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Ausländerfeinde bei Maischberger?

Im Ersten diskutiert heute Sandra Maischberger ab 22:45 Uhr über die Frage, ob wir Ausländerfeinde sind, weil wir Wut auf Asylbewerber haben. Mit dabei sind Michel Friedman, der meint, unsere Gesellschaft müsse den steigenden Asylbewerberandrang aushalten. Dagegen halten unter anderem Heinz Buschkowsky (SPD) und Philipp Gut von der Schweizer Weltwoche.

In der Ankündigung der Sendung heißt es:

Der hitzige Streit um das neue Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf bewegt bundesweit viele Menschen. Sind die Proteste gegen die Unterbringung der Asylbewerber von rechten Aufwieglern gesteuert? Oder sind die Sorgen der Anwohner berechtigt? Droht tatsächlich Überfremdung oder ist das Fremdenhass? Und könnten sich die Flüchtlinge am Ende nicht als Bereicherung für unser Land erweisen, das auf Zuwanderung dringend angewiesen ist?

In den letzten Wochen haben auch wir uns immer wieder mit Fragen rund um das Asylrecht beschäftigt:

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

7 Kommentare zu “Ausländerfeinde bei Maischberger?

  1. Betr.: Michel Friedman
    Es grenzt an Unverschämtheit Sondermaßen, einem Frauenfeindlichen rechtskräftig verurteilten Verbrecher ein solches Podium zu bieten, es wird doch sicherlich einen nicht kriminellen Juden in Deutschland geben, der eingeladen werden kann, das so ein Süchtiger immer wieder seine Hasstriolen im öffentlich rechtlichen Fernseher verbreiten darf, eine Skandal, ich werde ihre Sendung nicht verfolgen!!

  2. Holzfäller

    Langweilige Schwafelrunde. Lohnt sich nicht einzuschalten angesichts der Gästeliste. (Friedman, eine ARD Journalistin, einmal mehr Buschkowsky, eine ehemalige Asylantin …) Das nächste mal zum Thema »FC Bayern – Kultverein oder Hassobjekt« werden eingeladen: Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer, Matthias Sammer, Oliver Kahn und Karl-Heinz Rummenigge.

  3. H.v.Ballmoos

    Menschen wie M.Fiedman und Ph.Gut vertreten extreme Positionen, mit welchen sie meinen, sich profilieren zu können, bzw. müssen.
    Genau solche Statements führen jedoch nie auch nur zu einem Lösungsansatz, sondern verstärken lediglich die Gegensätze und lassen die Probleme als unlösbar erscheinen.
    Unabhängig von Statistiken und Ideologien muss guten und schlechten Menschen in Not geholfen werden – auch aus eigenem Interesse, damit das Chaos nicht irgendwann über uns hereinbricht.

  4. aurora von königsberg

    Die Sendung ist vorbei, die Scheinwerfer sind aus, und alle gehen nach Haus? Wirklich dunkel ist es dort, wo die kleinen Leute leben, die tagtäglich um ihre Existenz strampeln, deren Zukunft mehr denn je ungewiss ist. Menschen, (auf) die kaum jemand hört, deren Ängste und Sorgen im Medienrummel eitler Selbstdarsteller wenig Platz haben. Sie leben genau in jenen Stadtteilen, die von privilegierten Beamten ausersehen sind, das zugewanderte Elend aufzusaugen. Diese kleinen Leute haben zu schweigen und denen zu lauschen, die nach dem Verlöschen der Scheinwerfer glanzvoller Talkrunden erlesene Weine trinken, nachdem sie Wasser gepredigt haben. Die besorgten kleinen Leute sind dort, wo die Brennpunkte tatsächlich sind, während diejenigen, die mit gestenreichem Exhibitionismus von Not und Benachteiligung Fremder schwurbeln, sich eiligst in ihre bevorzugten Wohngegenden zurückziehen. Dort begegnen sie allenfalls erfolgreichen Einwanderern, die bereits vor ihrem Ankommen Integrationsbereitschaft mitbrachten. Exemplifiziert und multipliziert man diese Erfolgsbiographien, mutiert jeder Asylant zum potentiellen Gewinn für die Gesellschaft. Gewürzt mit Elendserfahrung in ach so schlimmen deutschen Asylunterkünften, wird jeder noch so berechtigte Zweifel, jeder noch so bedeutsame Vorbehalt erstickt. So selbstverständlich auch geschehen in der Maisbergerschen Sendung. Da berichtete ein weiblicher Möchtegern-Wallraff von Schimmelflecken in Baderäumen und gar schrecklichen Mehrbettzimmern für Menschen, die doch offenbar Folter ,Tod und verfolgungsbedingten Odysseen entronnen sind. Keine deutsche Asylbewerberunterkunft kann so schrecklich sein wie die sattsam bekannten Elendsquartiere in den meisten der Verfolgerländer. Seltsam, dass oftmals die Unterbringungsqualität deutscher Quartiere einen größeren Raum einnimmt als die Ursachen der Flucht. Residenzpflicht und Arbeitsverbot für Flüchtlinge werden heftig kritisiert, mobilisieren tausende zu Demonstrationen. Ganze Anwaltsscharen werden rekrutiert, um Asylbewerbern ein Überleben im deutschen Verfahrensdschungel zu ermöglichen, selbst wenn triftige Asylgründe fehlen. Man erinnert sich, dass bereits vor 20 Jahren eine rege Debatte um die unendlich langen Asylverfahren geführt wurde. Fadenscheinige Reformen schlossen sich an, es hat sich wenig geändert. Stolz wurde Deutschland zum Einwanderungsland erklärt, im August 2012 entschied das oberste Gericht, dass Asylbewerber finanziell besser zu stellen seien. Das Urteil war kaum verkündet, da schnellten die Zuwandererzahlen in die Höhe. Die politische Verfolgung muss seitdem extrem zugenommen haben in der Welt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt ? Ich kann mich an keine dreistere Zumutung seitens der gesellschaftlich Verantwortlichen in den letzten 10 Jahren erinnern, den Bürger für so dumm zu verkaufen. Es geht denen, die an vorderster Front so rührend um die Zuwanderer bemüht zu sein scheinen, gar nicht um die tatsächlichen Probleme, die die kleinen Leute auszuhalten haben. Und nicht einmal um die echten oder falschen Probleme der Zuwanderer selbst. Ihnen geht es allein um die Diskursherrschaft über Menschen, die bisher keine Mittel fanden, sich gegen Jahrzehnte währende Zumutungen zu wehren. Es war bequem, diese stillschweigende Ohnmächtigkeit voraussetzen zu können. Nur so ist zu begreifen, dass es Stadtteile wie Neuköln gibt (Buschkowsky), dass an Schulen Krieg gegen deutsche Minderheiten geführt wird, dass Dörfern der soziale Frieden und die kulturelle Identität gestohlen wird- all das und noch viel mehr unter der ewig schwingenden Nazikeule, um (berechtigte) Einwände im Keim zu ersticken. Es scheint aber, dass dieses viele Jahrzehnte funktionierende Prinzip Löcher bekommen hat. Die okkupierte Legimitation, allein im Besitz der Wahrheit und Moral zu sein, wie es für die 68er von Beginn an selbstverständlich war, ist brüchig geworden. Die ewige Pseudorebellion der Altlinken und 68er beginnt zu erstarren und zwingt sie , immer weiter zu trommeln gegen jede Realität und Vernunft. Ihr Marsch durch die Institutionen, die mit Steinewerfer Fischers Vizekanzlerschaft ihren Höhepunkt erreichte, hat letztlich zu ihrer Selbstgefangennahme geführt – nur wissen sie es noch nicht. Die Trommeln, der Rummel und das Getöse übertönen noch den Klang leisen Aufbegehrens. Denn noch regieren die Antreiber deutscher Selbstgeißelung, als gelte es, den Unaussprechlichen aus Braunau noch einmal zu besiegen und die Holocaust-Opfer a posteriori zu retten. Michel Friedmann, mit von der Partie in der Maischbergeschen Runde, weiß um diese Aura der Immunität, die sich unsichtbar um jeden zieht, der Jude ist. Er weiß es und nutzt die kalkulierbare Widerspruchslosigkeit, um Schwachsinn reden zu dürfen. Er müsste es besser wissen, denkt man – und er weiß es auch. Es ist seine Machtsphäre, die er genießt, und er geht gnadenlos ins Gericht mit denen, die Widerspruch wagen, wo Schwachsinn regiert. Er lebt von dem Prinzip, dass man einen deutschen Juden nicht zu kritisieren hat – glaubt er. Er verzichtet damit auf den natürlichen Respekt, den jeder Gegner genießt, der Widerspruch aushält. Ein menschliches Prinzip, das für alle gelten sollte, ob Jude oder nicht. Denn es ist völlig unerheblich, ob jemand Jude ist oder nicht. Ob Schwarzer oder nicht, ob Türke oder nicht. Friedmann dreht einen Strick daraus für jeden, der dies natürlich empfindet und sorgt für seine »positive« Diskriminierung ganz allein und selbst. Somit ist er für eine solche brisante Diskussion völlig ungeeignet. Warum also hat man ihn eingeladen ? Ganz einfach, Friedmann, so unwichtig seine Äußerungen auch sind, ist ein willkommenes Alibi, ein Lückenfüller, der artig und vorhersehbar kläfft, wenn er gebraucht wird. Ein ekelhafter Konnex, der exemplarisch steht für das kollektive »Unbewusste« der deutschen Seele. Besser wäre, vom kollektiven Komplex zu sprechen oder vom kollektiven Brechreiz, der zwanghaft und dringend behandlungsbedürftig wäre. Und so endet dann auch wieder einmal die soundsovielte Diskussionsrunde mit einem Fazit, welches wie ein stalinistisches Gerichtsurteil schon vorher festlag. Ein verlässliches öffentlich rechtliches Lügenspektakel mit dem Gebührengeld jener, die diesen Zirkus finanzieren und sich dafür auch noch verhöhnen lassen müssen.

  5. Sven Pichmann

    Die Wahrheit ist relativ einfach: Das Problem ist nicht ein einzelnes Asylbewerberheim in Hellersdorf oder anderswo, die Kraftfelder der deutschen Meinungsindustrie beim Themenkomplex Zuwanderung und Intergration. Egal, welchen Konflikt man betrachtet, diskursprägend ist stets eine gesalbte Verständnis- und Wohltäterrhetorik. Besonders Friedmans tautologische Betroffenheitspredigten war diesmal nur unter Schmerzen zu ertragen.
    In einer Zeit sich immer deutlicher abzeichnenden Verteilungskämpfen hat die Bevölkerung ein feines Gespür dafür, welchen Gruppen weitere Härten zugemutet werden und mit welchen man eher nachsichtig ist. Dieses Unbehagen mit den Früchten einer eher liberalen Zuwanderungs- und Intergrationspolitik verstärkt durch den Überdruß an der verlässlich einsetzenden Naziriecherei sucht sich immer wieder Kristallisationspunkte. Abgesehen von den wenigen wirklichen Nazi-Arschlöchern, äußern sich die Hellersdorfer ja differenziert. Der Protest richtig sich ja nicht primär gegen die Flüchtlinge sondern gegen die Politiker, denen man nicht mehr zutraut, die Institutionen zusammenzuhalten und irgendwann mal »Basta« zusagen.
    Nun werden also ein paar hundert Flüchtlinge durch »Hellersdorf« getrieben – mit dem gleichen Ergebnis: Die Karawane aus Medien und Politik zieht in ein paar Tagen weiter. Bei der Bevölkerung bleibt was hängen: mal ein bisschen Sarrazin, dann ein bisschen Jonny K.; dann ein bisschen Romahaus und schließlich ein bisschen Migrantenquote. Ob sich dieser Groll einfach so wieder legen wird?

  6. @aurora von koenigsberg, Zitat: »Stolz wurde Deutschland zum Einwanderungsland erklaert, im August 2012 entschied das oberste Gericht, dass Asylbewerber finanziell besser zu stellen seien.«

    Hier ein Link: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesverfassungsgericht-spricht-asylbewerbern-mehr-geld-zu-a-845029.html

    Ich sehe auch, dass der Verteilungskampf innerhalb der Republik haerter wird. Sieht man sich die HartzIV-Praxis an, so kann man zu keinem anderen Schluss kommen. Nach der Auffassung unserer regierenden Politikern sind NICHT genug Geld und Ressourcen fuer alle da. Der HartzIV-Empfaenger konkurriert mit dem Asylbewerber, der aber in Wahrheit ein Wirtschaftsfluechtling ist. Inzwischen ist es so, dass ein Asylbewerber inzwischen besser finanziell ausgestattet wird als ein ALG2-Empfaenger, dem staendig Kuerzungen drohen.

  7. Dem Kommentar von Aurora von Königsberg stimme ich voll und ganz zu.
    Ein Gros unserer Rentner muß mtl. mit knapp 800 EU od. weniger auskommen, Alleinerziehende benötigen mehrere Arbeitsstellen zum Überleben, Kranken werden Kuren verwehrt, die Hygiene in Kliniken wird aus Kostengründen vernachlässigt, Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenheimen wird miserabel entlöhnt etc… Die Sozialausgaben sind zu hoch – das wird uns vorgehalten. Wenn es aber um die Aufnahme von Asylanten geht, sind wir plötzlich das reiche Deutschland, das 100000 und mehr Flüchtlinge gut verkraftet. Von unseren eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den maroden EU-Staaten spricht in diesem Zusammenhang niemand.
    Es hat den Anschein, unsere führenden Politiker setzen sich mehr
    für die Belange der Ausländer in unserem Land und in der EU ein, als für ihre eigenen Landsleute.
    Müssen wir dieses Verhalten tolerieren?

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