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Rezension
An der Schmerzgrenze: SCHALL UND WAHN von Tocotronic PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Benjamin Jahn Zschocke   
Donnerstag, den 11. März 2010 um 15:02 Uhr

TocotronicSCHALL UND WAHN ist ein komisch verkopftes Werk. Das neunte Album der Band Tocotronic ist opulent, bombastisch, überdreht und wird allgemein als große Kunst gefeiert. Es erscheint wie die Karikatur eines gewollten Opus Magnum, das aber im Schwulst versandet. Noch nie sang Dirk von Lowtzow weicher und affektierter, noch nie klangen Tocotronic so gewollt intellektuell. Dennoch landete es auf Platz eins der deutschen Charts. Ein Novum in der 17-jährigen Bandgeschichte.

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Martin Walser – Mein Jenseits: Ein anti-vernünftiges Korrektiv PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Carlo Clemens   
Donnerstag, den 11. März 2010 um 14:48 Uhr

Mein JenseitsDer Glaube versetzt Berge, heißt es. Dieses allegorische Diktum wird bei Martin Walser in seiner im Februar 2010 veröffentlichten Novelle Mein Jenseits wörtlich genommen. Denn dem Ich-Erzähler dieser anti-vernünftigen Erzählung, Augustin Feinlein, bleibt nach unzähligen Niederlagen im Leben nichts anderes mehr übrig, als zu glauben. Und wird dabei zum leidenschaftlich irrationalen Virtuosen: „Glauben heißt, Berge besteigen, die es nicht gibt.“

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Sebastian Maaß eröffnet die „Kieler Ideengeschichtlichen Studien“ mit einer Untersuchung über Edgar Julius Jung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Nils Wegner   
Donnerstag, den 11. März 2010 um 14:34 Uhr

Maaß: Die andere RevolutionEdgar Julius Jung – der „einsame Wolf“ unter den intellektuellen Kämpfern der Konservativen Revolution. Nie ließ er sich von einem der zahlreichen elitären Zirkel, in denen Männer wie Arthur Moeller van den Bruck ihre Pläne schmiedeten, vereinnahmen. Auch dann, wenn er geistige Verwandtschaften erahnte, überwog doch seine Angst, zuviel von seinen eigenen Idealen und Visionen dreingeben zu müssen. So nahm Jung stets „zwischen den Stühlen“ Platz, und dieser Wesenszug macht sein literarisches und politisches Wirken bis heute schwer verständlich.

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Erstklassiger Philosophen-Pop: Bradford Cox’ LOGOS PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Benjamin Jahn Zschocke   
Mittwoch, den 03. März 2010 um 08:36 Uhr

LogosBradford Cox, 27jähriger Kopf der Band „Deerhunter“, hat mit LOGOS ein viel beachtetes Soloalbum unter dem Pseudonym „Atlas Sound“ vorgelegt. Obwohl ein Hacker die Demoversion bereits 2008 von Cox’ Rechner klaute und ins Netz stellte, ließ er sich nicht davon abbringen, es in veränderter Form ein Jahr später dennoch zu veröffentlichen. Cox ist von Geburt an schwer krank – die Vermutung liegt nahe, daß es sich bei seiner Musik um wesentlich mehr als nur Unterhaltung handelt.

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Ein preußischer Revolutionär: Vox Libris Hörbuch über Ernst von Salomon PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Nils Wegner   
Montag, den 01. März 2010 um 15:00 Uhr

Ernst von SalomonAnlässlich des jüngst erschienenen Ernst von Salomon-Artikels lohnt es, sich mit einer etwas älteren Umsetzung dieser Thematik zu befassen. 2002 wurde zu Ehren des 100. Geburtstags Salomons vom geheimnisvollen Münchner Label Vox Libri das Tribut-Hörbuch „Ernst von Salomon – Ein preußischer Revolutionär“ veröffentlicht.

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Morden für Deutschland PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Felix Menzel   
Montag, den 01. März 2010 um 14:21 Uhr

HellmannAngesichts der Verkommenheit der gegenwärtigen deutschen Eliten ist es ein Wunder, daß ihnen so wenig passiert. Jörg Hellmann hat dies in seinem neuen Krimi „Die Fäden ziehen“ geändert. Ein prominenter Kriminologe, der Innenminister und ein korrupter Investmentbanker kommen auf mysteriöse Weise um. Alle drei kannten sich aus gemeinsamen linksradikalen Studententagen.

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Neun Fans pro Quadratmeter: Jamie T. live in Berlin PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Benjamin Jahn Zschocke   
Donnerstag, den 25. Februar 2010 um 11:45 Uhr

Jamie T.Jamie T.’s Album KINGS & QUEENS war unser Album des Jahres 2009. Am 22. Februar spielte er vor ausverkauftem Haus im Berliner Postbahnhof. Die Musik des 23jährigen Briten oszilliert zwischen Punk, Reggae, Ska und HipHop. Eine explosive Mischung, wie sich vor Ort erfahren ließ.

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Filmkunst der Goldenen 20er: Das Cabinet des Dr. Caligari PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Hack   
Donnerstag, den 25. Februar 2010 um 10:00 Uhr

CaligariVor fast genau 90 Jahren, am 27. Februar 1920, feierte einer der bekanntesten expressionistischen Stummfilme Premiere. Im wegweisenden „Cabinet des Dr. Caligari“ (Regie: Robert Wiene) üben die Drehbuchautoren Carl Mayer und Hans Janowitz Kritik an destruktiven Autoritäten, in Form von Dr. Caligari, und der willenlosen, manipulierten Bevölkerung einer deutschen Kleinstadt.

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Ben Garrett: „Ich mag das Prinzip des Trojanischen Pferdes.“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Sonntag, den 21. Februar 2010 um 14:11 Uhr

Ben GarrettDer Londoner Musiker Ben Garrett alias „frYars“ kritisiert moderne Jugendkultur durch die Hintertür. Mit DARK YOUNG HEARTS veröffentlichte er 2009 ein bemerkenswertes Album an der Schnittstelle zwischen New Wave, Chanson und Musical. Bei genauerer Betrachtung ist man erstaunt, daß die altmodisch schweren Texte und die ausgeklügelten Kompositionen von einem 21jährigen stammen sollen. BlaueNarzisse.de sprach mit ihm über sein Interesse an Vergangenem, sein Desinteresse für Mode und fragte nach, warum er keine Lieder über Sex und Partys schreibt.

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Es gibt keinen moralischen Fortschritt des Menschen! – Wolfgang Sofskys „Das Buch der Laster“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Alexander Röhlig   
Mittwoch, den 17. Februar 2010 um 10:13 Uhr

Wolfgang SofskyWenn man von Lastern spricht, meint man meistens verzeihliche, menschliche Fehler. Zum Beispiel sprechen viele Raucher von „ihrem Laster“, ohne sich damit selbst strafen zu wollen. Der Soziologe Wolfgang Sofsky nimmt diese Laster nicht so gleichgültig hin: „Nachdem man die Gleichgültigkeit zu allseitiger Toleranz umgemünzt hat, ist fast alles erlaubt. […] Unter dem Banner des Relativismus ist Zurückhaltung gegenüber fremden Unsitten nicht nur erlaubt, sondern sogar geboten.“ Sein Buch der Laster ist eine interessante Lektüre.

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Beängstigende Zukunftsvisionen in expressionistischem Gewand: Fritz Langs Stummfilm Metropolis auf der Berlinale und im Fernsehen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dmitrij Panov   
Montag, den 15. Februar 2010 um 10:43 Uhr

MetropolisAm vergangenen Freitag war es endlich so weit: Die Weltpremiere der mittlerweile nahezu vollständigen Fassung von Fritz Langs stilbildendem Stummfilmklassiker „Metropolis". Der teuerste deutsche Stummfilm aller Zeiten (Kosten: 5 Mio. Reichsmark) floppte damals gewaltig im Kino. Trotz des riesigen Aufwandes wurde die Geschichte des Films von vielen verpönt – zu utopisch, zu kitschig, zu naiv. Der Film wurde aufgrund seiner Länge stark geschnitten, seitdem glaubte man die komplette Fassung für immer verloren. Vor ein paar Jahren wurde dann in einem Filmmuseum in Buenos Aires eine Filmrolle mit der Urfassung gefunden – stark beschädigt, aber vorhanden.

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