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»Beweise« im NSU-Prozeß

Lange haben wir nicht mehr über den NSU-Prozeß berichtet. Warum? Weil es nichts zu berichten gibt. Heute machen wir mal eine Ausnahme: Als Zeugin gehört wurde jetzt Sandy N., die bei dem Kauf eines Handys für das NSU-Trio mitgeholfen haben soll.

Vor Gericht sagte Sandy N. in Richtung Beate Zschäpe: »Ich bin mir ziemlich sicher, daß sie das nicht war.« Die Süddeutsche Zeitung erklärt nun, warum Sandy N. dem NSU-Trio beim Kauf des Handys geholfen hat, Zschäpe aber weder bei der Polizei noch vor Gericht identifizieren konnte. Es liegt daran, daß die Zeugin bescheuert ist.

Das mag sogar sein, aber die Frage muß erlaubt sein, ob hier nicht alle ein bißchen bescheuert sind. Erinnern wir uns einmal zurück: Zschäpe wird vorgeworfen, die angeblichen Morde von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos als gleichberechtigtes Mitglied des NSU-Trios unterstützt zu haben. Das Gericht scheint sich nun für die Handys zu interessieren, um belegen zu können, daß die Uwes hin und wieder mit Beate telefoniert haben. Reicht das aus, um die Mittäterschaft in zehn Mordfällen zu belegen?

Seit Monaten tappt das Gericht im Dunkeln. Bis zum heutigen Tag hat die Staatsanwaltschaft noch keinen einzigen Beweis für die Mittäterschaft von Zschäpe an den Morden vorlegen können. Herausgekommen sind nur seltsame Details wie dieses, die Zschäpe eher entlasten als belasten.

Lest auch: Welchen Sinn hat der NSU-Prozeß?

(Bild: Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe / BKA)

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1 Kommentar zu “»Beweise« im NSU-Prozeß

  1. Zitat:«Das Gericht scheint sich nun für die Handys zu interessieren, um belegen zu können, daß die Uwes hin und wieder mit Beate telefoniert haben. Reicht das aus, um die Mittäterschaft in zehn Mordfällen zu belegen?«
    Das Gericht scheint wirklich dumm zu sein; es ist doch klar das Leute die zusammen wohnen auch miteinander telefonieren, zum Beispiel um Bescheid zu sagen das man abends mal später nach Hause kommt!
    Aber Medien wie die Süddeutsche Zeitung sehen natürlich nur was sie sehen wollen; ganz anders als Gerhard Wisnewski, der sich in seinen neuen Büchern auch dem Fall NSU annimmt: http://tomorden.npage.de/gerhard-wisnewski.html
    Der Mann kann schreiben, im Gegensatz zu gewissen SZlern, die wichtige Zeugen einfach als »bescheuert« darstellen, weil ihnen die Aussage nicht passt!

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