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Alles soll so bleiben, wie es ist

Nullzeit ist der erste Roman von Juli Zeh, der mich nicht mitgerissen hat. Genauso wie die Handlung ist der Roman so wie ein etwas schleppend verlaufender Urlaub: ohne echte Überraschungen. Dennoch finden sich in dem Roman gute Bilder und Beschreibungen. Eine Stelle paßt besonders gut zum heutigen Tag:

Täglich standen sie vor der Aufgabe, ihre persönlichen Krisen zwischen Bankenkrise, Finanzkrise, Klimakrise, Energiekrise, Bildungskrise, Eurokrise, Rentenkrise, und Nahostkrise unterzubringen. Abend für Abend setzte man ihnen um 20 Uhr für eine Viertelstunde den bevorstehenden Untergang des Abendlandes auseinander, gepaart mit der Unfähigkeit der Politiker, diesen zu verhindern. Währenddessen klammerten sie sich an die ganz private und ein bisschen peinliche Hoffnung, es möge am Ende trotzdem alles so bleiben, wie es ist. Weitermachen. Ihr ganzes Leben bestand nur aus Weitermachen. Ein großes Abhaken von Stunden, Tagen, Aufgaben. Obwohl ihnen die Zukunft als Erfüllung der Katastrophe erschien, kämpften sie sich zäh durch die Schützengräben der Gegenwart. Soldaten, die den Glauben an den Sieg verloren hatten und sich ausschließlich fürs eigene Überleben interessierten. Sie desertierten nicht, weil sie nicht wussten, wohin. In einer Welt ohne Unterschiede gab es kein Exil.

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1 Kommentar zu “Alles soll so bleiben, wie es ist

  1. Dieses Fragment ist wirklich gut.

    Und das Fazit:
    In einer Welt ohne Unterschiede gibt es kein Exil.

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