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ARD: »Allah in Ehrenfeld«

Gestern Abend um 22:45 Uhr lief im Ersten der Dokumentarfilm Allah in Ehrenfeld. Der Bau der Kölner Moschee von Regisseurin Birgit Schulz, die bereits den sehr sehenswerten Film Die Anwälte gedreht hat. Wer Allah in Ehrenfeld verpaßt hat, wird übrigens in der ARD-Mediathek fündig und kann ihn sich dort in voller Länge anschauen.

Zum Film: Birgit Schulz läßt viele Muslime, viele besorgte deutsche Bürger, DITIB-Funktionäre, den Architekten Paul Böhm und als Gegenspieler Ralph Giordano ausführlich zu Wort kommen. Interessant sind insbesondere die Äußerungen der einfachen deutschen Bürger. Sie lehnen die Moschee mehrheitlich nicht etwa ab, weil sie generell etwas gegen Muslime oder den Islam als Religion haben. Ihre Skepsis beruht auf Alltagserfahrungen: Jeder weiß von einem Vorfall zu berichten, wo ein junger Muslim herumgepöbelt oder zugeschlagen hat. Eine Bürgerin berichtet, daß ein Muslim ihr versuchte zu verbieten, einfach so auf der Straße herumzulaufen, weil das »seine« Straße sei.

Dennoch sind die Sympathien von Birgit Schulz ersichtlich anders verteilt: Sie läßt durchblicken, daß sie von der »Propaganda« der »Rechtsextremisten« von »Pro Köln« nichts hält und vielmehr die jungen Muslime versteht, die sich nach einem eigenen Gotteshaus sehnen. Es ist schade, daß sie nicht nach den Deutschen gesucht hat, die den Weg des geringsten Widerstandes gegangen sind: wegziehen, verstecken im eigenen Stadtviertel und anpassen an die Meinung der Politik bei gleichzeitiger Kontaktvermeidung mit den Muslimen.

(Bild: Superbass / Wikipedia / CC)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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