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BVB gegen »rechte Gesinnung«

Mit einem neuen Film »gegen rechts« (siehe unter diesem Beitrag) will sich der Beinahe-Pokalsieger Borussia Dortmund gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen. In dem Filmchen sind primitive Nazis mit einer schwarz-weiß-roten Fahne, Hitlergruß, Bomberjacke und Springerstiefeln zu sehen. Trotzdem hat die Kampagne leider noch eine andere Stoßrichtung.

Auf seiner Internetseite schreibt der BVB:

Nazis und Fußball passen nicht zusammen! Für den schwarzgelben Fußball gilt das erst recht, denn Borussia verbindet alle Nationen und Kulturen, auf und neben dem Platz!

Seit wann bitteschön muß ein Fußballverein alle (!!!) Nationen und Kulturen verbinden? Klar, bei Dortmund spielen junge Menschen aus vielen verschiedenen Ländern und sollen daran auch Freude haben und nicht von stumpfen Pöblern belästigt werden.

Sport sollte unpolitisch bleiben. Jeder sollte mit jedem spielen können. Der Sport sollte Spaß bereiten. Politische Schußfolgerungen lassen sich daraus jedoch nicht ziehen. Das trifft sowohl auf einen Fußball-Spaß-Patriotismus zu, wie wir ihn vielleicht in den nächsten Wochen wieder erleben werden, als auch auf die Übertragung der Integrationsleistung in einem Fußballverein auf die gesamte Gesellschaft.

Im Gegenteil: Gerade die Integration von ein paar Spitzensportlern könnte auch als Beleg dafür angeführt werden, daß Multikulti nur bei einer kleinen Elite funktioniert.

Soviel Differenzierung muß der BVB jedoch gar nicht leisten. Es würde reichen, wenn der Verein betont: Laßt uns in Ruhe kicken. Eure Politik hat in unserem Stadion nichts zu suchen.

Doch leider lehnt sich der BVB mit dem neuen Video weiter aus dem Fenster. So heißt es:

In unserem Stadion und Vereinsumfeld dulden wir keine rechte Gesinnung.

Aber linke? Und, warum zeigt man in dem Video primitive Glatzen und will dann aber gleich jegliche »rechte« Gesinnung verbannen?

Genau so funktioniert der Nazivorwurf. Die Grenzen zwischen einer Affinität zum Nationalsozialismus und »rechten« (konservativen, nationalliberalen, reaktionären, …) Haltung sollen möglichst verschwimmen, um ganze Denkrichtungen zu diskreditieren.

Vor über einem Jahr hatte unser Autor Gregor Burchardt dieses Thema schon einmal aufgegriffen und einen Blauen Brief an Aki Watzke geschrieben.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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