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Der Schwimmunterricht ist einer der zentralen Kollisionspunkte zwischen deutscher und islamischer Kultur. Für konservative muslimische Eltern oder auch für religionsbewusste Kopftuchträgerinnen liegt es nicht im Bereich des Vorstellbaren, dass sie in einem Schwimmbad eventuell unter den Augen eines Sportlehrers leicht bekleidet schwimmen. Aktuell tagt wieder die Islamkonferenz und behandelt unter anderem dieses Problem.
Trotz spezieller Schwimmanzüge (oder passender: Badegewändern), die offiziell von islamischen Geistlichen als religionskonform zugelassen sind, nehmen viele muslimische Schülerinnen nicht am Schwimmunterricht teil. Tragischerweise führt dies zu einer langsam steigenden Zahl von Todesfällen durch Ertrinken. Schon alleine aus diesem Grund wäre das Schwimmenlernen aus eigenem Interesse sinnvoll. Die Realität sieht anders aus, auch wenn das Oberverwaltungsgericht Münster festgestellt hat, dass religiöse Gründe für eine Befreiung vom Sportunterricht nicht ausreichen. Necla Kelek nennt das Problem beim Namen Die prominente türkischstämmige Soziologin Necla Kelek brachte dieses Thema wie viele andere Probleme an die Öffentlichkeit, sodass sich die Islamkonferenz genötigt sah, es zu behandeln. Kelek sprach von einem symbolischen türkischen Mädchen, Ayse, das gerne schwimmen lernen würde, aber ihre Eltern verbieten es. Nicole Diekmann von tagesschau.de spielt die Bedeutung des Themas herunter. Kelek suggeriere, dass dieses Mädchen zum einen Realität sei und zum anderen die Mehrzahl darstellen würde. In diesem grandios tendenziösen Beitrag werden CDU- und FDP-Politiker, wie Volker Kauder und Georg Barfuß dargestellt, als würden sie ein nicht vorhandenes Problem hochstilisieren. „Die muslimischen Mädchen und der Schwimmunterricht – ein dringliches Thema, wie es scheint“, der konsequente Konjunktiv, mit dem alle Aussagen besagter Politiker und Soziologin kommentiert werden, lässt keinen Zweifel zu, dass es der Autorin ausschließlich darum geht, diese Aussagen zu entkräften, da sie nach Anruf in den Schulbehörden Bremens, Hamburgs und Berlins, der Meinung ist besser Bescheid zu wissen, als diejenigen, die sich damit beruflich beschäftigen. „Dieses Problem gibt es so gut wie nicht“, heißt es aus Bremen. Alles ist in Ordnung, niemand stört sich dran, die böse Springerpresse ist dran schuld, dass das Problem dramatisiert werde. „Die muslimischen Mädchen und der Schwimmunterricht - ein dringliches Thema, wie es scheint“ Glaubt man der Schulbehörde, scheint tatsächlich alles in Ordnung zu sein. Nur leider ist sie der falsche Ansprechpartner. An vielen Schulen kann man sehen, dass muslimische Mädchen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen. Darüber entscheidet nämlich nicht die Schulbehörde, sondern die Schulleitung. Die meisten Rektoren willigen ein, da sie davon ausgehen, eine Menge Ärger zu bekommen, falls sie ablehnen – angefangen von unangenehmen Elterngesprächen mit kaum deutsch sprechenden Eltern, über kritische Zeitungsartikel in der Regionalzeitung bis hin zu Beifall von eventuell unerwünschter Seite. Und warum sollte man diesen Fall der Schulbehörde melden, da würde man doch ein Eigentor schießen? Da unterschreibt der Rektor doch lieber eine Befreiung, schließlich hat er selbst nichts davon, wenn das Mädchen schwimmen lernt. Selbst wenn die Genehmigung ausbleibt, besteht immer noch die Möglichkeit, dass das Mädchen zufälligerweise eine Erkältung hat und deswegen leider nicht schwimmen kann. Auf diese Idee ist sogar die Autorin des Artikels gekommen und zitiert einen Berliner Schulleiter: „Dann müssten sie es aber krankschreiben lassen, und vor dem Schritt scheuen sie dann doch zurück.“ Augen auf! Also, zum einen erfährt der Schulleiter nichts davon, wenn eine Schülerin krankheitsbedingt fehlt. Es sei denn, er schlägt selbst in den Klassenbüchern nach und zum anderen: wenn es den Eltern wirklich so wichtig ist, die Befreiung vom Schwimmunterricht durchzusetzen, warum sollten sie dann nicht eine läppische Entschuldigung schreiben wollen? Kein Lehrer schickt einen Schüler zum Amtsarzt, um den Wahrheitsgehalt der Entschuldigung prüfen zu lassen. Außerdem hat er keine Möglichkeit diese Entschuldigungen abzulehnen. Nicole Diekmann kritisiert, dass das Innenministerium unter Wolfgang Schäuble (CDU) dieses Thema vor allem behandle, weil es „öffentlichkeitswirksam“ sei. Die Tagesschau.de-Autorin unterstellt wahltaktische Gründe, um krampfhaft das Bild einer Multi-Kulti-Idylle aufrecht zu erhalten. |