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Bildungsstreik 2010: Ein laues Lüftchen

Plakat Bildungsstreik 2010Morgen findet wieder in mehreren Städten ein Bildungsstreik statt. Deshalb die obligatorische Aufforderung an euch: Wer etwas Interessantes mitbekommt, möge es uns mitteilen. Auch würden wir uns darüber freuen, wenn ihr ein paar Fotos schießt.

Aber um ehrlich zu sein, erwarte ich nicht, daß es morgen etwa wirklich Spannendes zu berichten gibt. Der Bildungsstreik 2010 ist schon ein erbärmlich laues Lüftchen. Anscheinend geht es doch allen im Großen und Ganzen gut genug, so daß nur ein paar ideologische Hirnochsen auf die Straße gehen. Aber das ist ja nix Neues. Im letzten Jahr befand unser Autor Benjamin Marx: »Gesellschaftskritik und Parteipolitik zu stark im Vordegrund«.

Da in Chemnitz kein Bildungsstreik angekündigt ist, habe ich mir kurz überlegt, zu dem nach Aue zu fahren. Aber warum eigentlich? Der von der Linksjugend und Grünen Jugend getragene Protest wird ein paar Schüler anlocken, die kein Bock auf Schule bei sommerlichen Temperaturen haben und vorne werden ein paar Nachwuchsbonzen undurchdachte Parolen herumschreien. Wie langweilig!

Wie wir bildungspolitisch die Weichen stellen sollten, habe ich vor einem halben Jahr an anderen Stelle erläutert. Vergebens sucht man in meinen Anmerkungen nach dem Schlagwort »Humboldt-Uni«. Aber keine Sorge: Wer sich über dieses Bildungsideal und seine Anwendbarkeit in der Gegenwart erkundigen möchte, der sollte unser Interview mit Professor Hans-Christof Kraus lesen.

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1 Kommentar zu “Bildungsstreik 2010: Ein laues Lüftchen

  1. Kraus´ Interview könnte man auch mit Überschrift versehen:
    »Die ich rief die Geister oder Wie ich lernte, die Ordinarien-Universität zu lieben«
    Ähnliches kann man auch in einem schönen Essay von Reinhard »Carl« Mehring lesen.

    Die intellektuelle (oder charakterliche ?) Deformation kann man daran erkennen, daß Kraus zwar sieht, daß die »Bologna=Verschulung« bedeutet und zu Recht feststellt, daß dies sozialist. Verhältnissen nahekommt … dann aber umkippt und etwa von »ökonomisch« erzählt. Wer noch nicht einmal seinen eigenen Gedankengang klar und deutlich formulieren kann, darf sich nicht wundern, wenn er keine Resonanz findet.

    Die Kernfrage bleibt unberührt:
    WAS und WIE LANGE soll der zukünftige Akademiker studieren und WO soll sein gesellschaftl. Platz sein.
    Eine Massenuniversität mit »Studium für Alle« kann gar nicht anders als Verschulen und den »Fordismus des Studiums« fordern.

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