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2012: Was bisher geschah

Viele Blogger und Jungjournalisten, die es sich zur Aufgabe machen, gegen den BILD-, SPIEGEL- und NEON-Mainstream anzuschreiben, geben häufig nach kurzer Zeit wieder auf, weil sie das Gefühl haben, nichts bewirken zu können. Sie wollten ihr Recht auf Meinungsfreiheit aktiv nutzen und kommen schnell zu der Erkenntnis, daß sie niemand so richtig ernst nimmt, weil jeder weiß, wie machtlos sie gegenüber der von der Bundeskanzlerin höchstpersönlich proklamierten „Alternativlosigkeit“ sind.

Die Blaue Narzisse hingegen gibt es nun schon seit acht Jahren und sie ist noch nicht an diesen Punkt gestoßen. Das hat einen Grund: Wir haben einfach tolle Leser, die uns das Gefühl vermitteln, eine dringend notwendige Aufgabe zu erfüllen.

Das beste Beispiel ist jener Leser, der vor kurzem in Eigeninitiative alle unsere Artikel aus den Jahren 2006/2007 in einem PDF-Dokument mit 460 Seiten zusammengestellt hat. Dieser Leser ist 2010 auf uns aufmerksam geworden und hat sich seitdem auch durch unser Archiv gekämpft, weil er die Beiträge so wichtig findet. Das gibt uns Auftrieb! Vielen Dank!

Über die Leserschaft hinaus gibt es aber auch noch engere Bindungen: Warum sind wir eigentlich erst in diesem Jahr auf die Idee mit den Autorenpatenschaften gekommen? Bei diesem Patenschaftsmodell geht es neben finanzieller Unterstützung für unsere Bildungsarbeit vor allem darum, daß unsere Autoren einen engen Kontakt zu ihren Förderern aufbauen können. Das ist gelungen: Ein Autor hat schon ein gemeinsames Wochenende mit seinem Paten verbracht, ein Pate war auf unserem ersten Autorenseminar in diesem Jahr und einer unserer Redakteure geht regelmäßig mit einem Förderer schwimmen. Zu unseren Stammtischen sind Autorenpaten und Förderer sowieso immer recht herzlich eingeladen und oft dabei. So ist immer sichergestellt, daß wir konstruktive Kritik und Unterstützung erhalten.

Häufig kommt aber auch bei uns die Frage auf, was es denn bringe, ein paar Tausend Leser zu erreichen? Ist das nicht ein Kampf gegen Windmühlen? Schon die Frage ist hier allerdings falsch gestellt: Die Leserzahlen spielen in einem Jugendmagazin eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist uns die Entwicklung der jungen Autoren. Sie sollen an brisante Themen herangeführt werden und lernen, eigene Antworten zu finden.

Was diese Aufgabe angeht, haben wir in diesem Jahr erneut einen großen Schritt gemacht: Fast 120 Autoren schreiben inzwischen für die Blaue Narzisse. Mit den Thesen-durch-Fakten-Anschlägen haben wir zudem ein ganz eigenes Format kreiert, das nur einen Nachteil hat – wir erreichen unsere Zielgruppe beinahe zu gut. Gelesen wird unsere Plakatzeitschrift vor allem von jungen Lesern zwischen 16 und 24, die auf der Suche nach Bekenntnissen sind und diese kompakt gebündelt haben wollen.

Auf Bekenntnisse zielt auch unsere Aufkleber-Offensive ab, die im Januar startete. Viele Leser haben uns berichtet, an ihrer Universität habe sich ein regelrechtes Katz- und Mausspiel um die Deutungshoheit am Laternenmast ergeben.

So kann es weitergehen. Erst heute schrieb ein Leser, daß „der politische Diskurs keine Kuschelwiese voll knuddelsüßer Huselwuselschäfchen ist“. Es müsse darum gehen, Diskussion wie die um ein „Europa der Regionen“ zu provozieren. Davon hätten am Ende alle etwas, weil die eigenen Argumente anhand eines (ungeteilten) Bekenntnisses am besten überprüft werden können.

Übermorgen, am 1. August, geht Blaue Narzisse in Sommerpause. Wie schon im letzten Jahr werden wir den gesamten August nutzen, um einmal Urlaub zu machen, neue Themen gründlich zu recherchieren und neue Projekte zu durchdenken (mehr dazu morgen in einem letzten Blogbeitrag).

Bereits heute möchten wir aber Danke sagen! Danke an alle Förderer und Autorenpaten! Danke an alle Leser, die uns die Treue halten, auch wenn sie einmal anderer Meinung sind! Danke an alle Leserbriefschreiber und Kommentatoren, die sich kritisch mit unseren Ideen auseinandersetzen! Ohne euch würden wahrscheinlich auch wir unser Recht auf Meinungsfreiheit nicht so ausnutzen, wie wir es seit vielen Jahren machen!

PS: Die meistgelesenen Artikel in diesem Jahr sind bisher …

… im redaktionellen Teil:

  1. Nazi Leaks
  2. Thesen-durch-Fakten-Anschläge
  3. Die falsche Freiheit, die ich meine. Wie mich eine Stuttgarter Burschenschaft per SMS rausschmiss

… im Blog:

  1. Der rechte Türsteher Christian Kracht
  2. STOPP ACTA-Demonstrationen
  3. Die Maske und der Zettel

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