| Die Gründung der Jenaer Urburschenschaft |
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| Geschrieben von: Robert Adam | |
| Donnerstag, den 30. August 2007 um 01:00 Uhr | |
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Verschiedene Faktoren bewirkten eine Änderung dieses unhaltbaren Zustands: in geistiger Hinsicht der Einfluss von Aufklärung und Romantik, im politischen Bereich die Folgen der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege. Das Gedankengut der Aufklärung führte insofern zu einem Wandel des philosophischen Denkens, als nunmehr die politische Einheit nicht mehr durch die Person des Fürsten, sondern durch den Willen des Volkes legitimiert wurde. In Deutschland brachte die Besetzung durch Napoleon ab 1806 verstärkt den Wunsch zur Abgrenzung von Frankreich und von dessen rein politischen Volksverständnis mit sich. Der mythisch-irrationale Geist der Romantik trug ebenfalls dazu bei, dass sich von 1805 bis 1815 liberalistische und konservative Tendenzen in der politischen Literatur und in den programmatischen Schriften Deutschlands kreuzten.
Die gebildete akademische Schicht, teilweise aus jungen Jenaer Professoren wie Schiller, Hegel, Fichte und anderen bestehend, veränderte ihre vorher revolutionsbejahende Sichtweise in dieser Zeit zu einer mehr volksbezogenen Anschauung. Fichtes „Reden an die deutsche Nation“ in Berlin wiesen das Prinzip eines rationalen Verfassungsstaates als Idee der Französischen Revolution und als dem „deutschen Wesen fremd“ zurück. Speziell in Jena wurde dieses zunehmende patriotische Empfinden seit 1806 durch die Vorlesungen des Historikers Heinrich Luden gefördert, welcher damit das Interesse an der Geschichte des deutschen Volkes wecken wollte. Luden und andere Professoren trugen dazu bei, dass sich viele Jenaer Studenten dem Freiheitskampf gegen Napoleon innerhalb des Lützowschen Freikorps anschlossen. Weitere Gründe begünstigten die Gründung der Urburschenschaft gerade in Jena: der hervorragende Ruf der „Alma Mater Jenensis“ als ein Zentrum der literarischen Klassik und Frühromantik, der natürlich viele bedeutende Köpfe anzog, sowie die vergleichsweise liberale Regierung des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Als einer der ersten Staaten des Deutschen Bundes gewährte man dort am 5. Mai 1816 eine Verfassung und Pressefreiheit. In Jena wirkten somit auf die Studenten um 1815 alte protestantische Traditionen, der Geist von Aufklärung, Französischer Revolution und Frühromantik, repräsentiert durch hervorragende Professoren, das einigende Erlebnis der Befreiungskriege gegen Frankreich sowie die freiheitlichen politischen Tendenzen innerhalb des thüringischen Kleinstaats, auf dessen Boden sich die Universität befand, ein. |