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Claus Hübscher (FDP) zu Gast bei Ahmadinedschad – »Skandal!«

Wahrscheinlich kennen den FDP-Lokalpolitiker Claus Hübscher bisher nur unsere zahlreichen Leser aus Delmenhorst. Der 65-Jährige ist dort stellvertretender Parteichef. Doch das wird sich jetzt ändern. Seit gestern schreit die Presse »Skandal«, weil Hübscher auf einer Iranreise eine Stunde bei Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu Gast war. Übrigens war auch Jürgen Elsässer von Compact mit von der Partie.

Was ist nun so anstößig an diesem Besuch? BILD meint, Hübscher würde »neben dem schlimmsten Holocaust-Leugner« posieren. Die Gruppe um Hübscher und Elsässer hat Ahmadinedschad sogar nach dem Holocaust gefragt. Seine Antwort: Er leugne ihn nicht. Selbst wenn er ihn aber leugnen oder relativieren würde, so müßte doch trotzdem ein deutscher FDP-Politiker darüber mit ihm sprechen dürfen. Hübscher betont gegenüber der Presse, er habe sich eine eigene Meinung über Ahmadinedschad bilden wollen.

Das findet ein Grünen-Abgeordneter »widerlich« und Bodo Ramelow von den Linken fragt: »Geht´s noch?« Der SPIEGEL bezeichnet diese Reise als »unglaublich«. Und auch aus den eigenen Reihen hagelt es Kritik: »Unsäglich«, findet die wohl nicht sonderlich liberale FDP-Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst den Besuch.

Ganz in Vergessenheit gerät dabei, daß Hübscher Mitglied im Delmenhorster »Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde« ist. Die BILD läßt diese Randnotiz weg und kommt lieber schnell zur Urteilsverkündung: »Hübscher, der Irre von Delmenhorst?« Sein FDP-Landeschef scheint diese Frage jedenfalls zu bejahen und denkt über ein Parteiausschlußverfahren nach.

Aber lassen wir Hübscher doch noch einmal selbst zu Wort kommen, bevor er öffentlich gesteinigt wird. Er sagt, der Iran sei ein »totalitäres Regime«, aber diese Aussage interessiert jetzt sowieso niemand mehr.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

6 Kommentare zu “Claus Hübscher (FDP) zu Gast bei Ahmadinedschad – »Skandal!«

  1. Hübscher wollte sich eine eigene Meinung bilden. Genau das ist hierzulande unerwünscht. Schon der Versuch ist strafbar. In der BRD herrscht eine Konsensdiktatur, der sich jeder, bei Strafe der Exkommunikation, bedingungslos zu unterwerfen hat.

    Der Mann hätte das wissen müssen, er hat’s wahrscheinlich sogar gewusst und in Kauf genommen, was da auf ihn zukommt. Wenn nicht, ist er ein Naivling, der in der Politik nichts verloren hat.

  2. Manuel

    hullo
    yea arg Bar jomhoorie eslami! hame oonayi ke vasye raftane shah o oomadne oon amale o jomhoorye eslami tazahorat kardan ham mesle SAG pashimoonan.

    marg bar, khameini, ahmadenijad, mullahs!!

  3. Manuel

    Long live the Empire of Iran, children of Iran from Azer, Baloch, Kurd, all children of Pars Country, all united against turkish garbage and others enemies of Iran.

  4. Manuel

    Death to Islam…I`ts time for us iranians and all european brothers and sisters to stand united and destroy our common enemy ISLAM..1400 years of suffering is enough my brothers and sisters….

  5. Warum soll man sich nicht vor Ort informieren und die verantwortlichen Personen befragen können? Die Einseitigkeit der bisherigen Berichterstattung muß durchbrochen werden, es gilt immer wieder zu fragen, wohlgemerkt bei allen politischen Problemen, richtig oder falsch.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/05/03/liberaler-ohne-rucksicht-auf-verluste/

  6. Aus dem »jüdischen Freundeskreis« wurde der Mann rasch ausgeschlossen. Ganz zu recht. Mit solchen Leuten landet die FDP definitiv im politischen Mülleimer.

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