Startseite Rezension „Auf-die-Zwölf“-Thrash-Metal im Zeichen von Familienversöhnung und Stammesdenken

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„Auf-die-Zwölf“-Thrash-Metal im Zeichen von Familienversöhnung und Stammesdenken PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Markus Betz   
Freitag, den 25. April 2008 um 02:00 Uhr
CavaleraEigentlich würden schöne Metal-Balladen besser zur Versöhnung zweier Brüder passen, die  zehn Jahre kein Wort miteinander gesprochen haben. Aber deftig und energiegeladen drauflosprügeln und -schreien können Max und Iggor Cavalera nun einmal am besten. Das war schon anno ´84  so, als sie mit anderen Teenagern SEPULTURA gründeten. SEPULTURA wurde zur brasilianischen Thrash-/Death-Metal-Legende schlechthin. Als Max, ihr Spiritus Rector, die Band 1996 im Unfrieden verließ und mit SOULFLY ein neues bis heute sehr erfolgreiches Projekt startete, verlor SEPULTURA jedoch an Bedeutung. Nun  vertragen sich die beiden Brüder wieder und brüllen gemeinsam: Lesen Sie eine Rezension der CD „Inflikted“ von Cavalera Conspiracy!

Bei SOULFLY intensivierte Max die Einbindung von Elementen der „Weltmusik“ in den Thrash-Metal und textlich die Besinnung auf Spiritualität und Stammesbeswusstsein. So ruft er seiner Fangemeinde, die er als „Soulfly-Tribe“ anspricht als Leitspruch zu: „In the name of GOD the most high – Soulfly“. Noch deutlicher wird es im Refrain von „Tribe“:

„Your tribe - Our tribe
Your life - Our life
Your God - Our God”


Gerade die Live-Auftritte von Maxens Kombos – am intensivsten zu erleben in Hallen und Clubs mit maximal 1.000 Personen Fassungsvermögen – haben den Charakter von mit geballter, männlicher, positiver Energie geladenen Clan-Festen.

Genau diese Energie, die sich aus der Verzweiflung über eine gefallene Welt und Menschen als Mängelwesen einerseits und dem mutigen sich Aufrichten aus der Kraft der Gemeinschaft und des Glaubens andererseits speist, kommt nun auch im Debüt-Album der als CAVALERA CONSPIRACY wiedervereinigten und versöhnten Brüder Max und Iggor, mit dem Titel „Inflikted“ rüber.

Die Ethno-Elemente sind auf ein Minimum reduziert und, wie aus dem Ärmel geschüttelt, gibt es für den Hörer mit geradlinigem Trash und Hardcore „voll auf die Zwölf“. Eingängige Gitarren-Riffs, wie aus besten SEPULTURA-Zeiten, und treibende Rhythmen lassen große Vorfreude auf die Europa-Tournee der Brüder im Sommer 2008 aufkommen. 43 extrem kurzweilige und auf den Punkt gebrachte Minuten haben sie auf ihren Silberling gepackt, der auch nach dem fünften Durchlauf nicht „ausgelutscht“ wirkt. Zum Titel „Sanctuary“ wurde zudem ein skandalöses Video produziert, das wohl am ehesten als Persiflage auf billige Horrorfilme verstanden werden will.

Die Musik von Max Cavalera eignet sich trotz der englischen Texte gut als „Soundtrack für den Konservativen im Vorbürgerkrieg“, wie abschließend der Textauszug aus dem SOULFLY-Stück „Seek´n´strike“ untermauert:

Here we go...Another day, another strike
Here we go...It's the living sacrifice
Here we go...Against your bullshit ways
Here we go...Against your false pretend
Here we go...Another day, another hour
Here we go...Take back the power
Here we go...I'd rather die on my feet
Here we go...Than keep living on my knees

Here we go...Another freedom fight
Here we go...God bless me inside

Video „Seek´n´strike“:

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"Tribe" (live):

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