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Eliteuniversitäten: Amerikanische Exzellenz im Wettbewerb mit deutscher Gleichheit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Felix Menzel   
Freitag, den 20. Juli 2007 um 01:00 Uhr

Humboldt-Universität BerlinDie deutschen Hochschulen hinken den Spitzenuniversitäten in Großbritannien und den USA hinterher. Daran ändert die Exzellenzinitiative der Bundesregierung, die die besten deutschen Hochschulen mit bis zu 100 Millionen Euro fördern will und sie dann als Elite-Universitäten etikettiert, nichts. Elite-Bildungseinrichtungen fehlen in Deutschland und die parteinahen Stiftungen, die begabte Studenten fördern und auswählen, spielen ihre Rolle als „funktionale Äquivalente“ zu den Elite-Universitäten mehr schlecht als recht. Insbesondere sind sie dafür verantwortlich, daß in Deutschland eine angepaßte und wenig innovative Elite heranwächst. Die wenigen privaten Elite-Universitäten in Deutschland wie die Jacobs University Bremen fristen dagegen weiterhin ein Schattendasein – und zwar zu Recht.

Die Jiao Tong University Shanghai erstellt jedes Jahr eine Rangliste der besten Universitäten der Welt. 2006 führt diese Liste die Harvard University an. Auf Platz zwei rangiert mit Cambridge die beste europäische Universität. Die Universität München als der beste deutsche Vertreter findet man abgeschlagen auf Rang 51.Cambridge University

Die Eliteuniversitäten in den USA – Yale, Harvard, Princeton und Stanford zum Beispiel – wählen ihre Studenten gezielt selbst aus. Diese Auslese der Besten findet nicht überall statt. In Deutschland reicht als Zugangsberechtigung für die Universität das Abitur. Yale, Harvard oder Princeton hingegen sieben mit Aufnahmetests und vorherigen Gesprächen die potentiell schlechten Studenten aus und verschaffen den guten, die sie nehmen, exzellente Studienbedingungen.

Stanford ist zehnmal so reich wie die finanzstärkste deutsche Uni

Die Einheit von Forschung und Lehre zählt zu den Stärken der besten Universitäten der USA. Entgegen der landläufigen Meinung über die US-Universitäten spezialisieren sich diese nicht auf wirtschaftsnahe Studienfächer. Die Eliteuniversitäten erzielen ihre Spitzenergebnisse durch intensive Grundlagenforschung, Konzentration auf geisteswissenschaftliche Fächer und eine gute Betreuung der Post-Graduierten-Studiengänge.

Daß dieses Studium eine ganze Menge kostet, ist klar. Mit den 40000 Dollar Studiengebühren pro Jahr, die ein Student an der Harvard University berappen muß, finanziert sich die Universität jedoch nur zu 20 bis 25 %. Ihre Finanzkraft generieren die US-Eliteuniversitäten durch ein professionelles Management. Wohlhabende Alumnis und Unternehmen finanzieren den Hochschulbetrieb maßgeblich mit. Stanford verfügt über ein Jahresbudget von 2,2 Mrd. Dollar. Die reichste deutsche Universität arbeitet mit einem Zehntel dieses Budgets.

Lange Wartezeiten an der deutschen MassenuniDie Bildungsexpansion der 70er Jahre hat Massenuniversitäten entstehen lassen, die chronisch unterfinanziert sind. An deutschen Universitäten muß ein Dozent im Durchschnitt 58 Studenten betreuen. Britische Eliteuniversitäten müssen sich mit 65 % weniger Studenten rumärgern.

Die gescheiterte Bildungsexpansion in Deutschland

Die Leitideen der deutschen Bildungspolitik, die auf mehr Quantität, Gleichheit und Staatsinterventionismus abzielen, sind gründlich gescheitert. Den deutschen Studenten wird weder „Gute Qualität für alle“ noch „Spitzenqualität für wenige“ angeboten. Vielmehr müssen sich die meisten mit katastrophalen Studienbedingungen anfreunden. Überfüllte Hörsäle, lange Wartezeiten auf den anvisierten Studiengang oder gewünschte Seminare und eine schlechte individuelle Betreuung führen dazu, daß in manchen Studiengängen jeder zweite oder dritte sein Studium abbricht.

In Deutschland funktioniert die staatliche Hochschulfinanzierung genauso wenig wie die private. Nach OECD-Angaben liegen die staatlichen Ausgaben für Bildung in den USA und Großbritannien über den deutschen Bemühungen, obwohl in den USA die Hochschullandschaft zu fast 80 % privat finanziert wird. Die deutschen Universitäten decken ihren Etat nur zu 8,2 % mit Geldern aus privater Hand. Weder aus staatlicher noch aus privater Hand kommen also genügend Mittel, um eine exzellente Hochschulausbildung in Deutschland zu etablieren.

Ein Dozent kommt auf 58 Studenten – in Deutschland.

JuridicumDie Versuche, ein deutsches „Harvard“ oder ein deutsches „Cambridge“ aufzubauen, sind bisher kläglich gescheitert. Die sich selbst als private Eliteuniversität titulierende Jacobs University Bremen ist das beste Beispiel dafür. An der Jacobs University studieren für 15000 Euro pro Jahr 80 % Ausländer. Insbesondere für Osteuropäer ist diese Privatuniversität in Bremen interessant. Von der Ausbildung einer ‚nationalen Elite’ für Deutschland will man in Bremen nichts wissen. Der Lehrbetrieb wird in Englisch abgehalten und die Universität spricht von ‚global citizenship’, wenn sie auf ihre Ziele angesprochen wird. Ob die deutsche Wirtschaft die Jacobs University mehr fördern würde, wenn sie eine exzellente nationale Elite ausbilden würde, bleibt dahingestellt. Sicher ist nur, daß die deutschen Privatuniversitäten bisher kaum private Geldgeber gefunden haben. So hilft der Staat weiter fleißig mit, die deutschen Privatuniversitäten mit Subventionen auf den Beinen zu halten.

 
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