| Exzellente Bildung schafft Reichtum. Darum: Klasse statt Masse! |
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| Geschrieben von: Eva Kühne |
| Dienstag, den 02. Februar 2010 um 14:12 Uhr |
Kapital, Arbeit und technischer Fortschritt. Mit diesen typischen Faktoren versuchen Ökonomen zu erklären, was ein Land oder eine Region wirtschaftlich leisten kann. Alles zusammen, die Produktivität, zeigt, wie viel Spielraum einer Gesellschaft noch nach oben hin hat. Doch dass Bildung die Grundlage für die genannten Faktoren ist, geht meist unter.
Von Bildung profitiert die gesamte GesellschaftFür mehr Produktivität sorgt technischer Fortschritt. Menschenkraft scheint hier auf den ersten Blick überflüssig. Doch um effizientere Maschinen zu entwickeln, braucht es menschliches Innovations- und Denkvermögen. Erst der Mensch verbindet Sachkapital und Arbeit zu technischem Fortschritt und einer Produktionssteigerung. Er entwirft die Pläne und Anleitungen. Die Maschinen setzen sie lediglich um. Diese Kraft der Innovation entstammt einem vierten Faktor, der Bildung. So entsteht technischer Fortschritt, werden Kosten gesenkt und der Ertrag gesteigert. Zusätzliches Wissen bedeutet leistungsfähigere Arbeit. Eine gute Ausbildung für breite Schichten ist daher ebenso für den Wohlstand der gesamten Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Gute Ausbildung treibt die Produktivität an Ebenso bietet Bildung die Chance für beruflichen Aufstieg. Durch eigene Leistung können so Herkunftsunterschiede ausgeglichen werden. In den 50er-Jahren diskutierte man in den USA darüber, wie Wissen vermittelt werden solle. Die Frage war: Wie kann man das Humankapital über den Bildungsfaktor vermehren? Das Resultat: Die Politik solle Aufstiegschancen nicht an den Einkommens- oder Vermögensverhältnissen des Elternhauses scheitern lassen. Wer das Potenzial besaß, sollte eine Ausbildung nach hohen Maßstäben erhalten. Damals ging es nicht darum, unbedingt möglichst viele möglichst gut ausbilden zu lassen. Die Fähigen sollten ausgebildet werden, um später die Wirtschaft anzukurbeln. Heute dagegen steht anderes im Mittelpunkt: die komplette Nivellierung der Herkunftsunterschiede. Die Studentenzahlen sollen erhöht werden, um Bildungsgerechtigkeit zu garantieren. Um das zu erfüllen, soll das Studium vereinfacht werden. Möglichst viele sollen studieren. Das eigentliche Ziel der „Humankapitalsteigerung“ (was für ein Unwort!) wird damit jedoch vollkommen verfehlt. Es ist nicht unbedingt vorteilhafter, wenn Massen mittelmäßig Ausgebildeter eine Volkswirtschaft antreiben, anstelle einer ausgewählten, gründlich ausgebildeten Gruppe. Nicht jeder ist für eine bestimmte Ausbildung bestimmt und bringt die entsprechenden Qualifikationen mit. Noch ist es dem deutschen Bildungssystem nicht gelungen, Chancengleichheit in der Schulbildung herzustellen. Folglich kann bei Studienantritt nicht von einer gleichen Qualifizierung aller Bewerber ausgegangen werden. Es müssen hervorragende Studienbedingungen garantiert werden Studentenzahlen dürfen nicht ins Unendliche steigen. Damit im Studium weiterhin eine fundierte wissenschaftliche und forschungsorientierte Ausbildung gewährleistet werden kann, müssen adäquate Bedingungen herrschen. Dazu zählen unter anderem überschaubare Studiengruppen statt überfüllter Hörsäle; hochqualifizierte Dozenten und Professoren; vernünftige Forschungsausstattung und umfassende Bibliotheken. Begabte müssen gezielt gefördert werden, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Davon profitieren alle. Mit inflationär ansteigenden Studentenzahlen kann das bisherige Niveau der Hochschulabschlüsse nicht gehalten werden. Die Qualität leidet wie so oft unter der Quantität. Um einen Bezug zu der Produktionsfunktion der Ausbildung herzustellen: Der Produktivität schadet die Quantifizierung der Bildung, da sie zulasten der Qualität geschieht. Ferner nagt das Ganze an dem bisher herausragenden Ruf der deutschen Universitäten als höchste Bildungsinstanzen. Was eine Volkswirtschaft braucht, ist eine avantgardistische Gruppe bestens ausgebildeter Menschen, die ihr Humankapital sinnvoll einsetzen. Sie sollen den Wohlstand der gesamten Gesellschaft mehren. |