Gesichtet

Was wurde aus den Hippies?

Die altlinke Hippie-Bewegung ist heute bereits Geschichte. Auch sie konnte gegen den Liberalismus nicht ankommen, hat selbst keine bleibenden Werte geschaffen und ist letztlich politisch komplett gescheitert.

Die „Blumenkinder“ werden heute in populären Darstellungen meist kritiklos und geschönt dargestellt. Unzählige Dokumentarfilme bejubeln z.B. undifferenziert das Kiffer-Festival „Woodstock“ und stilisieren die rausch- und hedonismusfixierte Jugendbewegung zu einer ernsthaften politischen Strömung hoch. In Wahrheit waren es einfach Teenager, die wenig Interesse an einer konstruktiven Beteiligung am Gemeinwesen, dafür umso mehr an Drogenkonsum, Party und oberflächlichem Sex („freie Liebe“) hatten.

Politisch wurde letztlich gar nichts erreicht. Kapitalismus und Kriegstreiberei des Westens, allen voran der USA, gingen ungebremst weiter. Es kam zu keiner gesellschaftlichen Änderung hin zur „Kommune“, sondern im Gegenteil zu einer immer totalitärer werdenden Herrschaft der „Eliten“. Aber kaum einer, der in seiner Jugend ein Hippie war, getraut sich das Ganze heute kritisch zu betrachten. Allseits dominiert meist das verklärte Bild einer heilen Welt, auch wenn die meisten Hippies später normale Bürger geworden sind.

Heutige Hippies sind Fossile

Die Reportage-Reihe „7 Tage…“ der ARD ist üblicherweise üble linke Propaganda. Doch manchmal kommt etwas durch die Zensur. Schon vor Längerem erschien eine Folge namens „7 Tage… unter Hippies“, die einige recht deutliche Einblicke in die Mentalität und den realen Erfolg des Hippie-Lebensstils bot. Es geht in der Reportage um den 63-jährigen Erik D., der 1968 auf die spanische Insel Formentera auswanderte, und seine Familie. Diese besteht aus der 30-jährigen Tochter Mimosa und der Lebensgefährtin Petra. Zusammen leben sie in einer einfachen Hütte, in der es kein fließendes Wasser gibt.

Erik, der ganz wie ein archetypischer Hippie aussieht, wird im Wesentlichen als arbeitsscheu und drogenabhängig dargestellt. Er lungert in der Reportage meist herum und kifft einen Ofen nach dem anderen. Auch dem Alkohol gegenüber ist er nicht feindlich eingestellt. Auf Grund seiner Lebensweise hatte er bereits zwei Herzinfarkte, doch trotzdem möchte er seine Laster nicht aufgeben. Er habe schließlich gut gelebt, habe „Kinder und Enkelkinder“, deshalb bereite ihm der Gedanke an den Tod keine Sorgen.

Mit dem Verweis auf die Nachkommen vertritt Erik immerhin noch eine konservative Wertvorstellung. Den heutigen Linken würde so etwas nicht mehr über die Lippen kommen. Doch würden alle Menschen wie Erik leben, dann wäre er schon lange tot, denn es gäbe die moderne Medizin nicht, die ihn gerettet hat.

Eine verkrachte Existenz ist kein „Ausstieg“

Die Tochter Mimosa hat sich eigentlich vom Hippietum abgewandt und vertritt sozusagen „rechte“ Ansichten. Sie sorgt für den Unterhalt und die Ordnung im Haus. Ihren Vater und Petra sieht sie als faul und eher wenig nützlich an. Auf ihre Initiative geht das spärliche Geschäft der Familie, nämlich der Betrieb einer kleinen Bäckerei zurück. Ihren Vater ermahnt sie in der Reportage ständig zur Mithilfe. Ihre Kindheit sei nicht leicht gewesen, erzählt sie.

Zwar habe sie alle Freiheiten gehabt, hätte machen können, was sie wollte, doch im realen Leben sei eine solche Erziehung dann nicht gerade nützlich. Schon als Kind habe sie es hingegen geliebt bei Schulfreundinnen zu übernachten, die normale Eltern hatten, weil diese hätten ihr einen geregelten Tagesablauf geboten. Kindern müsse man eben auch ihre Grenzen aufzeigen. Mimosa glaubt, dass Petra hauptsächlich noch mit ihrem Vater zusammen ist, weil sie sich so bequem durchschnorren kann. Am Ende bricht Mimosa fast in Tränen aus, als sie erklärt, dass Erik und Petra sie eigentlich stark ausnutzen und nicht wertschätzen, was sie alles für sie tut.

Doch auch Petra sieht die Lebensgewohnheiten von Erik kritisch. „Was meinst du denn, ist von den Hippies von damals übergeblieben?“, wird sie gefragt. Die Antwort ist ernüchternd: „Nicht viel. Der Erik konnte sich dieses Leben auch nur leisten auf Grund der Form der Gesellschaft, die wir haben. Wovon hätte der denn sonst hier gelebt? Was hätte der denn gemacht? Indirekt gehöre ich da genauso dazu. Wenn wir nur Hippies auf der Welt hätten, dann wäre die Welt vielleicht ganz nett, aber Luxus gäbe es nicht.“ Eigentlich hätten die meisten Menschen eine gewisse Ordnung doch ganz gerne, meint Petra. Außerdem würde es sie freuen, wenn auch mal ein richtiger Mann im Haus wäre, der auch bei Reparaturen mit anpacken könnte. Erik und seine Freunde wären jedoch leider nur „Musiker“ etc., die bei den praktischen Dingen wenig hilfreich seien.

Der Liberalismus hat über die Hippies gesiegt

Wenn man die damalige und die heutige Linke vergleicht, so sind die Alten doch irgendwie noch sympathischer als die gegenwärtigen hysterischen Gesinnungswächter. Doch darf man sich deshalb nicht zu Sentimentalitäten hinreißen lassen. Auch mit diesem Teil der Geschichte müssen wir gründlich abrechnen. Wir müssen die Hippies enttarnen als das, was sie waren, nämlich als eine weichliche, dekadente und selbstsüchtige Generation, die aktiv daran mitgewirkt hat an den Fundamenten der abendländischen Gesellschaft zu sägen. Metapolitisch wäre es sinnvoll, den ganzen bunten Hippie-Müll wieder entsprechend niedrig einzustufen in der Betrachtung der Historie. Man schmeiße am besten auch alle Platten aus dieser Zeit weg. Ja, auch die Beatles.

Diese Generation an Linken hat im Grunde dem Liberalismus den Weg bereitet, da sie alle Werte, die ihm entgegenstehen würden, schlecht gemacht hat. Viele Menschen, die sich heute als links verstehen, haben den Drogenkonsum und den Party-Exzess eben bloß aufs Wochenende verschoben, während man an den Werktagen brav in die Arbeit geht. Hedonismus gibt es eben auf lange Sicht nur, wenn man ihn auch finanzieren kann. Die moderne Konsumwelt, die allen die Selbstsucht als „Individualismus“ nahe legt, hält die breiten Massen im Hamsterrad gefangen. Der wirkliche Ausstieg daraus kann nur in einer konservativen Gesellschaft liegen, die unveräußerliche Werte kennt. Der kompromisslose Rechte ist eben in Wahrheit in der Moderne der einzig wirkliche Revolutionär.

(Bild: Pixabay)

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Jahrgang 1986, aus Wien, studiert Philosophie (MA) und ist regelmäßiger Autor bei der Blauen Narzisse, Zur Zeit und Der Eckart. Maßgeblich war er beteiligt an PEGIDA in Österreich. Zudem ist er Gründer und Obmann von "OKZIDENT - Verein zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit".

3 Kommentare

  1. Carlos Wefers Verástegui

    Hervorragend! – doch, nur eine kleine Bermekung: die „Hippies“ können wir ganz gut im apolitischsten Liberalismus verorten. Dass sie „links“ sind gehört selbstverständlich dazu. Auch der Kommentar zu den Beatles und ihren Platten stimmt haargenau. „Imagine“ übrigens würde ich sehr gern verbannt wissen; genau so furchtbarer wie alberner Unfug, was John Lennon da gesungen hat.

  2. adornoverachter

    Die Hippies aus den sechzigern sind tatsächlich viel sympathischer als die heutigen linken. Das liegt aber auch daran dass sie damals noch keine Zombies waren die blind irgendeiner Ideolgoie gefolgt sind. Viele vertraten auch konservative Weltbilder, mal offen mal versteckt.
    Was heutzutage verschwiegen wird ist dass die Esoterikerszene auch aus den Hippies kommt und dass diese Leute die alten Rituale und Weisheiten der alten Völker respektieren und nachahmen wollten, nicht nur die fernöstlichen sondern auch zb. die germanischen. Daher ist nicht alles was diese Beaegung ausmachte zu verteufeln.
    Ich beschränke meine Kritik an diese Zeit daher auf die Ideologie der Frankfurter Schule und ihre Jünger denn diese alles hassende und bekämpfende „Lehre“ war das Masterkonzept unsere Zivilisation zu unterwandern.
    Die meisten der heutigen Esoteriker mögen auch viele Spinner sein wissen um den Wert alter überlieferter Kultur, sie verachten den Kulturmarxismus und sind wohl das beste beste Beispiel was echtes Hippietum ist.

  3. Die Beschreibung der Hippies ist im Wesentlichen zutreffend. Trotzdem verdanke ich ihrem Zeitgeist vieles. Die Hippies waren alles mögliche, aber zumindest waren sie keine Spiesser. Ohne die Hippies hätte ich mich Mitte der 70ger Jahre nicht zu einer recht langen Reise aufgemacht, weil das ansonsten in der sozialen Umgebung, in der ich aufwuchs, keine Option gewesen wäre. Ohne die Hippies hätte ich nie begriffen, daß es den guten Wilden Rousseaus und Karl Mays nicht gibt. Ich hätte als Kind der Nachkriegszeit und der Reeducation nie das Eigene schätzen gelernt, weil ich das Fremde nicht erfahren hätte. Ich wäre einer dieser dummen Gutmenschen geworden, die freundlich zum Fremden, nicht um des Fremden willen, sondern weil sie grimmig sind gegen das Unsere und alles begrüßen, was es zerstört.

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