Gesichtet

Abfall vom Glauben: Tausende katholische Priester segnen unerlaubt Homoehen

,,Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.“ (3. Mose 18,22) Wenn es stimmt, dass die Bibel Wort Gottes ist, wie es jene Hochwürdigen sonntags auf den Lippen führen, die am Wochenende in demonstrativem Affront gegen die Direktive der römischen Glaubenskongregation Homoehen (nicht Homosexuelle!) gesegnet haben, so kann man fragen: War dies ein Gräueldienst?

Allein die Frage ist gefährlich und damit die Begründung fadenscheinig, Schwule und Lesben müssten für angebliche Diskriminierungserfahrungen durch die Segnung ,,entschädigt“ werden, wie ein Blick auf den evangelischen Pastor Olaf Latzel zeigt: Gefährlich, gar potenziell den sozialen Knockout, verspricht das Bekenntnis zum Wort, die bloße Wiederholung einer Tatsache. Dichter werden über Tradition und Wahrheit die Schatten einer Ausweitung von Minderheitenrechten, die sich in gesamtgesellschaftliche Paradigmen verwandeln und aus deren Winkeln heraus nun Züge wie die Segnung von Homoehen möglich geworden sind ohne die notorisch antirechte Klerikal-68er ihren Bruch mit Rom wohl kaum so furchtlos in den sozialen Medien zelebriert hätten.

Sexbesessen?

Eine merkwürdige Koinzidenz will, dass die katholische Kirche dieser Tage vorrangig durch sexuelle Themen auffällig wird: Missbrauch, Wiederverheiratung, Zölibat, Homoehe. Befürworter dieser Neosexualisierung fächern gerne Frischluft aus der Diskurstheorie in ihre angestaubten Gefilde, um zu belegen, dass Gott mit der Zeit gehe, angebliche Reaktionäre von ihr überrollt würden. Ein Gott, der sich wandelt, ist aber kein Gott, sondern nur ein anderes Wort für den linksgrünen Zeitgeist. Ein Gott Hegels, der zum Proleten Marx` wird.

Legt man historischen Wandel als Maßstab an, folgt man eben nicht mehr der geoffenbarten Wahrheit Gottes. Und genau dies ist das verblüffende Resultat des von der katholischen Kirche inszenierten ,,synodalen Weges“, einem Euphemismus für die Tatsache, dass ein glaubensmüdes und denkschwaches Völkchen nurmehr im Stande ist, sich auf ein paar liberale Plattitüden zu einigen, statt an der unwandelbaren Wahrheit festzuhalten. Dass dieser synodale Weg, ein Instrument, durch welches die Bischofskonferenz sich quasi selbst entmachtet und in die Hände einer liberalen Laienorganisation (ZDK) begeben hat, prominent die Sexualität betreffende Themen aufwirft und mit Verve diskutiert, ist ein fernes Echo der ,,sexuellen Revolution“.

Was ist Wahrheit?

Es gehört zum Charakter oder zur Charakterlosigkeit des Häretikers, dass er mit ,,der Wissenschaft“, ,,dem Fortschritt“ argumentiert, aber darin hervorsticht, die Wahrheit schlicht zu unterschlagen. Der französische Historiker Michel Foucault beschreibt die geschichtliche Entwicklung der Sexualität und das Aufkommen ,,homosexueller Veranlagung“ im 19. Jahrhundert. die Bibel könne dieses natürlich nicht gekannt haben, also, so der Fehlschluss der Häresie, sei die biblische Lehre über die Homosexualität falsch. Nun liegt es der Bibel aber fern, Konzepte zu bewerten, mit denen sexuellen Praktiken und Lebensweisen bemäntelt werden.

Die Schrift sagt einfach: Diese Beziehungen widersprechen dem göttlichen Willen. Eine Veranlagung rechtfertigt nicht ihre Auslebung und beweist auch nicht, dass sie von Gott kommt. Dann müsste man dies auch auf Pädophilie oder erbliches deviantes Verhalten anwenden und verlöre jede Legitimation, sexuelles Verhalten zu bändigen, da die Triebe dies aus sich nicht hergeben. Hier werden mehrere Dinge vermischt: Zum einen folgt aus einer Naturtatsache kein moralisches Sollen (Hume, naturalistischer Fehlschluss). Dann ist sittliches Naturgesetz/Naturrecht nicht mit Biologie zu verwechseln.

Krankheiten sind da, aber Gott ,,will“ sie nicht, ebenso wenig das Böse oder den ungezügelten Sexualtrieb, die natürliche Gier etc. Da wird die Erstursache (Schöpfung Gottes) mit der Zweitursache (die Welt befindet sich nach dem Sündenfall in Unordnung, ihrem Zustand kann man nicht den Willen Gottes ablesen) verwechselt. Es geht nicht darum, Schwule als ,,pervers“ darzustellen oder ihr Leben abzuwerten, sondern um eine religiöse Frage: Sind diese Lebensformen dem Evangelium entsprechend? Sind sie kongruent mit dem einmalig offenbarten, unwandelbaren göttlichen Wort? Nein.

Die Schrift fragt nicht danach, ob Schwule treu sein können und sich lieben. Für die Schrift steht es außer Frage, dass die Ehe und alle damit einhergehenden Beziehungen ausschließlich Mann und Frau gebühren und jede dazu auftauchende Alternative sich außerhalb der göttlichen Ordnung bewegt. Abhilfe in der Relativierung des Evangeliums zu suchen, ist ein Hohlweg. Wenn alle die Sexualität betreffenden Aussagen nur ,,zeitbedingt“ sind, weil man sich eine liebende homosexuelle Beziehung oder das Massenscheitern von Ehen nicht habe vorstellen können, so zeitigt diese freimütige Exegese auch die für liberale Gemüter unerfreuliche Konsequenz, dass Jesus, als er von der Nächstenliebe sprach, auch nicht ahnen konnte, dass Millionen Migranten aus fremden Kulturen das Abendland erstürmen würden.

Wollt ihr die Nationalkirche?

Mit dem synodalen Weg, der Segnung der Homoehe und dem möglichen Frauenpriestertum gibt die katholische Kirche in Deutschland ihren mystischen Charakter auf, um sich mit den Resten der Evangelischen Kirche zu vereinigen. Sie wird so zum spirituellen Arm des linksgrünliberalen Spektrums, eine politisierte Kirche mit tief gespaltener Basis, die sich einer ahnungslosen jungen Generation, die mit einem Kruzifix nichts mehr anzufangen weiß, durch spektakuläre Hochseeeinsätze mit Schleppern und Regenbogenflaggen auf Kirchtürmen in Erinnerung ruft.


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