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Am 8. Mai würde einer der bemerkenswertesten US-amerikanischen Präsidenten seinen 125. Geburtstag feiern: Harry S. Truman. Als Präsident der frühen Nachkriegsjahre 1945 bis 1953 musste er viele schwierige und folgenschwere Entscheidungen treffen, die teils bis zum heutigen Tag nachwirken: Er war der Präsident, der zum ersten Mal eine Atombombe einsetzte, er war Mitgründer der United Nations und prägte die amerikanische Außenpolitik durch seine vehemente Unterstützung des Marshallplans und seine unvergessliche Truman-Doktrin, die noch heute als Meilenstein der amerikanischen Außenpolitik gesehen wird und schon damals weit über seine demokratische Partei hinaus auf Zustimmung stieß.
Am 8. Mai 1884 in Lamar, Missouri geboren, verbrachte der 33. US-Präsident zunächst eine ruhige Kindheit in einem aus einfachen Verhältnissen stammenden Elternhaus. Nach seiner High-School-Zeit ging er für kurze Zeit an eine kaufmännische Schule, um später wieder zu seinem Vater zurückzukehren, der seinen gesamten Besitz bei Spekulationen verloren hatte.
Truman diente nur kurz im Ersten Weltkrieg
Daraufhin meldete er sich freiwillig bei der U.S. Army und wurde 1918 noch gegen Kriegsende eingesetzt. Nach dem Krieg konnte er durch Kontakte zunächst zum Verwaltungsleiter eines Countys und dann US-Senator werden. Nach diesem steilen Aufstieg wurde Truman 1945 Vize-Präsident und am 12. April des selben Jahres amerikanischer Präsident. Der schnelle Aufstieg kann wohl – fernab von Verschwörungstheorien – auch mit seiner aktiven Mitgliedschaft bei den Freimaurern erklärt werden, bei welchen er sehr bald einen hohen Rang einnahm.
Als Präsident war Truman von Anfang an beliebt – das Times Magazine wählte ihn gleich zweimal zum Mann des Jahres, nämlich ‘45 und ‘48. Von Beginn an zeichnete Truman auch eine Verbundenheit mit dem Mutterkontinent der heutigen amerikanischen Nation aus – unserem Europa. Diese zeigte er durch seine vehemente Unterstützung des Wiederaufbaus Deutschlands trotz vieler antideutscher Stimmen. So konnte letztlich der Marshallplan durchgeführt werden.
Verfechter des Marshallplans
Hier zeigte sich ein Zug Trumans, der später noch deutlicher werden sollte: Seine radikale Gegnerschaft zu jeglichem linken und rechten Totalitarismus, dessen Vormarsch ein starkes Deutschland als Pufferzone zum stalinistischen Osten verhindern sollte. Im eigenen Land begann Truman mit dem später vom umstrittenen Joseph McCarthy weiterverfolgten Kampf gegen den kommunistischen Feind.
Ein Paukenschlag gleich in seinem ersten Amtsjahr waren die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Doch Harry S. Truman war nicht nur knallhart und entschlossen, sondern er war auch verzeihend und mitfühlend, wie sich bei der Begnadigung eines puerto-ricanischen Terroristen zeigte, der 1950 einen Anschlag auf ihn verübt hatte.
Er schlug sowohl laute wie auch leise Töne an
Für Truman spricht insbesondere die am 12. März 1947 veröffentlichte Truman-Doktrin, die es zum Grundsatz der amerikanischen Außenpolitik machte, allen Nationen Beistand zu leisten, die von militanten Gegnern im Inneren oder Äußeren bedroht werden. Die Doktrin ist ein Manifest für das Selbstbestimmungsrecht der Völker und für die freiheitliche Demokratie, dessen Nachwirkungen sich bis heute in der Argumentation für den Afghanistan-Krieg und den Irak-Krieg widerspiegeln.
Außergewöhnlich sind nicht nur Trumans Taten und die Zeit, in der er gelebt hat, sondern auch sein Name: Das „S“ steht nicht etwa für einen Zweitnamen, sondern ist eine Initiale, die stellvertretend für die Vornamen Solomon und Shippe seiner beiden Großväter steht.
Was man von Harry S. Truman lernen kann
Doch was kann uns die Lebensgeschichte dieses Mannes mit auf den Weg geben, was kann man als Politiker des 21. Jahrhunderts von ihm lernen? Sie soll uns erinnern, dass man mit Entschlossenheit und Kraft an die Probleme seiner Zeit herangehen soll, statt sich vor ihnen zu verstecken und über sie hinwegzusehen. Die eigene Meinung sollte man klar und rational vertreten, um sich auf seinem Weg v nicht von politischen Steinewerfern und Brandstiftern beirren zu lassen, denen nicht der Erfolg sondern das Scheitern am Herzen liegt. Truman mahnt uns, das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu achten und als eine Errungenschaft zu ehren, die es unserer Nation überhaupt erst ermöglicht hat, heute noch zu existieren.
Demnach müssen wir das schützen, was uns wichtig ist und was uns ausmacht: unsere Werte und unsere Demokratie, die sich in einer bewegten Geschichte herausgebildet haben und der kostbarste Schatz unseres Volkes sind.
Und noch eins können wir von Harry S. Truman lernen: Er träumte von einem friedlichen Europa in Zeiten eines Weltkrieges und einer Verständigung der Völker in einem internationalen Parlament in Zeiten tiefster Verwerfungen und Feindschaft. Seine Gegner belächelten ihn. Doch Truman machte einfach weiter und er machte es gut. Wenn man seine Visionen lebt, dann werden sie Wirklichkeit. |