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Antifa: Kölns SPD-OB braucht Polizeischutz

rotersDie Kölner SPD und allen voran ihr Oberbürgermeister Jürgen Roters (Bild) bekommen gerade zu spüren, wie das ist, von der Antifa verfolgt zu werden. Weil sie ein Autonomes Zentrum, bei dem der Mietvertrag abgelaufen ist, auch wirklich schließen wollen, steht der OB und einige SPD-Kommunalpolitiker unter Polizeischutz und müssen sich eine Schmutzkampagne gefallen lassen.

Die Wohnung von Roters wurde am Mittwoch angegriffen. Zudem plakatiert die Antifa »Fahndungsfotos«. Erstaunlicherweise erhält Roters nicht einmal besondere Unterstützung aus dem gemäßigt linken Lager. Die WELT berichtet:

Die Sympathiebekundungen für den OB beschränken sich auf eine überschaubare gutbürgerliche Kerntruppe, breite Kreise der linken Stadtgesellschaft hingegen nehmen das alles gar nicht zur Kenntnis und ducken sich weg.

Peter Pauls hat aus diesem linken Desinteresse die richtigen Schlüsse gezogen und einen guten Kommentar für den Kölner Stadt-Anzeiger geschrieben:

Rechtsextreme verkleben die Wohnungstür des links-alternativen Kabarettisten Jürgen Becker. Im Internet wird er angeprangert und höhnisch wird dazu aufgerufen, ihn zu »besuchen« und sein Haus zu »verschönern«. Praktisch, dass daneben Beckers Anschrift steht. An anderer Stelle wird der »Struggle« beschworen – die schwarzen Südafrikaner nannten ihren bewaffneten Freiheitskampf so. Was geschähe wohl in Köln? Irgendetwas zwischen Menschenkette, Arsch-huh-Konzert oder Marsch gegen rechts.

Pauls bezeichnet den fehlenden öffentlichen Aufschrei als eine »Formulierungsschwäche«. Den Bürgerlichen fehlen anscheinend die Begriffe dafür, um sich mit der Antifa und Linksradikalismus auseinanderzusetzen.

Leute wie der Kabarettist Jürgen Becker hingegen gehen in die Offensive und verteidigen das Autonome Zentrum als »wichtig und richtig«.

(Bild: Jürgen Roters / Raymond - Raimond Spekking /CC-BY-SA-3.0 / Wikipedia)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

3 Kommentare zu “Antifa: Kölns SPD-OB braucht Polizeischutz

  1. Mir reichen die Bilder, die ich von diesem besetzten Objekt gesehen habe. Ich dachte , die Russen haben da gehaust. Alles kaputt, beschmiert und mit Gerümpel aller Art malerisch drapiert. Es sind auch nicht die allerkleinsten Anzeichen eines Versuches zu erkennen, etwas in Ordnung zu bringen oder einen kleinen Garten anzulegen. Man fühlt sich offenbar in Dreck und Verfall wohl, wie Ratten und nun wundert man sich, wenn man wie eine Ratte behandelt wird. Selbst der unbeholfenste Laubenpieper kann mit etwas gutem Willen aus einer Wildnis einen ansprechenden Garten machen, wenn er nur will. Aber Arbeit ist für diese Menschengattung nur ein Fremdwort.

  2. Sehr symptomatisch ist hier auch die Berichterstattung des Kölner »Stadtkultur«-Magazins »StadtRevue«, wo es u.a. hieß: »Die Strategie von Oberbürgermeister Roters, sich selbst als Opfer zu stilisieren und wegen ein paar Plakaten und ein paar Tropfen Uhu den gesamten Widerstand gegen die geplante Räumung des AZ zu denunzieren – und somit eine Räumung zu legitimieren – ist gescheitert.«

    http://www.stadtrevue.de/stadtrevue-blog/2013/07/07/az-demo/

    Interessanterweise wird dort den bürgerlichen Sozialdemokraten, die das AZ schließen wollen, ein »strategisches und intellektuelles Elend« attestiert, mit einer Herausforderung und den Chancen eines AZs angemessen umzugehen.

    Ich selbst war übrigens auch mal dort, und kann immer wieder nicht verstehen, wo die Bereicherung an solchen Objekten liegen soll. Dort stinkt es überall nach Pisse, dort gammeln irgendwelche Penner rum und ein ausgefallenes Programm abseits des linken 08/15-Antifakrams, den es überall in jeder Stadt zu genüge gibt, wird auch nicht geboten. Dafür müssen Studenten via Semestergebühren diesen Ort zwangsmitfinanzieren. Das Teil abzureißen und nen schönen Grüngürtel durchzuführen, »bereichert« uns jedenfalls mehr.

  3. Alternativer

    Wachsen den Bürgerlichen die Antifa und die Autonomen langsam über den Kopf? Haben sie sie nicht seit Jahrzehnten gehätschelt und finanziell unterstützt?

    Man sollte endlich hart durchgreifen.

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