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Henry Schädelbach hat es einfach drauf. Er hat 2009 den Science-Fiction-Roman „Weiber, Weichlinge, echte Männer“ geschrieben und seinem Protagonist gleich seinen eigenen Namen verpasst. Der „härteste Privatdetektiv aller Zeiten“ bestreitet in dem 2009 im Crimson-Verlag erschienen „härtesten Roman aller Zeiten“ den wohl schwierigsten Fall der Kriminalgeschichte. Behilflich sind ihm dabei vor allem seine „außergewöhnlichen Testosteron-Wallungen“.
Handlung und Figuren: erfrischend simpel Natürlich geht mitten im Buch die Welt unter und der scharfsinnige Ermittler kämpft sich in seiner Kanzlei nicht nur durch einen Tropendschungel. Die Figurenkonstellation besticht vor allem, weil sie simpel ist. Denn in ihrer Mitte steht allein Schädelbach. Die Übrigen paaren sich mit ihm, unterstützen den Ermittler oder werden abgeknallt. Ebenso erfrischend simpel sind auch die Dialoge und inneren Monologe. Eine Kostprobe: „Wir müssen herausfinden, von wem die Zuckerpuppe träumt, wenn sie wollen, dass sie bald wieder die Fliesen fegt. Was für Fliesen? Jeder Mann besitzt in seinem Inneren einen großen roten Knopf mit der Aufschrift Danger! Nicht berühren – Explosionsgefahr!. Emil Semmel hatte das Talent, mit einem schweren Vorschlaghammer permanent auf meinen großen roten Knopf einzuschlagen.“ Auch die Handlung gestaltete der Autor schlicht. Letztendlich geht es nämlich nur um Frauen, Alkohol, Gewaltphantasien, Zigarillos und eine schnelle Harley. Damit bedient der Roman vor allem einen Topos: Männerklischees. Und deshalb bleibt jede Seite ein liebenswertes Lesevergnügen. Henry Schädelbachs messerscharfe Gesellschaftsbeschreibungen Schädelbach ist laut Selbstauskunft 39 Jahre alt, „halb Deutsch/ halb Engländer“ und arbeitet als Hausmeister. Die Literaturwissenschaft wird er eventuell noch jahrhundertelang beschäftigen. Denn gründlich analysieren lässt sich sein Buch nicht. Es ist einfach zu simpel und zu männlich. „Eigentlich hat der Planet dieses Buch nicht verdient, aber noch weniger hat er verdient, von diesem Buch verschont zu bleiben“, heißt es dann auch einleitend. Ein besonderes Lesevergnügen bildet Schädelbachs prophetische Gesellschaftsbeschreibung: „Die Polizei wurde der Lage nicht Herr und die Bundeswehr war handlungsunfähig, weil ein neues Gleichstellungsgesetz verlangte, dass Bundeswehreinsätze nur noch mit einem Frauenanteil von mindestens siebzig Prozent geführt werden durften. [...] Die meisten der Damen waren plötzlich schwanger geworden oder pochten auf ihr gesetzlich verankertes Recht, ein eigenes Dixi-Klo pro Soldatin gestellt zu bekommen.“ Schon am Anfang des Romans erklärt Schädelbach, warum das so ist: „Wie ein gefräßiges Ungeheuer nagte die Seuche namens Political Correctness an der Effizienz des Systems.“ „Enzyklopädie der schonungslosen Wahrheit“ heißt Schädelbachs Lieblingswerk im Roman. Diese „schonungslose Wahrheit“ lässt nur zwei Kategorien zu: Freund oder Feind, richtig oder falsch. Interpretationsschwierigkeiten kann es bei Schädelbach keine geben. Und so zeigt sich auch schon auf den ersten Seiten, wer den Kampf um Frauen, Weltherrschaft und den geheimnisvollen „Marterpfahlpsychopath“ gewinnen wird. „Weiber, Weichlinge, echte Männer“ entspannt zweifelsohne das Gehirn. Aber gerade darin liegt der Reiz des „Machwerks“ (die Feministin Erika Kelter-Böhnsen). Infos zu Henry Schädelbach: www.HenrysHardcore.de |