Anstoß

Aphorismen: Platzende Filterblasen

Bedenke: Was ich sage, könnte wahr sein, obwohl ich es sage.

Bullshit: So dämlich, dass nicht einmal das Gegenteil davon wahr ist.

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Aber bitte nicht zu viel und nur in dem Sinne, in dem wir es gerne hätten!“ – So lautet der Ratschlag der politisch-medialen Elite an den Bürger. Sie denkt für uns: „Der Mensch muß denken und ich muß für meine Unterthanen denken, denn sie denken nicht, sie denken nicht.“ (König Peter in Georg Büchners „Leonce und Lena“)

Nur der Dumme muss dumme Bücher verbieten. Der Kluge weiß, dass gerade ihre Veröffentlichung die Dummheit des Autors offenbart.

Wenn man eine Unwahrheit häufig und intensiv genug wiederholt, wirkt sie, und sie wirkt selbst dann noch unbewusst weiter, wenn man sie als unwahr durchschaut hat.

Es gibt Menschen, die es schaffen, mit ihrem Gerede von „Differenzierung“ und „Komplexität“ jeden klaren Gedanken zu zerstören und sich dann noch als „Stimme der Vernunft“ feiern lassen.

Wer behauptet, er bewerte nichts, der ist entweder ein Heuchler oder schwachsinnig.

Wer behauptet, er sei völlig frei von Vorurteilen, der ist entweder ein Heuchler oder schwachsinnig.

Wer im Elfenbeinturm sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Die heutige Jugend rebelliert mit Vorliebe gegen Traditionen, die kaum jemand noch praktiziert und gegen Gesinnungen, die im Spektrum der öffentlichen Debatten eine Randposition einnehmen.

Er rebellierte. Er wusste zwar nicht, wogegen, aber das war ja auch nicht die Hauptsache. Die Hauptsache war, dass man rebellierte.

Die Schafherde der Linken würde jeden, das etwas anders blökt als sie, am liebsten verjagen oder totbeißen.

Sie war Fach-Putzfrau für faschistisch-stalinistische Säuberungsaktionen.

Indem er den Feind tötete, den er hasste, tötete er zugleich sich selbst, der aus nichts anderem mehr bestanden hatte als aus Hass auf den Feind und dem Willen, diesen zu vernichten.

Wenn er „Deutschland“, „deutsch“ und „die Deutschen“ sagen musste, tat er dies, als nähme er zutiefst unanständige Worte in den Mund.

Man konnte in ihren Texten fast jede Stelle anschauen und wurde fündig, wenn man nach Absurditäten suchte.

Sie zu zitieren hieß sie zu beleidigen.

Der Linke möchte fremde Menschen aus aller Herren Länder im eigenen Land empfangen, aber er pflegt eine geradezu manische Xenophobie gegenüber fremden Gedanken, die seiner Weltanschauung zuwiderlaufen.

Wer nicht über ein gewisses Maß an Xenophobie verfügt, ist krank. Das gilt für das Immunsystem des Körpers, aber auch für das des Geistes und für das ganzer Gesellschaften.

Nur konturlose Charaktere sind für alles offen.

Die Linke leidet unter Dextrophobie. Das ist (nach einem Online-Lexikon über Phobien) „eine spezifische Angststörung und beschreibt die Angst vor allem, was auf der rechten Seite ist. Meistens hat der Betroffene den Zwangsgedanken, daß alles, was rechts ist, schlecht ist.“

Der Linke akzeptiert nur jene „Experten“, die ihm nach dem Mund reden. Mehr noch: Er akzeptiert nur jene als Experten, die ihm nach dem Mund reden.

Es gehört zum Wesen totalitären Denkens, dass irgendwann selbst ungeheuerliche Verbrechen als normal, als richtig, ja sogar als geboten und verdienstvoll erscheinen.

Teil zwei der Aphorismen erscheint nächste Woche.

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2 Kommentare zu “Aphorismen: Platzende Filterblasen

  1. Ein guter Aphorismus sollte unwiderlegbar sein.

    Grundsätzlich gilt bei Aphorismen: »Weniger ist oft mehr«.

    Die Kostbarkeit eines wahren Satzes ist nicht mit Geld aufzuwiegen.

    »Bei manchem Werk eines berühmten Mannes möchte ich lieber lesen, was er weggestrichen hat, als was er hat stehen lassen.« – Georg Christoph Lichtenberg

    Ihre physikalische Entsprechung findet die perfektionierte Dichtung eines Gedankens im Brilliantschliff eines Diamanten.

    »Unnütz, jemandem einen Gedanken erklären zu wollen, dem eine Anspielung nicht genügt.« – Nicolás Gómez Dávila

    Wortblähungen verursachen bei jedem Dichter ein Naserümpfen.

    »Die, welche schwierige, dunkle, verflochtene, zweideutige Reden zusammensetzen, wissen ganz gewiss nicht recht, was sie sagen wollen, sondern haben nur ein dumpfes, nach einem Gedanken erst ringendes Bewusstsein davon; oft aber wollen sie sich selber und anderen verbergen, dass sie eigentlich nichts zu sagen haben.« – Arthur Schopenhauer, Über Schriftstellerei und Stil

    Wie Samt sind geschliffene Sätze: selten, sauber, schön.

    »Sprachkürze gibt Denkweite.« – Jean Paul

    Die Staatsimulation in der Bundesrepublik Deutschland erinnert an ein Pianokonzert für die linke Hand.

    »‚Von Gottes Gnaden‘ zu sein, schränkte die Macht des Monarchen ein; der ‚Volksvertreter‘ ist der Repräsentant des absoluten Absolutismus.« – Nicolás Gómez Dávila

    Demokratie ist totalitär.

    »Wie wenige Menschen, auch die tapfersten, haben jemals den Mut, klar einzugestehen, ihre Anschauung von gestern sei Irrtum und Unsinn gewesen.« – Stefan Zweig

    Informationsblasen können nur dort platzen, wo strategische Manipulation auf den Widerstand der Wahrnehmung stößt.

  2. Danke für diese Aphorismen!

    »Die Staatsimulation in der Bundesrepublik Deutschland erinnert an ein Pianokonzert für die linke Hand.«
    Ich verstehe, was Sie meinen, gehe aber davon aus, dass Sie dabei nicht an großartige Werke wie die Klavierkonzerte für linke Hand allein von Prokofiew und Ravel denken. 😉

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