern in Deutschlandradio Kultur seine mit dem Film verbundenen Intentionen dargelegt. Das Individuum müsse etwas ändern wollen. Anders ginge es nicht. „Ich glaube, dass die Frage der Bildung, die Frage der Gleichberechtigung, der Chancen eine unheimlich große Rolle spielt und natürlich von den zuständigen Behörden auch behandelt werden muss. Und trotzdem, ohne die Entscheidung des Individuums, die Realitäten ändern zu wollen, wird nichts passieren, auch mit viel Geld nicht.“

Das ist zwar immer noch sehr optimistisch gedacht, aber im bundesdeutschen Diskurs ein Fortschritt. Zahavi akzeptiert die angebliche, soziale Benachteiligung nicht als Begründung für Gewalttaten. Er appelliert an die Verantwortung des Einzelnen. Insofern ist auch jeder Einzelne zur Rechenschaft zu ziehen und muß bei Verbrechen bestraft werden. Die nächste Erkenntnis, die jetzt noch folgen muß: Integration funktioniert immer nur bei wenigen Begabten. Eine Menschenmasse aber ist nicht integrierbar.

 
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