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Alan Posener. Das Leben eines Intellektuellen

Was macht eigentlich Alan Posener so den lieben langen Tag? Über Facebook läßt er uns an seinem spannenden Leben selbst über Weihnachten teilhaben und wünscht »Merry Xmas!«. In den letzten Tagen hat Posener eine Menge gelesen:

  • am 27. Dezember: »Read ›Zionism Reconsidered‹ by Hannah Arendt. Disturbing.«
  • am 28. Dezember: »I gave up on ›Alone In Berlin‹ (›Jeder stirbt für sich allein‹). Seemed like Commie propaganda to me. No idea how it could become a bestseller in Israel of all places.«
  • am 30. Dezember: »Read Philip Pullman’s ›The Good Man Jesus and the Scoundrel Crist‹. A silly and highly unoriginal book.«
  • vor wenigen Stunden nun folgende Einsicht: »Sartres Essay über die ›Judenfrage‹ gelesen. Großartig. Hannah Arendt hingegen wird mir immer unheimlicher.

Es scheint so, als würde Posener wirklich jede Nacht ein Buch lesen. Bravo! Vielleicht schwingt er sich ja 2011 zu echten intellektuellen Höchstleistungen auf und verschont uns mit Geschichten über »Die netten Ökofaschisten«. Als er diese Story schrieb, stand für ihn schon vorher fest, in welche Richtung es gehen soll. Ebenfalls über Facebook teilte er uns mit: »Fahre nach MeckPomm in Sachen ›Nazifamilie kriegt Mutterkreuz‹. Offline bis morgen…«

Nachtrag, 4. Januar: Er liest wirklich jede Nacht ein Buch. Ich wußte es. Gestern kramte Posener noch einmal Ernst Noltes Der Faschismus in seiner Epoche hervor und erkannte sofort den »kausalen Nexus« zwischen Nolte und Thilo Sarrazin. Eine starke Meinung:

Nolte und Sarrazin: Beide sind unfähig, den Antisemitismus für das zu erklären, was er ist: ein Vorurteil, eine Phobie; eine Konstruktion des Antisemiten, wie Jean-Paul Sartre gezeigt hat. Die Struktur dieser Konstruktion wird vielmehr an ihnen selbst exemplarisch deutlich.

Als kleine Ergänzung: Im letzten Jahr haben wir mit Ernst Nolte einen kurzen Briefwechsel (hier und hier) geführt und die Werkbiographie von Siegfried Gerlich besprochen.

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8 Kommentare zu “Alan Posener. Das Leben eines Intellektuellen

  1. Die Lektüre legt nahe, dass Israel dem Herrn Posener sehr am Herzen liegt. Sein Interesse für Deutschland hingegen scheint nicht besonders ausgeprägt zu sein.

    Ich ärgere mich immer wieder, dass es geschehen konnte, dass jüdische Nationalisten wie Posener den Springer-Verlag okkupiert haben. Die Autorenliste bei Springer bildet ein kleines hebräisches Lexikon.

  2. Nee, der Posener ist traurig, dass er kein Jude ist. Damit hadert er schon lange.

    Aber: »Jede nacht ein Buch«? Das kennen wir doch woher…

  3. »Jede Nacht ein Buch«

    Der andere Autodidakt brachte es damit bis zum Vizekanzler.

    http://www.jfandc.de/en/team/

    Wäre Poseners linke Überzeugung wirklich authentisch, müsste er sich doch jeden Tag mehrmals darüber aufregen, dass Leute wie Fischer unter Verrat ihrer Ideale geschmeidig ins Establishment übergewechselt sind und dort am liebsten nur mit ihresgleichen

    http://www.albrightstonebridge.com/team/madeleine-k-albright/

    verkehren möchten.

  4. Vinneuil

    Posener ist ein Schwein… so einfach ist das.

  5. L'ancien régime

    Itzig.

  6. Kinder, so glaubt mir doch:

    Väterlicherseits aus einer liberalen deutsch-jüdischen, mütterlicherseits aus einer englisch-schottischen Familie stammend…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Posener#Leben

    Er ist eben nach orthodoxer Sicht kein Jude, weil keine Judenmutter, deshalb weint er nachts leise vor sich hin. Dass er jüdisch sozialisiert ist und vielleicht sogar ne Rente als Holocaustüberlebender bekommt, steht auf einem anderen Blatt. DEN Makel kriegt er nicht weg.

    @ PB
    »Jede nacht ein Buch« sollte nicht auf Fischer, sondern auf die Rede eines gewissen Robert Ley zielen, der damit den Intellekt seines größten Helden glorifizierte.

  7. L'ancien régime

    Freilich muß ich mich für die o. g. Bemerkung genieren. Denn erst recht ist Posener ja kein osteuropäischer Jude, wofür dann ein solcher Ausdruck zuweilen läppisch gebraucht wird, sondern ein westlicher – halber. Sicher, offiziell ist er aus den genannten Gründen gar keiner. Aber an Kramer sieht man, daß jemand nicht einmal Halbjude sein muß, um sich entsprechend aufzuspielen. Problematisch wird es dann in Bezug auf den heutigen Staat Israel: wenn die Juden nur eine religiöse Gruppierung sind, mit welchem Recht beanspruchen sie dann einen eigenen Staat? Wenn sie aber auch Volksgruppe sind, haben Leute wie Kramer wirklich ein Problem. Nun, das Judentum war im Grunde immer beides, Religionsgemeinschaft und Volkstum, der Alte Bund war völkisch mehr oder weniger – aber mit dem Verweis auf künftige Offenheit – an die 12 Stämme gebunden, später dann zeitweilig zum Schutze des Bundes in Zeiten der Fremdherrschaften sogar in starkem Maße. Das nachchristliche apostatische Judentum ist dann freilich etwas anderes, es ist ein eigenartiges, behauptungsfähiges Phänomen, dessen Band seine – gewandelte – Religiosität ist ebenso wie völkische Zugehörigkeit – aber nicht immer und überall – und eigene Sozialstrukturen sind.

    Mit der Existenz eines jüdischen Staates im Heiligen Lande hat sich jedenfalls der Zusammenhang geändert. Seit seiner Erwählung war Israel immer auch prototypisch für die ganze Welt, was den Kampf zwischen Glauben und Unglauben anbelangt. Entsprechend dann auch die innerjüdischen Konflikte um die Bedeutung Jesu, entsprechend dann die Zerschlagung des alten Israel und die Entstehung eines abgefallenen, verstreuten Judentums. Entsprechend die stärkere Affinität mancher Teile des Judentums für Modernismen. Aber das betrifft heute wiederum, so oder anders, alle Welt. Aber es mag sein, daßm sich der Konflikt teils im Judentum konzentrieren wird – geographisch ist das ja auch durchaus der Fall, nur ist der christliche Bezug noch nicht so deutlich. Wenn man aber an die messianischen Juden denkt, die in Israel durchaus ihre Probleme haben, wird er deutlicher. Und wenn es stimmt, was schon Kirchenväter sagen, daß der Antichrist aus den Juden kommen wird – wie Christus selbst, dann haben wir ja die Konzentration des Weltkonflikts wiederum. Warum nicht auch mit geographischer Komponente angesichts der Existenz eines jüdischen Staates, der ja auch ermöglicht, ein christliches Hebräertum gedeihen zu lassen… das Heilige Land ist Schauplatz der Offenbarung, also warum nicht auch weiterhin Kulminationspunkt der eigentlichen Konflikte – wie es ja auch immer wieder der Fall war.

    Aber von all diesen Dingen scheint Posener nicht viel zu halten. SOlche Leute ziehen aus ihrer Herkunft nur Überheblichkeit. Da gibt es gottlob viele andere.

  8. derblondehans

    Alan Posener ist nicht aus der Wahrheit … sein ›Pollux‹ gar meint – es gibt ein ›Volks-Gen‹. Eine Behauptung die sich offenbar bezahlt macht. Mhmmm?

    http://www.theeuropean.de/matthias-matussek/5302-deutsche-geschichte

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