Ein bisschen Revolution gefällig? Im Januar 2008 gewann die Schweizerin Stefanie Heinzmann Stefan Raabs Gesangswettbewerb „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“. In ihrem aktuellen Lied „Revolution“ ruft sie, was der Titel schon deutlich macht, zum Umsturz auf. Unklar bleibt jedoch, was umgestürzt werden soll. Der Liedtext gibt auch keine eindeutigen Antworten. Ein Durcheinander an Missständen, die es laut Heinzmann zu ändern gilt, tritt hervor. Unsere Welt sei unsauber, unsozial und der Einzelne nicht frei genug: Deshalb: „Imagine a world where every city is clean/ No poor on the streets and the people are free/ Imagine a life where you can do as you please/ Nothing to stop you from living your dream.”
Die dreckige Schweiz
Stefanie Heinzmann ist Schweizerin. Ist die Schweiz dreckig? Unterdrückt sie ihre Bevölkerung? Im allgemeinen Verständnis ist die Schweiz doch ein schönes Land. Viele verbringen dort sogar freiwillig ihren Lebensabend und die Schweiz ist Auswanderungsziel Nummer eins der Deutschen.
Nein, schon klar. Heinzmann meint wahrscheinlich anderes. Ihr geht es nicht um ihr Land. Nein, sie singt von einem Utopia, wie sie unaufhörlich aus dem linken Ideenlager purzeln. Ihr Traum ist eine absolute Nivellierung jeder Unterschiede zwischen den Menschen, den Völkern der Erde. Eben allgemein Bekanntes aus dem linken Lager. Also eigentlich nicht der Rede wert. Oder vielleicht doch?
Heinzmanns Lied läuft tagein, tagaus auf Radiosendern für junge Hörer oder im Fernsehen auf den unsäglichen Musiksendern MTV und dergleichen. Entziehen kann man sich dem nur durch Abstinenz. Das wäre unter Jugendlichen jedoch verständlicherweise schwer durchzusetzen. Also wippen und schunkeln sie munter zu den fröhlichen, poppigen, manchmal funkigen Tönen Heinzmanns.
Inhalte, die kaum einen erreichen
Interessant ist nun die Frage, wer von den Hörern eigentlich auch auf den Text achtet, wer ihn versteht. Auf www.magistrix.de, einer Internetseite für Liedtexte, findet man zum Beispiel folgende geistreiche Kommentare zu Heinzmanns Lied „Revolution“ (grammatikalische und orthographische Gräuel wurden übernommen): „hat style das lied!!! i love it“ von crazy bitch, „cooler song,total chillig und relaxt!” von emma. Derartige Kommentare überwiegen, nur selten findet man jemanden, der ernsthafter über die Aussage sprechen möchte. Der Rest gibt sich mit der einfältigen Popmusik zufrieden.
Es ist davon auszugehen, dass dieses Beispiel repräsentativ für die Jugend gelten darf. Erschreckend leicht empfängt das Volk linke Indoktrination über die Massenmedien. Heinzmann ist hier nur die Spitze eines großen Eisbergs.
Andererseits sollten wir das hier aufgezeigte Problem auch nicht allzu ernst nehmen. Denn was hilft es linken Nostalgikern, die ihren 68er-Vorbildern nacheifern wollen, wenn ihre Adressaten sie nicht verstehen wollen, weil ihnen der Text gleichgültig ist? Einem „im Wesentlichen stets ernsthaft(en)“ (Götz Kubitschek, Sezession 23) Rechten muss Gleichgültigkeit zwar zuwider sein, doch zumindest in diesem Falle könnte sie uns gelegen kommen.
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