Alter Blog

Causa Guttenberg: Die Brandstifter des SPIEGEL

BN-Autor Georg Bernson meint, Karl-Theodor zu Guttenberg sei ein Scharlatan. Seine gesamte politische Karriere kennzeichne ein eklatantes Mißverhältnis von Sein und Schein. Das ist sicherlich richtig, jedoch darf man eins nicht vergessen: Alle erfolgreichen Politiker sind Blender. Die Trittins, Gysis und Co. stehen Baron Googleberg in Sachen Verlogenheit in nichts nach.

Insofern verrät die derzeitige Debatte um Guttenberg nichts Neues über die Qualität des politischen Personals. Sie bestätigt nur die Annahme, daß zur politischen Klasse nur dazugehören kann, wer Dreck am Stecken hat. Ausnahmen ausgeschlossen. Ebenso spielt es bezüglich der politischen Sachentscheidungen keine Rolle, ob der Verteidigungsminister Guttenberg, de Maizière oder Ramsauer heißt.

Warum lohnt es sich dennoch genauer hinzuschauen? Das derzeit Überraschende ereignet sich im Verhältnis der öffentlichen Meinung zur veröffentlichten Meinung. Die Causa Guttenberg zeigt, wie weit das Empfinden des Volkes und das der bedeutendsten Schmierfinken der Republik sowie politischen Klasse auseinanderklaffen. Als am Montag noch nicht sicher war, daß Guttenberg einen Tag später zurücktritt, entlud sich bei den liebenswerten Kollegen vom SPIEGEL ihr ganzer, über Monate angestauter Frust in einer elfseitigen Titelstory über die Bild-Zeitung. Diese sei schuld am „falschen“ Volksempfinden, legt der SPIEGEL nahe.

Das Cover der Ausgabe vom 28. Februar verdeutlicht bereits, wie wütend man in der SPIEGEL-Redaktion über Volkes Meinung ist und darüber, daß – Stand Montag – es nicht mehr so einfach gelingt, unliebsames politisches Personal einfach so hinzurichten.

Das „Brandstifter“-Motiv soll böse Assoziationen wecken: Ob gar die Erinnerung an die Reichspogromnacht gewollt ist? Dabei steht Deutschland keineswegs unmittelbar vor der Machtübernahme durch mordende Neonazis, sondern es muß nur ein Verteidigungsminister ausgetauscht werden, der bei seiner Doktorarbeit zeitsparende Maßnahmen angewandt hat, die sein Professor nicht entdeckte, weil er sie vermutlich – ebenfalls zeitsparend – gar nicht genau gelesen hat.

Es muß also mehr hinter den „Brandstiftern“ stecken. Das Unbehagen der SPIEGEL-Redakteure sitzt tiefer. Die Titelstory ist mit „Im Namen des Volkes“ überschrieben. Das ist also das Schlimme an der Bild – sie produziert schlichtweg das, was das Volk hören möchte. Selbstverständlich kramt der SPIEGEL in dem Beitrag nicht die Massentheorien hervor, um klar zu machen, daß man dem Geist der Masse widerstehen muß. Nein, es geht um die ganzen Niederlagen der letzten Monate, die die linksliberale Presse seit der Zeitgeistwende durch Thilo Sarrazin hat hinnehmen müssen. Diese zwei Fragen sind verräterisch:

Spielt „Bild“, unter dem Druck einer sinkenden Auflage, immer lauter den populistischen Krawallmacher? Den Einpeitscher, der unter dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ gegen Ausländer, Kinderschänder, gegen den Islam die Trommel rührt?

Na da haben wir es doch: Der SPIEGEL wittert Rechtspopulismus.

Neue Töne haben sich allerdings eingeschlichen auf den politischen Seiten. Zwischen dem bewährten Mördern, Ludern und Sozialschmarotzern darf auch der neue Bundespräsident vorgeführt werden, als zu weicher, toleranter, feiger Mann, weil er es wagte, in Muslimen Deutsche zu sehen wie in Christen und Juden.

In dem Beitrag kritisiert man die Bild des weiteren dafür, daß Claudia Roth auf Rang 2 der nervigsten Talkshow-Gäste eingeordnet wird. Zu recht! Sie gehört auf Platz 1. Die Griechen hätten zudem zu schlechte Schlagzeilen bekommen, z.B.: „Verkauft doch Eure Inseln, ihr Pleite-Griechen … und die Akropolis gleich mit!“ Nun beweist ja der SPIEGEL mit seinen „Brandstiftern“, daß er zu ähnlich demagogischen Titulierungen fähig ist und müßte gerade deshalb die Klappe halten.

Die Gründe für den Wutausbruch des Nachrichtenmagazins kommen im Interview mit Bild-Chefredakteur Kai Diekmann noch besser zum Ausdruck:

SPIEGEL: Als Sie vor einigen Wochen mit der Schlagzeile „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ erschienen, erinnerte die „Bild“ eher an die Rechtsradikalen in den achtziger Jahren.

Diekmann: Unsinn. (…) Anfang der Achtziger wurde ich in der Schule als Rechtsradikaler und Revanchist beschimpft, weil ich für die Wiedervereinigung war.

(…)

SPIEGEL: Vielleicht verwechseln Sie klar mit dumpf und simpel?

Diekmann: Das wird es wohl sein … Jetzt mal Spaß beiseite: Ihre Sarrazin-Berichterstattung zum Beispiel hat sich den Förderpreis für größtmögliche Verwirrtheit redlich verdient. Erst ein Buchkapitel von Sarrazin unkommentiert vorab veröffentlichen, ihn dann ach allen Regeln der Kunst zerlegen – und schließlich große SPIEGEL-Aufregung über die ganze mediale Aufgeregtheit. Das ist wie ein Haus anzuzünden und dann verwundert zu fragen: Warum brennt das hier lichterloh!?

(…)

SPIEGEL: Wenn Sie titeln: „Die bittere Wahrheit über HartzIV und die Ausländer“, dann werfen sie ein Problem auf, zu dem es im Volk noch gar keine Stimmung geben kann. Können Die verstehen, dass man das Simmungsmache nennt?

Diekmann: Ist das Ihr Ernst? Sie halten die Menschen in Deutschland doch hoffentlich nicht für so komplett ahnungslos, dass sie sich erst von Thilo Sarrazin, Kirsten Heisig, Giovanni di Lorenzo oder „Bild“ erzählen lassen müssen, dass in Sachen Ausländer-Integration etwas im Argen liegt?

Guttenberg ist nur ein Nebenkriegsschauplatz. In Wirklichkeit geht es noch immer um Sarrazin und hilflose Erklärungen für den Volkszorn gegen die etablierte politisch-mediale Klasse. Die SPIEGEL-Journalisten dürften das eigene Volk abgrundtief hassen. Anders sind solche Ausfälle nicht zu erklären. Jetzt suchen sie in Bild einen Schuldigen für die aus ihrer Sicht schlechte Stimmung des Volkes. Diese beruht jedoch nicht auf einer Manipulation durch die Bild. Die Menschen, da hat Diekmann recht, sind klug genug, um das Scheitern von Multikulti mit eigenen Augen festzustellen.

Wenn Deutschland noch zu retten ist, dann nur mit der Kraft der Bürger mit gesundem Menschenverstand. Die intellektuelle Klasse können wir dagegen vergessen.

Verwandte Themen

Die Narrenfreiheit des Boulevard Im Kosmos der Lügen- und Lückenpresse ist die Qualitätspresse streng politisch korrekt. Doch welche Funktion hat die Narrenfreiheit der Boulevardpress...
Der Spiegel, das Regierungsmedium Am Samstag kommentierte Spiegel-Redakteur Roland Nelles die bevorstehende Bundespräsidentenwahl. Spiegel-Online erreichte damit einen neuen Tiefpunkt....
Kafka im »Spiegel« Wenn es Franz Kafka wie diese Woche auf das Cover des Spiegel schafft, dann ist das eine mutige Entscheidung, weil sich Literatur nicht verkauft. Wir ...

9 Kommentare zu “Causa Guttenberg: Die Brandstifter des SPIEGEL

  1. Goldlocke

    hoffentlich geht es den Linken Sozis endlich mal an den Kragen. das Volk lässt sich das sowieso länger nicht gefallen und murtrt immer mehr auf. Jetzt lassen wir denen noch weniger Einkommen zukommen, dann platzt der Deckel des Kochtopfes und könnte linke Medien und Leute hinwegfegen.

  2. Schanzwurst

    Sehr guter Beitrag, finde ich.

  3. Vinneuil

    Ein mieseres, verlogeneres, kanaillengesättigteres Dreckshetzblatt als den Spiegel gibt es eigentlich nicht, wahrscheinlich auf der ganzen Welt nicht.

  4. derherold

    »Jetzt suchen sie in Bild einen Schuldigen für die aus ihrer Sicht schlechte Stimmung des Volkes«

    Es geht wohl eher darum, das »eigene Lager« unter dem eigenen Banner (noch einmal) zusammenzukriegen. 68er sahen wohl BILD/Springer-Presse als (medialen) Hauptgegner … bereits in den 80igern war »blöde BILD« eher ein Ausdruck des Distinktionsgewinns.

    Und den USA scheint es ähnlich zu sein, wo man versucht, »college« und »educated« einem gemeinsamen spin zu unterwerfen.

  5. Gardeleutnant

    Oha, die Kryptolinksradikalen vom SPIEGEL werden nervös angesichts des immer weiter klaffenden Spaltes zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung bzw. dem bislang nur zaghaften Ausscheren der BILD-Zeitung aus dem üblichen eingehegten Meinungsverbund… Das stimmt mich hoffnungsfroh. Getroffene Hunde bellen.

  6. Ja, der Spiegel ist tendenziell links. Aber es ist immer noch ein informatives gut zu lesendes Blatt. Und dass er für eine bestimmte Weltsicht steht, verbirgt er auch nicht. Für den Konservativen daher bestenfalls Anregung
    (Exkurs: z.B. in der aktuellen Ausgabe der Bericht über ein Siedlungsprojekt in Nordafrika mit absolutem Religionsverbot – linker Wachtraum?! Na ja, Fremde dürfen dort nicht so einfach wohnen, Zuwanderung wird streng nach Bedarf und mit Probezeit gesteuert!!)
    schlimmstenfalls Ärgernis.
    BILD dagegen ist gefährlich und schädlich, weil wichtige Themen aufgegriffen, hochgekocht und in die ProamerikaTittenMannbeisstHundSportVolkszahnbürste-Pampe eingerührt werden.
    Spiegel ist ehrlicher Feind, Bild falscher Freund.

  7. Ja der Spiegel. Hab die letzten Tage »Der Doppelmord an Uwe Barschel« von Wolfram Baentsch gelesen. Da hat man auch richtig verfolgen können, was für ein Pamphlet der Spiegel überhaupt ist. Echt unmöglich!

  8. Gardeleutnant

    »Spiegel ist ehrlicher Feind, Bild falscher Freund.«

    Das stimmt. Nur: Die BILD-Zeitung nimmt in intelligenteren Kreisen niemand wirklich ernst. Das ist halt die Zeitung mit den nackten Weibern, »da steht doch eh nur Schwachsinn drin.« Der Spiegel dagegen wird allgemein für ein niveauvolles, anspruchsvolles Blatt gehalten (so ja auch von Ihnen). Zitat eines mir bekannten Liberalen, der Spiegel-Abonnent und wirklich nicht dumm ist: »Ach, eigentlich ist der Spiegel nicht wirklich links. Eher so… liberal« (was er für »die Mitte« hielt). Und da liegt m.E. der Hase im Pfeffer; ich bezweifle, daß der Mehrheit klar ist, daß der Spiegel links steht. Deshalb ist der Spiegel der schlimme Feind, die BILD ist, wenn sie so bleibt wie sie ist, trotz hoher Auflage das geringere Übel.

  9. Spiegel, BILD, FAZ, Stern, ZDF, ARD, RTL, SAT1, usw. usf. berichten alle nichts, wenn es wirklich brisant wird, wie hier:
    http://bit.ly/bDdpP4

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo